"tageszeitung" Streitkultur hat einen Namen
"Haltet sie auf!": Ein junger Mann informiert sich am 15. Februar 2003 vor einem Demonstrationszug gegen einen Einmarsch in den Irak in der "taz".
Berlin-Redaktion: Die West-Berliner Lokalredaktion der "taz" 1980. Vordere Reihe v.l.n.r: Johann Legner (später Sprecher der Gauck-Behörde), Benedikt Mölder (heute TV-Journalist), Plutonia Plarre (weiterhin bei der "taz"), Sabine Porn (heute beim Rundfunksender RBB Info). Hintere Reihe: Michael Sontheimer (heute SPIEGEL-Redakteur), Setzer Günter, Setzer Uli Küster (noch taz), Setzerin Petra.
Texten für die "taz": Michael Sontheimer Anfang 1979 im provisorischen Frankfurter Redaktionsbüro der "taz", einer ausgeräumten Fabriketage mit ein paar Tischen darin. Zu diesem Zeitpunkt lief noch die Produktion der Nullnummern - zehn sollten es insgesamt werden, plus einer "Blindnummer".
Gründermannschaft: Die "taz"-Mannschaft der allerersten Wochen, aufgenommen vor dem ersten Redaktionsgebäude in der Wattstraße Berlin-Wedding, dem Sitz der links-alternativen Tageszeitung bis 1989 Leicht verdeckt ist ganz rechts außen der heutige Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele zu sehen, einer der treibenden Kräfte der "taz"-Gründung.
"Es ist ein Mädchen": Am 11. Oktober 2005 widmete die "taz" der gerade gewählten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine liebevoll gestaltete Titelseite. Mit ihren oft liebevoll-originellen Überschriften ist die "taz" längst stilbildend für viele Journalisten geworden.
"Die Pudding-Prinzessin": SPD-Generalsekretär Hubertus Heil (r.) zeigt dem seinem damaligen Parteivorsitzenden Kurt Beck (l.) am 3. Dezember 2007 im Sitzungssaal des SPD-Präsidiums in Berlin das Titelbild der aktuellen "taz", auf der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) abgebildet ist - diesmal mit einer spöttischen Zeile.
Streitkultur: Bei den Zusammenkünften der "taz"-Redaktion ging es regelmäßig hoch her - dennoch gelang es immer, die Zeitung für den kommenden Tag in den Druck zu geben. Der Konferenztisch stand in der legendären "Kommune 1", bevor er zum Mittelpunkt der "taz"-Redaktion in der Wattstraße im West-Berliner Wedding wurde.
"taz"-Nachtschicht: Fröhliche Nachtarbeiter in der "taz"-Redaktion, Anfang 1980. Zweiter von links in der hinteren Reihe ist Michael Sontheimer, der 1992 bis 1994 Chefredakteur der "taz" war.
Das Plenum tagt: Eine Redaktionskonferenz, im "taz"-Jargon "Plenum" genannt, Anfang 1980. Links im Bild Plutonia Plarre, mit Zigarette Armin Meyer, der Chefideologe der Basisfraktion im "taz"-Kollektiv.
Rudi-Dutschke-Haus: Das Redaktionsgebäude der "tageszeitung" in Berlin-Kreuzberg. Tazler weisen gerne daraufhin, dass die Rudi-Dutschke-Straße, an der ihr Stammhaus liegt, die nahegelegene Axel-Springer-Straße mit Vorfahrt kreuze. Die "taz"-Redaktion setzte sich jahrelang für die Umbenennung der ehemaligen Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße ein.
Berühmter Blattmacher: Der Autor Hans Magnus Enzensberger (l.) bei der Arbeit am "taz"-Redaktionstisch. Für drei Tage gab das links-alternative Blatt 1987 die Redaktionsarbeit in die Hände von Schriftstellern.
"Was hier nicht steht ist nicht bezahlt": Ihre häufig prekäre finanzielle Lage verstand die von großen Anzeigenkunden weitgehend gemiedene "taz" immer wieder mit originellen Kampagnen zu stabilisieren. Im September 1995 etwa warb sie mit einer fast leeren Titelseite um neue Abonnenten. In einer Erklärung der Redaktion hieß es, das Blatt werde täglich von 410.000 Menschen gelesen aber nur 60.000 mal verkauft. Wenn nur jeder 10. Mitleser die Zeitung abonniere, könnte mit einer Auflage von 100.000 eine bessere Zeitung für alle gemacht werden.
Lieblingsfeinde: Beobachtet von "taz"-Chefredakteurin Bascha Mika lesen "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann (l.) und Hans Mahr, Chefredakteur des Privatsenders RTL am 26. September 2003 in einem Exemplar der "tageszeitung". Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der "taz" im Jahr 2004 ließ das links-alternative Blatt seine "Lieblingsfeinde" eine Samstagausgabe der "taz" gestalten darunter auch den "Bild"- und den RTL-Chef.
Abgekupfert: Die "taz" ist immer für eine Überraschung gut - zum 50geburtstag ihres erklärten Lieblingsgegners, der "Bild"-Zeitung aus dem Axel-Springer-Verlag, präsentierte sich die "taz" am 24. Juni 2002 im Layout des Boulevardblattes.