35 Jahre Nixon-Rücktritt - DER SPIEGEL
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Nixon-Rücktritt Trickser im Weißen Haus

Rassist, Kontrollfreak, Größenwahnsinniger: Richard Nixon war ein Mann der Extreme, selbst bei seinem Abgang. Als erster US-Präsident der Geschichte trat er 1974 zurück - um seiner Amtsenthebung zuvorzukommen. Seine Vorliebe fürs Unkonventionelle zeigte sich nicht erst in der Watergate-Affäre. Von Almut Cieschinger
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Plausch durchs Fenster: Richard Nixon konnte während seiner Präsidentschaft ein Versprechen einlösen, das sein einstiger Rivale John F. Kennedy zu Beginn der Sechziger gegeben hatte - Menschen auf den Mond zu schicken. Seinen Triumph genießend, scherzte Nixon mit den Astronauten Neil Armstrong, Michael Collins and Edwin 'Buzz' Aldrin (v.l.), während die nach ihrer Rückkehr noch in einer Quarantäne-Kapsel bleiben mussten.

Foto: Getty Images
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Im Wahlkampf: Freundschaftlich und vertrauenswürdig als Ike und Dick stellten sich Dwight D. Eisenhower und sein Vizepräsidentschaftskandidat Richard Nixon im Wahlkampf 1952 dem amerikanischen Publikum. Berichte über dubiose Spenden an Nixon störten dieses Bild allerdings empfindlich.

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Mit Gewalt an die Spitze: Nachdem Richard Nixon die Präsidentschaftswahl 1960 verloren hatte, arbeitete er wieder als Anwalt. 1962 ließ er sich noch einmal überreden, als Gouverneur von Kalifornien zu kandidieren, verlor aber auch diese Wahl. Was viele als das Ende seiner politischen Karriere sahen, war der Anfang eines Comebacks. Nixon unternahm eine lange Europareise, traf Staatsoberhäupter und gab Pressekonferenzen. In Dänemark ließen sich Nixon und seine Frau Pat im Kopenhagener Vergnügungspark "Tivoli" im Autoscooter fotografieren.

Foto: Getty Images
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Familienurlaub: Mit Pomp und Blumenketten wurden die Nixons am 7. Juni 1969 auf einem Militärflughafen in Honolulu begrüßt. Sichtlich erfreut genießt der Präsident die Aufmerksamkeit. Neben ihm stehen seine Frau Pat Nixon, die Töchter Tricia Nixon (grün-weißes Kleid), Julie Nixon Eisenhower (im gelben Kleid) und ihr Ehemann David Eisenhower. Im Dezember 1968, kurz nachdem Nixon zum Präsident gewählt worden war, aber das Amt noch nicht angetreten hatte, heiratete seine Tochter Julie den Enkel des ehemaligen Präsidenten Dwight D. Eisenhower.

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Der Rettungshund: Nachdem dem Vizepräsidentschaftskandidaten im Wahlkampf 1952 vorgeworfen worden war, er habe dubiose Spenden angenommen, entschloss sich Richard Nixon zu einer denkwürdigen Rede. Unter Tränen berichtete er von seiner Kindheit in Armut und dass das einzige Geschenk, das er je angenommen hätte, der Cockerspaniel Checkers gewesen sei, den er seinen Töchtern nicht wieder wegnehmen könne. Das Bild vom traurig dreinblickenden Checkers ließ die Herzen die Zuschauer dahinschmelzen, die Öffentlichkeit verzieh ihm.

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Verdächtige Microfilme: Lange bevor Nixon Präsident wurde, während seiner Zeit als Abgeordneter im Repräsentantenhaus, fiel er bereits durch großen "demagogischen Eifer" auf. Unerbittlich ging er 1948 gegen den ehemaligen Roosevelt-Berater Alger Hiss vor, um ihn als sowjetischen Spion zu enttarnen. Dem Gericht präsentierte er angebliches Beweismaterial.

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Start in den Wahlkampf: 1956 trat Dwight D. Eisenhower zum zweiten Mal als Präsidentschaftskandidat an, wieder mit Richard Nixon als Vizepräsident. Auch diese Wahl gewann das Duo. Als Nixon dann vier Jahre später selbst Präsident werden will, verliert er gegen John F. Kennedy.

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Stolzes Familienoberhaupt: Wie um alle Vorwürfe im Watergate-Skandal mit einem Lächeln beiseite zu schieben, posierte ein fröhlicher Richard Nixon (M. neben seiner Frau Pat) Ostern 1973 mit seiner Familie in Florida für ein Foto - rechts Julie mit ihrem Mann David Eisenhower und links Tricia mit Ehemann Ed Cox.

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Die "Pumpkin Papers": Eines der zentralen Beweisstücke im Prozess gegen Alger Hiss waren Abschriften geheimer Staats-Dokumente, die angeblich Hiss zugeordnet werden konnten. Sie waren in einem Kürbis im Garten des Reporters Whittaker Chambers versteckt und hießen daher allgemein "Pumpkin Papers".

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Das Watergate-Hotel: In diesem Hotelkomplex befand sich während des Wahlkampfs 1972 auch das Hauptquartier der Demokratischen Partei. Am 17. Juni wurden hier Einbrecher gestellt, die, wie sich herausstellte, von den Republikanern geschickt worden waren, um den politischen Gegner auszuspionieren und zu sabotieren. Richard Nixon bestritt lange jegliche Verantwortung dafür.

Foto: Hulton Archive / Getty Images
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Rivalen Nixon und Kennedy: Der Senator von Massachusetts John F. Kennedy und Vizepräsident Richard Nixon nach ihrem zweiten Fernsehduell im Präsidentschaftswahlkampf von 1960. Kennedy gewann die Wahl nicht zuletzt, weil er in den Debatten im Fernsehen besser aussah und selbstsicherer wirkte. Nixon hingegen wollte sich nicht schminken lassen, und man konnte sehen, wie er im Scheinwerferlicht heftig schwitzte. Zudem wirkte er mit seinem Bartschatten eher angsteinflößend als vertrauenserweckend.

Foto: AP
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Präsident in Bedrängnis: Viele Amerikaner wollten sich nicht mit Richard Nixons butterweichen Erklärungen und Unschuldsbeteuerungen im Watergate-Skandal zufrieden geben. Bei einem öffentlichen Auftritt 1973 wurden er und seine Frau Pat von einer wütenden Menge bedrängt.

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Mit erhobenem Daumen: Am 9. August 1974 trat Richard Nixon zurück. Erst Henry Kissinger hatte ihn überzeugen können, dass ein Aussitzen der Situation aussichtslos gewesen wäre. Trotz dieses Schritts gab sich Nixon unschuldig an und verließ die politische Bühne aufrecht und grinsend.

Foto: Arnie Sachs / DPA
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In der Presse: Die Zeitungen kündigten bereits am Morgen des 8. August 1974 den bevorstehenden Rücktritt Nixons am Abend an.

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