35 Jahre Guillaume-Affäre Maulwurfjagd im Kanzleramt
Der Mann im Hintergrund: Günter Guillaume, der Mann, der sich wie auf diesem Bild immer im Hintergrund hielt, führte ein Doppelleben als persönlicher Referent von SPD-Bundeskanzler Willy Brandt - und als Agent der DDR-Staatssicherheit.
Kanzler, Minister, Agent: DDR-Spion Günter Guillaume (M.) bei einer SPD-Vorstandssitzung am 23. Juni 1973 zwischen seinem Chef, Bundeskanzler Willy Brandt (r.) und Finanzminister Helmut Schmidt (l.). Wenigen Woche zuvor hatte Brandt vom Verfassungsschutz erfahren, dass Hinweise für eine Spionagetätigkeit seines persönlichen Referenten vorlagen.
Der Kanzler und sein Schatten: Bundeskanzler Willy Brandt (l.) auf Wahlkampftour in Niedersachsen - immer dabei ist sein persönlicher Referent Günter Guillaume. 1974 wird der als DDR-Spion verhaftet.
Signatur im Bundesarchiv: Bild-F042453-0011
An Brandts Seite : Brandt und Guillaume Anfang September 1973 auf einer Reise nach Schleswig-Holstein. Brandt weiß zu diesem Zeitpunkt bereits von dem Verdacht des Verfassungsschutzes, seine rechte Hand könne ein DDR-Spion sein - genügend Beweise für ein Gerichtsverfahren hatten die Verfassungsschützer zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht.
Aufarbeitung nach dem Rücktritt: Der frühere Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) sagt 1975 vor dem Guillaume-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages aus. Zuvor hatte Brandt am 6. Mai 1974 seinen Rücktritt erklärt, nachdem sein persönlicher Referent Günter Guillaume als Stasi-Agent verhaftet worden war.
Auf der Anklagebank: Günter Guillaume und seine Ehefrau Christel am 24. Juni 1975 während ihres Prozesses vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht.
Prozess gegen Guillaume: Der "Kanzleramtsspion" Günter Guillaume wartet am 24. Juni 1975 auf den Beginn seiner Verhandlung vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Bei seiner Verhaftung im April 1974 hatte er die Beamten angeblafft "Ich bin Bürger der DDR und ihr Offizier! Respektieren Sie das!". Diese Äußerung wurde im Prozess gegen ihn verwendet und trug wesentlich zur Verurteilung bei.
Abschied mit roter Rose: Bei der Beisetzung Günter Guillaums im April 1995 auf einem Berliner Friedhof gedachte auch der ehemalige Spionagechef der DDR-Staatssicherheit, Markus Wolf, seines besten "Kundschafters".
Guillaume-Beerdigung: Träger heben den Sarg des "Kanzleramtsspions" Günter Guillaume auf das offene Grab. Der ehemalige Stasi-Agent war am 10. April 1995 im Alter von 68 Jahren gestorben. Bis zu seinem Tod hatte er erklärt, wieder so handeln zu wollen.
Wieder im Zeugenstand: Zwei Jahre vor seinem Tod 1995 musste Günter Guillaume noch einmal vor Gericht - als Zeuge im Prozess gegen den Es-Spionagechef des MfS, Markus Wolf. Mit dem Zusammenbruch der DDR hatte Guillaume auch seinen Status als Star-Spion verloren, den die SED sorgfältig gepflegt hatte.
Brandt gibt auf: Bundeskanzler Willy Brandt übernahm die volle politische Verantwortung für die Guillaume-Affäre und trat am 6. Mai 1974 zurück. Sein persönlicher Referent war zwei Wochen zuvor als DDR-Spion verhaftet worden - das Entsetzen in der Öffentlichkeit war groß.