Thatcherismus Zeit für einen Gezeitenwechsel
Oppositionsführerin: Von 1970 bis 1974 war Margaret Thatcher britische Ministerin für Erziehung und Wissenschaft und die einzige Frau im Kabinett von Tory-Premier Edward Heath. 1975 wurde sie dann Vorsitzende der konservativen Partei und damit automatisch Oppositionsführerin im Unterhaus. Das Bild zeigt sie wenige Tage vor ihrer Wahl an die Spitze der Tories.
Hehre Grundsätze: Im April 1979 präsentiert Margaret Thatcher das Wahlprogramm der britischen Tories - wenige Monate später zog sie in den Amtssitz des britischen Premiers in der Londoner Downing Street Nr. 10 ein und begann, radikale Reformen durchzusetzen.
Familie Thatcher: Im Dezember 1976 feierten Margaret Thatcher und ihr Mann Denis mit den Zwillingen Mark und Carol Silberne Hochzeit. Drei Jahre später wurde sie britische Premierministerin, ihr Gatte "First Husband".
Allein unter Männern: Bei der Parlamentseröffnung im House of Commons am 2. Juli 1970 wirkt Margaret Thatcher wie eine Exotin unter lauter Herren in gedeckten Anzügen.
Wahlkampf in der Küche: Bereits 1950 und 1951 versuchte die junge Margaret Thatcher, als konservative Kanidatin im Londoner Wahlkreis Finchley Nord ein Unterhausmandat zu erringen. Beide Versuche scheiterten jedoch - erst 1958 gewinnt sie dort, verteidigt den Wahlkreis dann aber bis 1992.
Frau an der Spitze: Margaret Thatcher auf dem Parteitag der britischen Konservativen 1980 in Brighton. Die "Eiserne Lady" war die erste und bisher einzige weibliche Regierungschefin Großbritanniens.
Ein Löwe für Thatcher: Die Deutschen betrachtete Margaret Thatcher mit einem gewissen Misstrauen - zumindest, als 1989 die Frage der Wiederverenigung auf die politische Agenda kam. Bei ihrem Amtsantritt 1979 setzten konservative deutsche Politiker noch Hoffnungen in die britische Regierungschefin, der es gelungen war, die Labour-Regierung abzulösen. Bereits wenige Wochen nach Thatchers Wahl bekam sie etwa Besuch von CSU-Chef Franz-Josef Strauß, der ihr einen Porzellanlöwen als Gastgeschenk mitbrachte.
"Poll Tax Riots": 1989 versuchte Margaret Thatcher, das britische Steuersystem mit Einführung einer personenbezogenen Steuer zu reformieren. Die "poll tax" stieß bei der Bevölkerung auf wütenden Protest, der sich auch in gewalttätigen Aktionen manifestierte. Die Umsetzung zog sich wegen des anhaltenden Widerstands hin und wurde schließlich von Thatchers Amtsnachfolger John Major 1991 aufgegeben.
Gute Miene: Der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl zu Besuch bei seiner britischen Amtskollegin Margaret Thatcher in London im November 1985. Im Jahr zuvor, nachdem sie den sogenannten Briten-Rabatt in der EU-Finanzierung ausgehandelt hatte, soll Kohl gesagt haben, er fürchte Thatcher "wie der Teufel das Weihwasser".
Auf dem Weg nach Europa: Margaret Thatcher, Helmut Kohl und der französische Präsident Francois Mitterand (v.l.n.r.) trafen sich im Juni 1988 während eines Gipfeltreffens der europäischen Gemeinschaft. Kohl und Mitterand pflegten eine persönliche Freundschaft, während Thatcher und Kohl nicht miteinander konnten.
Margaret Thatcher: Die britische Premierministerin Margaret Thatcher und ihr Ehemann Denis schauen im Januar 1983 auf dem Flughafen der Royal Air Force in Port Stanley auf den Falklandinseln einer Demonstration von Phantom-Düsenjägern zu. Der Falklandkrieg gegen Argentinien verschaffte Thatcher in Großbritannien einen enormen Popularitätsschub und trug entscheidend zu ihrer Wiederwahl im Juni 1983 bei.
Margaret Thatcher: Die "Eiserne Lady" Margaret Thatcher im Jahr 1986 bei einem Besuch eines britischen Militärstützpunktes in Fallingbostel in Deutschland auf einem Panzer.
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Thatcher und Reagan: Die beiden Politiker waren die Bannerträger eines erneuerten Konservativismus, der in den achtziger Jahren unter den Schlagworten "Thatcherismus" und "Reaganomics" für die radikale Entflechtung von Wirtschaft und Staat eintrat. Die beiden verband überdies eine persönliche Freundschaft - 2004 hielt Thatcher die Trauerrede auf Reagans Beisetzung. Der frühere US-Präsident hatte die "Eiserne Lady" a. D. noch zu Lebzeiten darum gebeten.
Königin und Eiserne Lady: Vor der Queen ging sogar die "Eiserne Lady" in die Knie - Margaret Thatcher deutet vor Königin Elizabeth einen Hofknicks an, als die Monarchin im Oktober 2005 zur Feier des 80. Geburtstags ihrer ehemaligen Premierministerin erschien. Während Thatchers Regierungszeit war das Verhältnis der beiden willensstarken Frauen oft eher angespannt.
"Spitting Image": An niemandem rieben sich die Briten in den achtziger Jahren lieber als an Margaret Thatcher. In der kultverdächtigen TV-Satireshow "Spitting Image" trat sie als spitznäsige, schmallippige, stets geifernde Rechthaberin mit schriller Stimme auf.
Streikführer Scargill: Im März 1984 traten die britischen Bergarbeiter unter der Führung ihres radikalen Gewerkschaftschefs Arthur Scargill (l.) in einen unbefristeten Streik. Premierministerin Margaret Thatcher weigerte sich, auf die Forderungen einzugehen. Nach genau einem Jahr mussten die Kumpel aufgeben - Thatcher triumphierte, die britische Gewerkschaftsbewegung war auf Dauer geschwächt.
"Winter of Discontent": Im "Winter of Discontent" 1978/79 kam es in Großbritannien zu ausgedehnten Streiks im öffentlichen Sektor, nachdem Labour-Premierminister James Callaghan versucht hatte, gemäßigte Lohnsteigerungen durchzusetzen - mangels Müllabfuhr wurde London zu einer einzigen Müllhalde. Die Streiks führten schließlich zum Rücktritt Callaghans und Neuwahlen, die die Tories für sich entschieden - Margaret Thatcher wurde Regierungschefin.
Schmidt Schnauze und Iron Lady: Bundeskanzler Helmut Schmidt und Premierministerin Margaret Thatcher während einer Pressekonferenz in London im Mai 1979.
Politik als Pop: Eine Theatergruppe im britischen Wolverhampton brachte 2006 ein Musical über die ehemalige Premierministerin auf die Bühne. Darin, so versprach die Ankündigung, werde "der Inhalt der berühmtesten Handtasche der Geschichte enthüllt werden". Die allgegenwärtige, voluminöse Handtasche der Premierministerin hatte es während ihrer Amtszeit zu einiger Berühmtheit gebracht und sogar ein neues Verb hevorgebracht - "to handbag someone", zu deutsch etwa "jemanden zur Schnecke machen".