30 Jahre "Da Da Da" - DER SPIEGEL
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30 Jahre "Da Da Da" "Gefeiert, gesoffen, den Luxus genossen"

Gagaga: Im Februar 1982 wurde die Provinzband Trio mit dem Nonsens-Song "Da Da Da" weltberühmt. Im Interview mit einestages erinnert sich Schlagzeuger Peter Behrens an die Entstehung ihres Hits - und spricht über Sexpuppen als Sängerinnen, blutige Bühnenrituale und den freien Fall aus dem Pop-Olymp.
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Mitbegründer der Neuen Deutschen Welle: Als Trio 1982 mit "Da Da Da" der Durchbruch gelang, hatten die drei Musiker bereits mit etlichen anderen Projekten ihr Glück versucht: Gitarrist Gert "Kralle" Krawinkel - rechts im Bild - hatte mit der 1969 gegründeten Folkrockband Cravinkel einen Plattenvertrag bei Philips ergattert, war jedoch völlig unbekannt geblieben. Schlagzeuger Peter Behrens - in der Mitte - hatte mit der Tanzkapelle "Sweet Smoke" auf Hochzeiten Top-40-Hits gespielt. Und Sänger Stephan Remmler hatte unter anderem unter dem Pseudonym "Rex Carter" Schlagerschmachtfetzen wie "Ich liebe die Sonne" (1971) veröffentlicht.

Foto: Horst Ossinger/ dpa
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Süßes Rockstar-Leben: Frauen, Partys, Alkohol - nach ihrem plötzlichen Durchbruch 1982, der Trio auf die Titelseiten etlicher Musikmagazine - wie hier die des "Musikexpress" vom 10. OKtober 1985 - brachte, genossen die Bandmitglieder ihren Erfolg. Peter Behrens sieht diese Zeit heute kritisch: Er und Gitarrist Kralle Krawinkel hätten sich damals zu sehr in ihrem Erfolg gesonnt - und ihren musikalischen Ehrgeiz dabei verloren.

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Griffige Rockmusik: Anfang 1981 erschien die erste LP von Trio - aufgenommen in einem Stall mit einem 16-Spur-Rekorder, unter der Leitung von Klaus Voormann, der Trio als Talentscout für die Plattenfirma Phonogram entdeckt hatte. Das Lied "Da Da Da" war auf der ersten Auflage der Platte noch nicht enthalten - dafür hatte die Platte einen praktischen Tragegriff und die Anschrift und Telefonnummer des Hauses in Großenkneten, in dem die Bandmitglieder damals gemeinsam lebten.

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Zweimal drei macht Null: Nachdem Trio 1984 immer mehr aus den Schlagzeilen verschwunden war, versuchte die Band 1985, mit einem Film auf sich aufmerksam zu machen: In der Verwechslungskomödie "Drei gegen Drei" spielten Behrens, Krawinkel und Remmler drei unbescholtene Bürger, die von drei zwielichtigen südamerikanischen Generälen als Doppelgänger missbraucht werden, um unterzutauchen. Trotz seines bekannten Produzenten Bernd Eichinger wurde der Filmklamauk ein kommerzieller Flop.

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Solo statt Trio: Schon vor dem offiziellen Aus für Trio verordneten sich die Bandmitglieder 1984 eine Trennung auf Zeit, lösten ihre Band-WG auf und versuchten sich an eigenen Projekten. Während Kralle Krawinkel als Gitarrist bei Marius Müller-Westernhagen spielte und Sänger Stephan Remmler eine Solo-Single aufnahm, erprobte Schlagzeuger Peter Behrens - in der Mitte - sich als Schauspieler in Filmen wie "André schafft sie alle".

Foto: ddp images
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Berühmt über Nacht: Mit dem gewaltigen Erfolg ihrer Single "Da Da Da" hatte keiner der drei Musiker gerechnet. Zunächst hatten sie das Lied auf ihrer ersten LP "Trio" gar nicht mitveröffentlicht und spielten es nur live. Es kam jedoch so gut an, dass sie es bei der zweiten Auflage der Platte hinzufügten. Innerhalb von wenigen Wochen wurden aus den Provinzmusikern Weltstars, die die Cover etlicher Zeitschriften zierten - wie hier das der "Bravo" vom 24. Juni 1982.

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Auf der Müllhalde der Musikgeschichte? Trio wird gemeinsam mit der Band Ideal zu den Wegbereitern der Neuen Deutschen Welle gezählt. Die Musiker selbst lehnten diese Einordnung jedoch ab - ihre Absicht war es, möglichst minimalistischen Rock'n'Roll zu machen. Doch mit zunehmendem Erfolg bewegte sich ihr Klang immer weiter zur Popmusik hin.

Foto: C Major Entertainment
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Ende einer Karriere: Nach der Auflösung von Trio verlor Schlagzeuger Peter Behrens finanziell den Boden unter den Füßen. Er geriet in Drogenprobleme, verdingte sich als Clown, Streetworker und Mitglied einer Trio-Coverband und lebt heute in einer kleinen Wohnung in Wilhelmshaven über einer Kneipe zeitweise von Hartz IV. Dennoch, so Behrens, sei er nicht verbittert über seine Erfahrung mit der Band Trio.

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Hat gut lachen: Als einziger der drei Trio-Musiker schaffte es Stephan Remmler nach dem Ende der Band, an frühere Musikerfolge mit einer Solokarriere anzuknüpfen. Heute lebt Remmler mit seiner Frau und drei Söhnen auf Lanzarote. 2006 startete er mit seinem Album "1, 2, 3, 4..." ein musikalisches Comeback.

Foto: dapd
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Junge Wilde: Zu Beginn ihrer Karriere zeigte sich Trio oft noch von einer raueren Seite. So verfremdete Sänger Stephan Remmler (rechts) seine Stimme, indem er durch ein Megafon rief oder sich ein Kehlkopfmikrofon umlegte, und die Texte waren zum Teil drastisch: Im Song "Los Paul" sang Remmler etwa 1981: "Du musst ihm voll in voll in die Eier hauen/ Das ist die Art von Gewalt, die wir sehen wollen". Später entfernte sich die Band immer stärker von diesen Wurzeln.

Foto: C Major Entertainment
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?