25 Jahre Privatfernsehen - DER SPIEGEL
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25 Jahre Privatfernsehen Als Deutschland "Tutti Frutti" lieben lernte

Da ging die Fernseh-Wundertüte auf: 1984 startete Deutschlands erster Kabel-TV-Kanal - und trat die Revolution in der Glotze los. Statt klassischer Musik gab es schon sehr bald Krawall, Seelen-Striptease und knapp bekleidete Mädels.
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Heiße Früchtchen: Von 1990 bis 1993 zeigte RTL die von Hugo Egon Balder moderierte Spielshow "Tutti Frutti". Die Show punktete beim Publikum durch halbnackte Showgirls mit Obstnamen, strippenden Kandidaten und dem frivolen "Cin-Cin Ballett".

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Der extra Dreh: Erschreckende Outfits und eine grausige Studiodekoration machten den besonderen Reiz der Sendung "Glücksrad" aus. Kandidaten durften darin im wörtlichen Sinne am Rad drehen, Begriffe raten und sich am Ende zwischen Toastern, Kaffeemaschinen und Koffersets ihre Gewinne aussuchen. Hier Moderator Frederick Meisner und Buchstaben-Fee Maren Gilzer.

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Harry Wijnvoord: Mit seiner Sendung "Der Preis ist heiß" feierte der ehemalige Kürschner und Steuerberater von 1989 bis 1997 auf RTL seine größten Erfolge. An die konnte er später als "Slim Fast"-Werbefigur und "Ich bin ein Star holt mich hier raus"-Kandidat nie wieder anknüpfen.

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Hella von Sinnen: Die Ulknudel schlechthin und das Privatfernsehen sind seit langen Jahren in inniger Liebe verbunden. Bereits 1988 startete sie mit "Alles nichts oder?!" auf RTL durch, Heute gehört Hella von Sinnen mit ihren schrillen Outfits längst zum deutschen TV-Inventar.

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Margarethe Schreinemakers: Die Fernseh-Königin der neunziger Jahre war eindeutig Margarethe Schreinemakers. In ihrer "Schreinemakers Live"-Show heulte sich zum Beispiel Verona damals Feldbusch über Ex-Mann Dieter Bohlen aus, aber auch echte Stars wie Alain Delon und Keanu Reeves kamen zu Besuch.

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Hans Meiser: Ein Mann der ersten Stunde beim Privatsender RTL war der unermüdliche Hans Meiser. Er startete seine Karriere als RTL-Nachrichten-Moderator und spielte als dieser gleich eine fragwürdige Rolle im Gladbecker Geiseldrama: Er führte mit einem der Geiselnehmer ein Telefoninterview. Meisers größter Erfolg war seine eigene Nachmittagstalkshow, die in Spitzenzeiten eine Einschaltquote von bis zu 40 Prozent erreichte. Ein großer Erfolg war auch seine Sendung "Notruf": Darin wurden spektakuläre Rettungsaktionen nachgestellt, bei denen ganz normale Menschen zu Helden geworden waren - so sollte der Normalbürger zu Erster Hilfe animiert werden.

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Erika Berger: Sexberaterin Erika Berger in ihrer Sendung "Eine Chance für die Liebe". Sie gab von ihrem Sofa aus den anrufenden Bundesbürgern bei ihren Liebes- und Sexproblemen Hilfestellung - vor einem Millionenpublikum.

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Big Brother: Als im Sommer 2000 die erste Staffel der Containershow "Big Brother" anlief, ging ein Aufschrei durch die Republik. Politiker sprachen vom "Menschenzoo", Fernsehkritiker sahen das "Ende des Abendlandes" heraufziehen. Soweit kam es nicht, die Aufregung um die erste Staffel legte sich schnell. Am Ende brachte die Sendung zwar keine echten Stars, aber immerhin den singenden Kfz-Mechaniker Zlatko und über die Jahre eine beachtliche Riege an 9-Live-Moderatoren hervor. Inzwischen läuft in Deutschland die neunte "Big Brother"-Staffel - erntet aber selbst bei ehemaligen Hardcore-Fans nur noch ein müdes Gähnen.

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Rudi Carrell: Ein absolutes Urgestein deutscher Unterhaltung war der im Juli 2006 verstorbene Entertainer Rudi Carell (2.v.l.) Seine Karriere startete er - natürlich - im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, ab Mitte der neunziger Jahre jedoch war er auch bei den Privaten zu sehen. Seine letzte Show war der Comedy-Wochenrückblick "7 Tage 7 Köpfe" auf RTL unter anderem mit Gaby Köster und Jochen Busse.

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Das Dschungelcamp: Nach dem Vorbild der britischen Show "I'm a Celebrity, Get Me Out of Here!" läuft seit 2004 auf RTL die "Big Brother"-Erweiterung "Ich bin ein Star holt mich hier raus!" Darin müssen Promis der Kategorien B bis C im australischen Dschungel allerlei Ekel-Prüfungen bestehen, um sich Verpflegung und die Sympathie des Publikums zu erkämpfen. Am Ende wird unter den Sternchen mit dem größten Durchhaltevermögen ein Dschungelkönig oder eine Dschungelkönigin gewählt. Als erster erhielt diese fragwürdige Ehrung der Schlagersänger Costa Cordalis.

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Daniel Küblböck: Seit 2002 läuft die deutsche Adaption der britischen Casting-Show "Pop Idol" unter dem etwas hölzernen Namen "Deutschland sucht den Superstar" im deutschen Privatfernsehen. Das Konzept: Teenager exponieren sich vor den strengen Blicken der von Dieter Bohlen angeführten "DSDS"-Juroren und einem Millionenpublikum und dürfen im Austausch für kürzere oder längere Zeit vom Ruhm als Pop-Idol träumen. Denn echte Superstars wurden weder Daniel Küblböck - skurriles Maskottchen der ersten "DSDS"-Staffel - noch die echten Gewinner der inzwischen fünf Staffeln - sie erreichten allerhöchstens Sternchen-Status.

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Talk-Queen Arabella Kiesbauer: Sie war die ungekrönte Königin des Nachmittagstalks - kein Problem war ihr zu abwegig und kein Talkgast zu absurd, um ihn nicht zur Mittagszeit im deutschen Fernsehen zu präsentieren.

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RTL Samstag Nacht: Nach dem Vorbild der US-Show "Saturday Night Live" gingen (v. l. n. r): Mirco Nontschew, Wigald Boning, Tanja Schumann, Tommy Krappweis, Stefan Jürgens, Olli Dittrich und Esther Schweins in der Fernsehshow "RTL Samstag Nacht" bisweilen bis an die Grenzen des guten Geschmacks. Die Sendung, die von 1993 bis 1998 Samstagabends die Zuschauer erfreute, brachte nicht nur einige noch heute bekannte Comedy-Stars wie Olli Dietrich und Wigald Boning hervor, sondern gewann 1995 auch den prestigeträchtigen Grimme-Preis.

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Harald Schmidt: Eine bewegte Fernsehkarriere vom WDR über Sat.1 und wieder zurück zur ARD kann der beliebte TV-Mann Harald Schmidt (r., mit dem Schauspieler Gerard Depardieu im Juli 1996 zu Gast in seiner Sendung) vorweisen. Schmidt ist bis heute einer der beliebtesten und renommiertesten Entertainer im deutschen Fernsehen - einen Status, den er vor allem seiner "Harald Schmidt Show" zu verdanken hat. Die lief von 1993 bis 2003 auf Sat.1 und brachte ihm den Spitznamen "Dirty Harry" ein.

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Schulze-Erdel und der Millionär: Fernsehmoderator Werner Schulze-Erdel führte im Laufe seiner Karriere die Zuschauer durch Sendungen wie "Ruck Zuck" (Tele 5), "Showmaster" und "Ich heirate einen Millionär" (RTL). Bei letzterer buhlten 45 heiratswillige Kandidatinnen in einer aufwändig gestalteten Show um das Herz eines wohlhabenden Geschäftsmanns. Die Show floppte, verursachte aber immerhin einen kleinen Skandal: Nach dem Ende der Sendung stellte sich heraus, dass die Gewinnerin bereits seit längerem mit dem Millionär liiert war.

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Jörg Wontorra: In der von 1992 bis 1998 ausgestrahlten Show "Bitte Melde Dich!" baten Jörg Wontorra und verzweifelte Familien ihre ausgerissenen Verwandten, wieder nach Hause zu kommen. In kleinen Filmchen wurde zudem der Tag des Verschwindens nachgestellt. Kritiker warfen der Sendung stets vor, sie würde mit dem Leid der Angehörigen Quote machen.

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Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Die Schauspielerinnen Yvonne Catterfeld, Susan Sideropoulos, Jeanette Biedermann und Maike von Bremen (v.l.n.r.) aus der RTL-Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" im August 2003 während der Dreharbeiten in den Fernseh-Studios in Potsdam-Babelsberg. Die bereits seit 1992 laufende deutsche Soap Opera war nicht nur für diese vier, sondern auch für viele andere Schauspielerinnen und Schauspieler wie Alexandra Neldel, Nina Bott und Oliver Petszokat das Sprungbrett zur Fernseh-Karriere.

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Wer wird Millionär: Eine der mittlerweile erfolgreichsten deutschen Fernsehshows ist das von Schwiegermuttertraum Günther Jauch moderierte "Wer wird Millionär". In der bereits seit 1999 laufenden Sendung können kluge Köpfe bis zu einer Million Euro gewinnen, wenn sie 15 Fragen richtig beantworten. Geschafft haben das bisher allerdings lediglich acht Kandidaten.

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Baywatch-Babe: Einen besonders großen Coup landete Sat.1 mit der Übernahme der Serie "Baywatch" von der ARD in den neunziger Jahren. Sämtliche Schuljungs ließen plötzlich jeden Donnerstag Bandprobe, Mädchenverabredungen oder Sportklub sausen und setzten sich stattdessen punkt 17.55 Uhr vor den Flimmerkasten, um Pamela Anderson im roten Badeanzug in Zeitlupe über den Strand von Malibu hechten zu sehen.

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Tutti Frutti: 1999 versuchte der Trash-TV-Klassiker "Tutti Frutti" ein Comeback, allerdings abseits des Mainstream auf dem Erotik-Kanal "Blue Channel". An die alten Erfolge konnte es nicht wieder anknüpfen.

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