Augenblicke 2018 Die Bilder des Jahres
Augen zu und durch
Kuchenbacken mal anders: Eine Frau bekommt sichtlich erfreut Mehl ins Gesicht. Das Spiel war am 4. Januar Teil der Feierlichkeiten Burmas zum 70-jährigen Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung. Bis 1948 hatte die südostasiatische Nation noch unter britischer Kolonialherrschaft gestanden.
Fingerfood
Wer einmal in Istanbul mit der Fähre den Bosporus überquert hat, kennt den Anblick: Möwen, Hunderte von Möwen. Sie fliegen in Scharen über den Fluss, der die türkische Metropole teilt - und schnappen sich ab und an einen Happen Futter.
Spitzenschwitzen
Ein Saunagänger öffnet die Tür zu einer hochgeheizten Tonne auf dem Gipfel des Lagazuoi in Cortina D'Ampezzo. Die Sauna auf etwa 2800 Metern ist die höchste der Dolomiten.
Tunnelblick
Der perfekte Moment für einen Surfer: Der Japaner Wakita Takayuki gleitet auf einer Welle, die über ihm bereits zusammenbricht. Ort des Geschehens ist die vor allem unter Wellenreitern berühmte "Banzai Pipeline", ein Surfhotspot an der Nordküste Hawaiis. Die Aufnahme entstand am 22. Januar.
Gefährliche Schräglage
Anfang Februar erschütterte ein verheerendes Erdbeben Taiwans Ostküste. Vor allem die Stadt Hualien wurde hart getroffen. Mindestens vier große Gebäude stürzten dort teilweise oder komplett ein. Dieses Wohnhaus musste mit Stahlträgern gesichert werden. Mindestens sechs Menschen kamen bei dem Beben ums Leben, Hunderte wurden verletzt.
Eiskunst rauf
Im Februar war das herabfließende Wasser in Lacharette in der Schweiz zur Eiskaskade erstarrt - ein Traum für einen Eiskletterer, der unter klarem Sternenhimmel mit Pickel und Steigeisen hinaufklettert. Von unten beleuchtet und mit den umliegenden Baumwipfeln könnte es kaum eine schönere Kulisse geben.
Zigarettenpause?
Was nach weißem Rauch über dem Kopf von Dylan Hartley oder einer Raucherpause aussieht, dürfte warme Luft während einer Trainingseinheit im winterlichen London (knapp fünf Grad) sein. Dort wurde der Kapitän der englischen Rugbymannschaft im Februar fotografiert.
Rauchzeichen
Indonesische Kinder gehen Mitte Februar im Dorf Tiga Pancur im Norden von Sumatra zu ihrer Grundschule. Im Hintergrund steigen riesige Wolken aus Asche auf. Der Vulkan
Sinabung hat sie ausgespuckt. Er war 400 Jahre inaktiv, bevor er sich im Jahr 2010 wieder zurückmeldete. Seitdem ist er kaum wieder zur Ruhe gekommen.
Farbrausch
In Deutschland kennen viele das "Holi-Festival" vor allem als Hipster-Party samt Techno-DJs, mit teils beachtlichem Eintritt. In Indien dagegen ist das Ganze ein traditionelles Hindu-Frühlingsfest. Dabei fliegt zwar wie in der deutschen Kommerz-Adaption Farbpulver durch die Luft, das jedoch zu landestypischen Klängen. Am 24. Februar feierten Männer aus den Städten Barsana und Nandgaon.
Im Mittelpunkt
Dieser Junge nahm Ende Februar am traditionellen "Kecak" am Strand von Berawa auf Bali teil. Die Tanzaufführung stellte den Abschluss eines Kunstfestivals auf der indonesischen Insel dar. Bei dem Event dreht sich vieles um interkulturelle Beziehungen - ausgedrückt in Musik, Tänzen, Skulpturen und Speisen.
Deckweiß
Die Besatzung des britischen Marineschiffs "Tidespring" hat garantiert schon entspanntere Tage auf See erlebt. Rund 15 Seemeilen (etwa 28 Kilometer) südlich von Plymouth wurden Schiff und Crew Ende Februar ordentlich durchgeschüttelt. Auch an Land hatten die Briten zu der Zeit mit Winterwetter zu kämpfen: Schnee, Eis und Wind verursachten erhebliche Verkehrsbehinderungen, mancherorts stand das öffentliche Leben quasi still.
Taucher auf dem Trockenen
Mehr als 70 Künstler zeigten ihre Skulpturen bei der jährlichen Ausstellung "Sculpture By The Sea" am berühmten Strand Cottesloe in Westaustralien. Dieses Werk nennt sich "Looking for Sharks" und ist von den Künstlern Danger Dave, Christian Rager und Damien Hirst.
Britzel...
Andere Länder, andere Sitten: In China lehnen sich Menschen über funkensprühende Feuerwerke, um böse Gedanken loszuwerden und ein gutes neues Jahr zu sichern - hier in der Provinz Fujian. Die Zeremonie heißt übersetzt "Blumen essen".
Fremdelnde Flüsse
Der Sió-Kanal in Ungarn verbindet den Plattensee mit der Donau; er wurde während der römischen Besiedlung der Region vor mehr als 2000 Jahren gebaut. Auf seinem Weg fällt dem Kanal der Fluss Kapos in die Seite. Beide Gewässer vermischen sich erst allmählich, als ob sie fremdeln würden.
Düstere Aussichten
Dunkle Wolken über Halle: Anfang April zog ein heftiges Gewitter von Bayern über Mitteldeutschland nach Nordosten. Allein in Sachsen-Anhalt gab es mehr als 2400 Blitze innerhalb einer halben Stunde - und mancherorts auch Sturmböen.
Auf Schnabelhöhe
Ein Mann, der am Bondi-Beach in Sydney von seinen Freunden im Sand vergraben wurde, beobachtet die ihn umgebenden Möwen.
Disconebel
Grell erleuchtete Hochhäuser lugten am 20. April in der chinesischen Stadt Qingdao unter einer Nebeldecke hervor. Sogenannter Advektionsnebel bildet sich laut Deutschem Wetterdienst, wenn feuchtwarme Luftmassen über eine kalte Unterlage geführt werden. Er kann demnach tagelang anhalten.
Friedensfalter
Südkoreanische Kinder lassen im Grenzort Paju Schmetterlinge frei. Eine symbolische Aktion der Hoffnung - wenige Tage später kam es zum historischen Gipfel zwischen Südkoreas Präsident Moon und Nordkoreas Machthaber Kim.
Jump!
Mardin in Südostanatolien war im Mai die Hauptstadt des Parkour-Sports - hier fanden die Weltmeisterschaften statt. Ringsherum und nicht im Bild kämpft Gastgeberland Türkei gegen die kurdischen YPG-Milizen. In der Ebene im Hintergrund führt die Armee Recep Tayyip Erdogans nur 20 Kilometer entfernt Krieg in Syrien.
Lakuhne
Die Laguna Aculeo, 40 Kilometer südlich von Santiago de Chile, ist fast vollständig ausgetrocknet. Durch den Wassermangel finden die Tiere hier kaum noch Nahrung. Als Ursachen vermuten Experten übermäßigen Wasserverbrauch und wenig Regen. Das Foto entstand am 14. Mai.
Vogel frei auf Geweih
Bei diesem Weißwedelhirsch aus San Salvador scheint es sich um ein besonders geduldiges Exemplar seiner Art zu handeln: Ohne mit der Wimper zu zucken, erträgt er den - zugegebenermaßen sehr dekorativen - Besuch eines Vogels, der von seinem Kopf aus den Ausblick genießt. Fotografiert in San Jose Villanueva, etwa 25 Kilometer südwestlich der Hauptstadt San Salvador.
Heiße Fahrt
Eine Frau fotografiert nahe Pahoa auf Hawaii glühende Lava des Vulkans Kilauea auf dem Highway 132. Der Kilauea ist einer der aktivsten Vulkane der Welt und war Anfang Mai erneut ausgebrochen. Eine Aschewolke erreichte die Tausende Kilometer entfernt liegenden Marshallinseln.
Sonnen-Schirm
Zwei ältere Menschen genossen auf einer Bank in Nizza Anfang Juni das herrliche Wetter - bei Temperaturen von etwa 23 Grad Celsius und blauem Himmel.
Freischwimmer
Rekordbeteiligung: 1537 Menschen stürzten sich am 22. Juni beim "Dark Mofo Nude Solstice Swim" in Hobart in den Fluss Derwent - bekleidet jeweils nur mit einer roten Badekappe. Ganz schön mutig bei einer Wassertemperatur von sieben Grad Celsius. Anlass war die Wintersonnenwende in Australien.
Lichtgestalten
Mitglieder der Religionsgemeinschaft der Samaritaner beten am 24. Juni auf dem Berg Garizim bei Nablus im Westjordanland. Die Samaritaner sehen sich als Nachfahren der Stämme Ephraim und Manasse. Heute gibt es nur noch etwa 700 Samaritaner. Sie leben in Nablus im Westjordanland und in der israelischen Stadt Holon bei Tel Aviv.
Das Grauen
Über dem Bundesstaat Kansas im Zentrum der USA zog am 27. Juni ein mächtiges Gewitter auf. Die Aufnahme wurde nahe der Stadt Wichita gemacht.
Hitzeschlag
Feuerwehrleute bekämpfen am 28. Juni einen Brand, der auf dem Winter Hill in der Nähe des englischen Bolton wütet. Im Zusammenhang mit dem Feuer hat die Polizei laut BBC einen 22-Jährigen wegen des Verdachts auf Brandstiftung festgenommen. Dutzende Menschen mussten ihre Häuser verlassen.
Opferfang
Einwohner der indonesischen Insel Java bereiten sich auf dem Vulkan Bromo nahe der Stadt Probolinggo auf eine Tradition vor: Mitglieder des Stammes Tengger werfen dort während des Festes Yadnya Kasada Opfergaben in den Krater. Einige Leute versuchen mit kleinen Netzen, diese Gaben aufzufangen. Das Foto wurde am 30. Juni aufgenommen.
Verzweiflung
In Tamanrasset im Süden Algeriens versteckte sich Anfang Juli eine Migrantin aus Niger mit ihrem Neugeborenen. Ihr Ziel: der Abschiebung zu entkommen. Nichtregierungsorganisationen schätzen, dass in den vergangenen Jahren etwa 100.000 Flüchtlinge aus den Sub-Sahara-Staaten nach Algerien gekommen sind.
Die Zukunft des Jazz
Zuhörer lassen sich in Montreux von elektronischen Klängen verzaubern. Das Jazz-Festival ist eines der größten der Welt. Neben klassischem Jazz kommen hier traditionell auch andere Genres auf die Bühne: In diesem Jahr spielten unter anderem Deep Purple und Iggy Pop.
Schöner schielen
Ein Goldfisch schwimmt Anfang Juli in einem Aquarium in Tokio. Das gehörte zur Ausstellung "Art Aquarium" des japanischen Künstlers Hidetomo Kimura. Er zeigte in der japanischen Hauptstadt etliche derartige Installationen und arbeitet dabei mit Farben, Formen und Licht.
Frisch geduscht
Eine Abkühlung für den Taubenschreck: Rufus der Falke verscheucht während des Grand-Slam-Turniers in Wimbledon die ungeliebten Vögel vom Gelände des All England Lawn Tennis and Croquet Club in London. Im Jahr 2012 erregte die Entführung des Raubvogels großes Aufsehen: Er wurde aus dem Auto seines Besitzers gestohlen, tauchte aber wenig später wieder auf.
Goldfische
Jetzt aber schnell ins Wasser: Dieser Mann nahm am 11. Juli in Zürich an einem Schwimmwettbewerb teil. 1500 Meter mussten er und die anderen Schwimmer vom Strandbad Mythenquai bis zum Strandbad Tiefenbrunnen im Zürichsee zurücklegen.
Eisberg auf zwölf Uhr
In Grönland verdeckte im Juli ein gigantischer Eisberg den Bewohnern der Siedlung Innaarsuit die Sicht. Zwischenzeitlich gab es Sorge, ein Stück des Eises könne abbrechen und eine für den Ort verheerende Flutwelle auslösen.
Das große Glühen
Glühwürmchen senden ihre Leuchtsignale zur Partnersuche aus. Dieses Foto wurde im mexikanischen Naturschutzgebiet "Santuario de las luciérnagas" aufgenommen, übersetzt das "Heiligtum der Glühwürmchen". Dort sind von Juni bis Anfang August große Schwärme der Leuchtkäfer zu beobachten.
Luftsprung
Extremsportler Florid Gashi springt von einer Brücke im Kosovo. Er gewann im Juli die 68. Ausgabe des traditionellen Sprungwettbewerbs in der Nähe der Stadt Gjakova. Aus gut 20 Meter Höhe stürzten sich er und seine Konkurrenten ins Wasser.
Auf die Schere, fertig, los
Im Fischerdorf Buccoo auf der Karibikinsel Tobago mussten Krabben am 29. Juli zeigen, was in ihnen steckt. Beim traditionellen Krabbenrennen laufen sie um die Wette. Mit einer kleinen Leine geben Menschen ihnen die Richtung vor - ins Ziel müssen die Tiere jedoch selbst laufen.
Licht im Dunkel
Während eines Sturms Mitte August erleuchtete ein Blitz den Himmel über der Gemeinde Petreto-Bicchisano auf Korsika. Mit einer Langzeitbelichtung gelang es einem Fotografen, diese Szene des Unwetters auf der Mittelmeerinsel einzufangen.
Massenhochzeit
Tausende Paare nahmen am 27. August in Gapyeong an einer Massenhochzeit der südkoreanischen Vereinigungskirche teil. Ungefähr 1000 Paare gaben sich das Jawort, etwa 3000 weitere erneuerten ihr Ehegelübde. Die Brautleute stammen aus 64 verschiedenen Ländern. Hak Ja Han Moon, die Witwe des Sektengründers Sun Myung Moon, leitete die Zeremonie. Kritiker bezeichnen die Vereinigungskirche als gefährlichen Kult und hinterfragen die Indoktrinierung der Anhänger.
Lauscherangriff
Jedes Jahr Anfang September feiern die Andalusier das Cascamorras-Fest, das auf einer 500 Jahre alten Legende beruht: Ein Arbeiter aus Guadix grub in Baza eine Marienstatue aus und nahm sie mit nach Hause. Neider folgten ihm - der Kampf begann. Heute ist viel Öl, Schlamm, Sahne und Farbe im Spiel.
Extrem-FKK
Jedes Jahr trifft sich eine beständig wachsende Zahl von Menschen zum North East Skinny Dip Run im britischen Druridge Bay. Splitterfasernackt rennen sie in die nun schon etwas kühleren Fluten der Nordsee - und sammeln Spenden für Wohltätigkeitsorganisationen. In diesem Jahr war der Badespaß am 23. September.
Land unter
Auch zehn Tage nach dem Hurrikan "Florence" standen im US-Bundesstaat South Carolina noch viele Orte unter Wasser, wie der Golfplatz von Longs im Bezirk Horry. Viele Menschen bewegten sich per Kajak oder Boot fort. Durch "Florence" starben Dutzende Menschen, der durch den Sturm verursachte wirtschaftliche Schaden wird auf viele Hundert Millionen Dollar geschätzt.
Wolken-Wirbel
So sah Taifun "Trami" Ende September von oben aus. Das Bild machte Astronaut Alexander Gerst an Bord der Internationalen Raumstation ISS.
Pulverfass
Vor einem Jahr stimmten die Katalanen - trotz eines Verbots durch das Verfassungsgericht - über ihre Unabhängigkeit ab. Bei den teils brutalen Polizeieinsätzen dagegen wurden Hunderte verletzt. Ende September erinnerten die Katalanen mit Protesten und Farbpulverbomben an die Polizeigewalt, Spaniens neue Linksregierung nannte den von der rechten Vorgängerregierung befohlenen Einsatz einen "Fehler".
Menschenturm
Bereits zum 27. Mal fand in Nordspanien der Menschenturmbau zu Tarragona statt. Das kunstvolle Aufeinanderstapeln von Personen ist ein Volkssport der Katalanen - und zwar schon seit dem 18. Jahrhundert.
Schnapsbrennerei
Eine Frau, die der pakistanischen Anti-Drogen-Einheit ANF angehört, nahm am 16. Oktober in der Nähe der Millionenstadt Peschawar ein Selfie auf. Dort verbrannten Sicherheitskräfte große Mengen alkoholischer Getränke und sonstiger Drogen auf einem Armeestützpunkt.
Vernetzt
Ein chinesischer Fischer in der Provinz Jiangsu warf Mitte Oktober an der Ostküste des Landes sein Netz aus. Mit an Bord des Bootes: seine Frau.
Robb'n'Roll
Mit gut einem Meter Länge und 50 Kilogramm Kampfgewicht macht die weibliche Ringelrobbe Yuki im Kaiyukan-Aquarium in Japan Furore. Obwohl ihre Maße für ein Tier dieser Art alles andere als ungewöhnlich sind, wirkt Yuki wegen ihres kleinen Kopfes besonders mollig - und fasziniert die Besucher. Einem Medienbericht zufolge stieg die Zahl der Aquariumsbesucher, nachdem Ende September einige Gäste Fotos der Robbe getwittert hatten.
Verschnaufpause
Melvin Marquez aus Honduras hat sich Steine aus einem Fluss auf die Brust gelegt und versucht im mexikanischen Pijijiapan zu entspannen. Er ist einer der Tausenden Migranten, die sich aus Zentralamerika auf den Weg gemacht haben, um in die USA zu kommen. Aber US-Präsident Trump will das verhindern.
Bücherturm
Vor mehr als 180 Jahren gründeten politische Flüchtlinge aus Portugal die Royal Portuguese Cabinet of Reading in Rio de Janeiro. Seit 1900 ist sie für die Öffentlichkeit zugänglich - allerdings nur nach Voranmeldung. Etwa 6000 Exemplare kommen jedes Jahr zu der gigantischen Sammlung hinzu. Welches Exemplar der Mitarbeiter Jeferson Deodata da Silva hier gerade genau sucht, ist leider nicht bekannt.
Verbissen
Tut er das wirklich? Ja! Dieser Jockey biss seinem Bullen bei einem Rennen in Indonesien Anfang Dezember in den Schwanz. Ob ihm der martialische Antrieb zum Sieg verholfen hat, ist allerdings nicht übermittelt.
Letzter Meter
Wochenlang zogen Tausende Flüchtlinge aus Zentralamerika durch Mexiko. Ihr Ziel: die USA. Am 2. Dezember kletterte ein Mädchen, das Teil der Karawane war, über einen Zaun in Tijuana, der die USA von Mexiko trennt.