30 Jahre "Krefelder Appell" - DER SPIEGEL
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"Krefelder Appell" Unterschreiben gegen den Nato-Doppelbeschluss

Erst waren es ein paar hunderttausend, am Ende fünf Millionen: Eine Gruppe Friedenskämpfer mobilisierte 1980 die Bundesbürger gegen die Nachrüstung. Doch obwohl die Aktivisten um Petra Kelly in der BRD ihr Ziel verfehlten, beförderten sie indirekt den Kollaps eines anderen Imperiums.
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Protestplakat: Der Aufruf "Krefelder Appell" richtete sich gegen den Nato-Doppelbeschluss und die damit verbundene Stationierung von Cruise Missile- und Pershing-Atomraketen in der Bundesrepublik. Sein realpolitisches Ziel verfehlte er, doch seine Folgen waren selbst hinter dem Eisernen Vorhang zu spüren. So kam es in der DDR zum "Berliner Appell" - und damit zu einer Art plebiszitärer Bürgerrechtspolitik in einem eigentlich hermetisch abgeriegelten System.

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Unterschriftenaktion: Während des Festivals "Künstler für den Frieden" am 11. September 1982 im und vor dem Bochumer Ruhrstadion werden die Besucher aufgefordert, dem "Krefelder Appell" gegen Atomwaffen beizutreten

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Wider die atomare Aufrüstung: Unterschriftensammlung während des 19. Evangelischen Kirchentages in Hamburg für den "Krefelder Appell", der sich gegen die Atombewaffnung in Westeuropa richtet. Aufnahme vom Juni 1981.

Foto: dpa Picture-Alliance / Werner Baum/ dpa
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Kundgebung der Friedensbewegung für Frieden und Abrüstung im Bonner Hofgarten mit mehrere Hunderttausend Teilnehmern am 10. Oktober 1981

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Der Sänger Harry Belafonte stimmt auf der Bonner Friedensdemo am 10. Oktober 1981 mit Coretta King, der Witwe des Bürgerrechtskämpfers Martin Luther King, und Perry Friedman die Bürgerrechtshymne "We shall overcome" an

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Auf dem von den Initiatoren des "Krefelder Appells" ausgerichteten Festival "Künstler für den Frieden" am 11. September 1982 nahmen auch Joseph Beuys, links, und Udo Lindenberg, Mitte, teil. Der weder der Künstler aus Düsseldorf noch der Panikrocker aus Hamburg waren die Hauptattraktionen des Festivals. Im Mittelpunkt standen die Band "Bots" aus den Niederlanden und der US-Friedensaktivist Harry Belafonte.

Foto: dpa
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Steigende Anhängerschaft: Sechs Monate nach dem am 16. November 1980 gestarteten "Krefelder Appell" hatten bereits rund 800.000 Menschen den Aufruf unterschrieben, bis 1983 sogar mehr als vier Millionen. Die Angaben stammen von den Initiatoren.

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Christoph Strässer: Der heute 61-jährige SPD-Bundestagsabgeordnete war einer der acht Erstunterzeichner des "Krefelder Appells" - und ist der letzte Überlebende von ihnen. Foto aufgenommen im Oktober 2010 in Berlin.

Foto: dapd
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Petra Kelly: Namhafte Künstler der BRD, der USA, westeuropäischer Länder, Afrikas und Lateinamerikas unterstützten am 11. September 1982 auf dem Festival "Künstler für den Frieden" in Bochum den "Krefelder Appell". Die verschiedenen Veranstaltungen wurden mit kurzen Ansprachen von Vertretern der Krefelder Initiative, wie hier Petra Kelly, eingeleitet.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1982-0912-015

Foto: Das Bundesarchiv/Rainer Mittelstädt
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Keine Atomraketen: Die Vertreter der westdeutschen Friedensbewegung forderten mit dem "Krefelder Appell" die damalige Bundesregierung auf, die Zustimmung zur Stationierung neuer atomarer Mittelstreckenraketen in Europa zurückzuziehen und innerhalb der Nato auf eine Beendigung des atomaren Wettrüstens zu drängen

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"NATO Soldaten gegen Atomraketen": Die Demonstrationen gegen den Nato-Doppelbeschluss vom 12. Dezember 1979 erreichten am 10. Juni 1982 ihren vorläufigen Höhepunkt, als der damalige US-Präsident Ronald Reagan aus Anlass des Nato-Gipfels in Bonn eintraf. Auf einer der größten Demonstrationen in der Geschichte der Bundesrepublik versammelten sich auf der Bonner Hofgartenwiese rund 400.000 Teilnehmer.

Foto: AP
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Mit einem blumengeschmückten Stahlhelm demonstriert Petra Kelly im September 1983 vor der US-Raketenbasis in Mutlangen. Schräg links hinter ihr sitzt ihr Lebensgefährte Gert Bastian.

Foto: AP
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Jetzt abrüsten: Die Grünen setzten sich nachdrücklich gegen die Durchführung des Nato-Doppelbeschlusses ein. Das Plakat stammt aus dem Jahr 1983. Die herausragenden Persönlichkeiten der Partei, die 1983 erstmals den Einzug in den Bundestag schaffte, waren auch die Mitinitiatoren des "Krefelder Appells": Petra Kelly und Gert Bastian.

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Proteste gegen den Nato-Doppelbeschluss: Tausende Menschen demonstrierten 1983 gegen die Stationierung von amerikanischen Raketen vom Typ Pershing-II in Mutlangen. Sogar Soldaten der Bundeswehr machten sich ihren Reim.

Foto: Heinz_Wieseler / dpa
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Kirchentags-Demonstration: Der Grünen-Bundestagsabgeordnete und Ex-General Gert Bastian und Berlins Altbischof Kurt Scharf (beide Bildmitte) marschieren am 11. Juni 1983 inmitten anderer Teilnehmer an der Spitze des Demonstrationszuges gegen Aufrüstung und für den Frieden anlässlich des 20. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Hannover.

Foto: AP
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Button gegen die Bedrohung: Unter diesem Motto fand am 10. Oktober 1981 eine große Friedensdemonstration in Bonn statt, zu der verschiedene Organisationen - unter anderem die "Krefelder Appell"-Initiatoren - aufgerufen hatten. Der Button mit dem Slogan gegen die Nachrüstung wurde auf der Veranstaltung an die Teilnehmer verteilt.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?