IBM-PC Charlie Chaplin, Computerverkäufer
Verbeugung vor dem PC: Im August 1981 brachte IBM seinen 5150 auf den Markt. Mit ihm betrat auch eine der legendärsten Werbefiguren der TV-Geschichte die Bühne: Der "Tramp". Ein Charlie-Chaplin-Double machte in einer kapitalismuskritischen Rolle Werbung für einen Computer! Wahnsinn? Nein. Es funktionierte so gut, dass IBMs PC zum Verkaufsschlager wurde.
Otto Normalverbraucher: Der "Tramp" schien der von IBM beauftragten Werbeagentur die ideale Person, um dem PC auch beim skeptischen Normalbürger zum Durchbruch zu verhelfen. Die Argumente der Werber: Der "Tramp" sei wie alle potentiellen Käufer des Computers - einfach, freundlich, mit Problemen, aber ohne Lösungen. Ein "Jedermann" eben.
Ein Stück vom Kuchen: Zunächst trat der "Tramp" in TV-Spots auf. Und diese enthielten immer wieder Anspielungen auf Chaplin-Filme. So etwa arbeitet die von einem Chaplin-Double gespielte Figur in einem Clip als Bäcker, der irgendwann mit den Bestellungen nicht mehr nachkommt. Und wer löst das Problem? Der Computer natürlich. Der Clip zitiert Chaplins Film "Dough and Dynamite" von 1914.
Effizienz durch Technik: Die Werbekampagne richtete sich auch an die Besitzer kleiner Unternehmen, denen IBMs Großrechner zu teuer waren. Die Anzeigen erwecken den Eindruck, dass der Einsatz eines IBM-Computers das Chaos ordnen könne.
Der ganz große Hammer: Bevor der 5150 auf den Markt kam, mussten die Käufer von Computern noch sehr tief in die Tasche greifen, zumindest bei IBM. Das bis dahin günstigste Modell des Unternehmens kostete Ende der Siebziger noch um die 15.000 US-Dollar. Den IBM-PC gab es 1981 schon für ein Zehntel. Entwickelt worden war der Jedermann-Computer vor allem, weil die Konkurrenz von Apple und Commodore zu enteilen drohte.
Kreativ und Individuell: Ein wichtiges Element in jeder Anzeige und in jedem Werbeclip von IBM war die Rose. Laut Werbeagentur steht sie für Individualität und Kreativität, genau wie der beworbene Rechner. Tatsächlich spielen Blumen auch in vielen Chaplin-Filmen eine Rolle. Er selbst erzählte zudem einmal, wie er als Schuljunge Blumen verkaufte, um Geld für seine in Armut lebende Familie zu verdienen.
Der Urgroßvater des Laptops: Im Februar 1984 stellte IBM dann eines der Nachfolgemodelle des 5150 vor, den 5155, den Portable PC. Er war nicht nur leichter gebaut, sondern hatte auch noch einen Griff, so dass er - für damalige Verhältnisse - bequem mitgenommen werden konnte.
Einer nur für mich: Vor allem um dem damals schon erhältlichen "Apple II" nicht den Markt zu überlassen, musste die Entwicklung des 5150 sehr schnell vorangetrieben werden. Trotzdem wurde der Rechner ein voller Erfolg. Auch, weil er nachträglich durch Steckkarten erweitert und somit individuell auf seinen Besitzer zugeschnitten werden konnte.
Einer für Alle: Auch in Deutschland breiteten sich in den achtziger Jahren die PCs von IBM schnell aus. Hier sitzt etwa ein Junge in der Jugend-Computerschule der Sparkasse Bonn am Tag der offenen Tür im April 1988 an einem IBM Personal Computer XT (Typ 5160).
Signatur im Bundesarchiv: B 145 Bild-F077948-0006
Arbeit am PC: Während frühe Computer noch so groß waren, dass sie ein eigenes Zimmer brauchten, konnte man seinen IBM Personal Computer zu Hause oder im Büro einfach auf den Schreibtisch stellen und bequem daran arbeiten.
Die Urgesteine: Zum 20. Geburtstag des 5150 (ganz rechts im Bild) im August 2001 kamen der damalige Microsoft-Aufsichtsratsvorsitzende Bill Gates und Intel-Chef Andy Grove persönlich im Tech Museum of Innovation im kalifornischen San José zum Gratulieren vorbei.