30 Jahre Afghanistan-Invasion - DER SPIEGEL
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Sowjettruppen in Afghanistan "Es ging um den russischen Einfluss nach Süden hin"

US-Präsident Obama will Afghanistan mit Zehntausenden zusätzlichen Soldaten befrieden und dann schnell abziehen. Das hat 1979 die Sowjetunion schon einmal versucht - und ist darüber am Ende selbst zerbrochen. Die Geschichte eines katastrophalen Irrtums. Von Hasnain Kazim, Islamabad
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Abgeschossener Hubschrauber: Bevor die Mudschahidin von der CIA in einer geheimen Operation mit modernen Stinger-Luftabwehrraketen ausgestattet wurden, versuchten sie, die sowjetischen Kampfhubschrauber mit einer simplen Taktik vom Himmel zu holen - sie zielten mit ihren Flinten und Kalaschnikows auf die Piloten. Die sowjetische Afghanistan-Invasion 1979 war ein katastrophaler Irrtum. mehr...

Foto: Anonymous/ AP
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Warten auf den Feind: Ein Mudschahidin mit Luftabwehrgeschütz in Lauerstellung. Einen Großteil ihrer Waffen bekamen die Kämpfer aus den USA, die den Widerstand gegen die Sowjetunion unterstützten.

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Wüstenstopp: Eine Gruppe afghanischer Soldaten mit einem sowjetischen Panzer 1979 in der Wüste. Kämpften die bärtigen Turbanträger zunächst mit veralteten Waffen, änderte sich dies durch die Unterstützung seitens der USA. Zehn Jahre später zog sich die Rote Armee gedemütigt und geschlagen zurück.

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Im Verborgenen: Ein Soldat der afghanischen Armee 1979 in einem Mohnblumenfeld in Pakistan. Aus den zeitweise vier Millionen afghanischen Flüchtlingen in Pakistan rekrutierten die Mudschahidin neue Kämpfer. Bereits in den Schulen wurden die Kinder darauf vorbereitet, als Soldaten in den Krieg zu ziehen. So lernten sie im Mathematik-Unterricht beispielsweise, wie viele Sowjets in Afghanistan waren und wie viele schon getötet wurden.

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Moderne Kampfausrüstung: Ex-Regierungssoldaten zielen im September 1979 mit einer 76-mm-Kanone auf ein afghanisches Regierungsgebäude in der Provinzhauptstadt Chigha Sarai. Die Abtrünnigen haben die Seite gewechselt und kämpfen für die antisowjetischen Mudschahidin. Aufgrund der finanziellen und materiellen Unterstützung der USA verfügten die Rebellen über moderne Hightech-Waffen.

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Rückzug 1988: Sichtlich erleichtert gibt ein sowjetischer Soldat am 15. Mai 1988 beim Abmarsch aus Kabul das "Thumbs up"-Zeichen aus seinem Panzer. Für die sowjetischen Truppen war Afghanistan die Hölle. Trotz militärischer Überlegenheit gelang es nicht, den Widerstand der Mudschahidin zu brechen. Vielfach entlud sich der Frust der Soldaten an der Zivilbevölkerung, was deren Widerstand nur befeuerte - ein Teufelskreis, der erst mit dem Abzug unterbrochen wurde.

Foto: Liu Heung Shing/ AP
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Afghanische Kämpfer: Eine Gruppe von Mudschahidin posiert am 30. Dezember 1979 während einer Feuerpause mit ihren Waffen in Barikot in der afghanischen Provinz Kunar. Die Rebellen kämpften gegen die sowjetischen Aggressoren und wurden dabei indirekt von Amerika unterstützt - die USA versorgten Pakistan mit Geld und Waffen für den Widerstand gegen die Sowjets.

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Feuerpause, Gebetspause: Mudschahidin-Kämpfer knien zum Gebet nieder. Im Kampf gegen die Besatzer konnten sie sich auf breiten Rückhalt in der Bevölkerung verlassen, die die Sowjets schon nach wenigen Wochen mit ihrem extrem rücksichtslosen Vorgehen gegen sich aufgebracht hatten. Wenn nur ein einziger Schuss aus einem Dorf auf die Besatzer abgegeben wurde, zerstörte die Rote Armee im Gegenzug den ganzen Ort.

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Siegerpose: Afghanische Mudschahidin posieren im Januar 1980 auf einem erbeuteten sowjetischen Hubschrauber.

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Sowjetische Soldaten: Das Foto von 1979 zeigt drei junge Rotarmisten in Afghanistan.

Foto: Getty Images
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Die stärkste Waffe der Sowjets: Die russischen Kampfhubschrauber vom Typ Mil Mi-24 waren - zumindest anfangs - die gefährlichste Waffe der Sowjets im Kampf gegen die Mudschahidin. Mit den gepanzerten Helikoptern legten sie ganze Dörfer in Schutt und Asche. Erst als die CIA die Mudschahidin in einer Geheimmission mit Wärme suchenden Stinger-Raketen ausstattete, verloren die von der Nato "Hind" ("Hirschkuh") getauften Hubschrauber ihren Schrecken - sie wurden zu Dutzenden vom Himmel geholt.

Foto: Laurent Rebours/ AP
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Abzug: Sowjetische Soldaten am 15. Februar 1989 auf dem Weg von Afghanistan nach Usbekistan. Am 26. Dezember 1979 waren Rotarmisten mit ihren Panzern diese 400 Kilometer lange Strecke von der Grenze bei Termez bis Kabul gefahren. Zehn Jahre dauerte es, bis die sowjetischen Truppen wieder abzogen.

Foto: Vitaly Zaporozhchenko/ AP
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Abschied: Sowjetische Truppen werden im Mai 1988 in Kabul bei ihrem Abzug aus Afghanistan von Unterstützern der von ihnen installierten Regierung verabschiedet. Die prokommunistischen Machthaber um Präsident Mohammed Nadschibullah wurden in der ersten Zeit nach dem Abzug weiterhin von Moskau unterstützt. Lange im Amt halten konnten sie sich jedoch nicht.

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Verlassener Panzer: Ein Blindgänger und ein verlassener Panzer sind im April 1989 stille Zeugnisse des Bürgerkriegs. Nach dem Abzug der Sowjets bekriegen sich prosowjetische Regierungstruppen und die antikommunistischen Mudschahidin-Kämpfer, die bereits im Februar 1989 im pakistanischen Peschawar eine Gegenregierung gebildet hatten.

Foto: AP
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Das letzte Salutieren: Mit einer feierlichen Zeremonie wurden am 13. Februar 1989 auf dem Flughafen von Kabul die letzten sowjetischen Soldaten verabschiedet. Aus der ursprünglich geplanten Intervention von drei bis sechs Monaten war ein zehnjähriger blutiger Krieg geworden.

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Luftlandetruppen in Afghanistan: Sowjetsoldaten auf einem russischen Schützenpanzer der Luflandetruppen. Die Invasion Afghanistans begann zu Weihnachten 1979, Elitesoldaten der "Witebsker" Luftlandedivision machten den Anfang.

30 Jahre später wird Russland von Vertretern der westlichen Koalitionsländer um ein erneutes Engagement in Afghanistan gebeten.

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Museum in Vologda: Eine kritische Dokumentation der sowjetischen Invasion in Afghanistan findet in einem kleinen Museum in der russischen Stadt Vologda statt. Hier werden die Schicksale der sowjetischen Soldaten bis zu ihrem "Heldentod" dargestellt.

Foto: Andreas Bläse
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Waffenlieferung der USA: Ein Mudschahid führt eine sowjetische Strela-2 vor, eine Luftabwehrrakete, die von der Schulter aus abgefeuert werden kann. Der CIA lieferte das amerikanische Pendant, die Stinger-Rakete, an die Mudschahidin und brach somit die Luftüberlegenheit der Roten Armee im sowjetisch-afghanischen Krieg. Das Foto wurde am 26. August 1988 aufgenommen.

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