Einzelkritik Bayer Leverkusen Hilbert, der Pechvogel
Bernd Leno (Tor): Zunächst ähnlich beschäftigungslos wie auf der anderen Seite Manuel Neuer, machtlos dann beim 0:1 durch Thomas Müller, der aus kurzer Distanz traf. Hatte später beim Herauslaufen Glück, als er klären wollte und den Ball an Lewandowskis Bein schoss, von wo aus er fast ins Tor sprang. Ohne Chance bei beiden Elfmetern. Ein sehr bitterer Nachmittag für Leno, der sich fast nie auszeichnen konnte.
Kyriakos Papadopoulos (Abwehr): Der Grieche klärte kurz nach dem Anpfiff sauber gegen den heranstürmenden Douglas Costa und half dabei seinem zu langsamen Nebenmann Tah. Allerdings war er selbst oft zu langsam, wie in 30. Minute, als Arjen Robben ihn überlief und zu Costa flankte, der dann mit seinem Schuss den Pfosten traf. Ziemlich platt zur Pause, danach wirkte Papadopoulos noch platter.
Joathan Tah (Abwehr): Der Deutsch-Ivorer ist 19 Jahre alt, sein Trainer Roger Schmidt ließ den Innenverteidiger dennoch auch gegen die Bayern von Beginn an spielen. Man merkte Tah dann seine Robustheit, aber in diversen Situationen auch seine fehlende Erfahrung an. Beim Führungstor der Bayern kam er im Strafraum beispielsweise dem Schützen Müller nicht hinterher. Hat gegen die Bayern viel Lernmaterial mit nach Hause bekommen.
Wendell (Abwehr, bis 78. Minute): Der Brasilianer grätschte nach fünf Minuten Arjen Robben böse um und sah zu Recht die Gelbe Karte. Hatte auch danach seine liebe Mühe mit dem Holländer auf der linken Abwehrseite Bayers, oft konnte er dessen Tempo nicht folgen. In der zweiten Halbzeit rotgefährdet, wohl auch deshalb ließ er dem emsigen Robben später noch mehr Platz für seine gefährlichen Flügelläufe.
Sebastian Boenisch (Abwehr, ab 78. Minute, Archivbild): An ihm lag es nicht, dass Bayer am Ende recht chancenlos in München unterging, auch wenn er kurz vor Schluss Lewandowski aus den Augen ließ und fast das 0:4 verschuldete.
Roberto Hilbert (Abwehr): War sehr früh reichlich unsicher, verlor einen Ball in der Vorwärtsbewegung und köpfte nach einer schwachen Bayern-Flanke unnötig ins Toraus. Vor dem 0:1 wurde er von Douglas Costa im Laufduell düpiert. Wie Papadopoulos völlig ausgepumpt nach 45 Minuten. In der zweiten Halbzeit wurde es noch schlimmer: Hilbert verschuldete beide Elfmeter für die Bayern. Schlimmer Abend für den 30-Jährigen.
Christoph Kramer (Mittelfeld): Wie Lars Bender mit viel läuferischem Einsatz, aber schwächer im Zweikampf. Konnte auch nicht verhindern, dass die Bayern immer wieder vom Zentrum aus mit steilen Pässen Robben und Costa bedienten. Man hat Kramer schon wesentlich besser gesehen, auch in dieser Saison.
Lars Bender (Mittelfeld): Einer der besseren Leverkusener an diesem Abend. Der deutsche Nationalspieler überzeugte mit viel läuferischem Einsatz, guten Zweikampfwerten und einer starken Passquote. Er beruhigte das Spiel. In der zweiten Halbzeit versandeten Benders Bemühungen gegen die stärker werdenden Bayern.
Karim Bellarabi (Mittelfeld): Lief emsig die rechte Seite auf und ab, stellte Bayerns Abwehrmann Juan Bernat vor einige schwierige Aufgaben und half auch hinten aus. Einer der auffälligsten Bayer-Akteure, allerdings verfing auch er sich zu oft in der Bayern-Defensive. Engagierte, aber wenig wirkungsvolle Partie des Deutsch-Marokkaners.
Admir Mehmedi (Mittelfeld, bis 46. Minute): In der Champions-League-Qualifikation gegen Lazio Rom hatte er so stark gespielt, doch davon war gegen die Bayern nicht mehr viel übrig. Wirkte müde nach dem anstrengenden Duell gegen die Italiener. Unauffälligster Bayer-Spieler in der Offensive. Roger Schmidt wechselte ihn folgerichtig schon zur Pause aus.
Julian Brandt (Mittelfeld, ab 46. Minute): Zeigte sich zunächst sehr aufgeweckt im Spiel nach vorne, aber schon bald nach seiner Einwechslung stellte Bayer fast alle Offensivbemühungen ein.
Hakan Calhanoglu (Mittelfeld, bis 61. Minute): Nicht sehr auffällig in der ersten Halbzeit, seine Standards verpufften weitgehend, auch seine Pässe waren ungenau, sein Pressing harmlos. Bis er in der 37. Minute alle Aufmerksamkeit auf sich zog, als sein gewaltiger Freistoß aus rund 30 Metern an die Latte knallte. Es war die weitaus gefährlichste Bayer-Aktion bis zu diesem Moment. Viel mehr brachte Calhanoglu dann auch nicht mehr zustande er musste nach einer guten Stunde Robbie Kruse Platz machen.
Robbie Kruse (Mittelfeld, ab 61. Minute, Archivbild): Sollte Leverkusens Offensivbemühungen mit ankurbeln, was Calhanoglu immer weniger gelungen war. Das Problem war nur, dass das Bayer-Spiel in den letzten 30 Minuten fast ausschließlich in die Defensive zurückgedrängt wurde stand somit auf verlorenem Posten.
Stefan Kießling (Sturm): Rieb sich wie so oft für seine Mannschaft in der Offensive auf, ging weite Wege, presste unermüdlich gegen den Ball: Doch wirkliche Gefahr strahlte Kießling für die Bayern nicht aus. Erst kurz nach der Pause hatte Kießling eine erste gefährliche Situation, als er erst mit einem Schuss an Neuer scheiterte und sein anschließender Kopfball dann zu harmlos war.