35 Jahre Trikotwerbung - DER SPIEGEL
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Trikotwerbung Re-kla-me! O-ho!

einestages zeigt das Panoptikum der schönsten Shirts und umstrittensten Sponsoren - einmal verbot der DFB sogar einen Aufdruck: zu sexy!
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Kick mit KiK?!: Miroslav Klose konnte es nicht fassen, und auch das Gros der Werder-Fans war wenig begeistert. Von 2004 bis 2006 prangte das KiK-Logo auf der Bremer Brust. Der Textil-Discounter verbesserte in dieser Zeit seinen Bekanntheitsgrad um satte zehn Prozentpunkte, der Großteil der Fans konnte sich jedoch mit der Marke aus dem westfälischen Bönen nicht identifizieren. Gegnerische Fans gängelten die Bremer nicht selten mit Parolen wie: "Kleidung clever kaufen bei KiK!" Vor Werder Bremen war KiK bei Armina Bielefeld (2002-2004) präsent, derzeit unterstützt das Unternehmen den vfL Bochum (2,5 Millionen Euro pro Saison) und Hansa Rostock (2 Millionen Euro).

Foto: Ingo Wagner/ dpa
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Zu schlüpfrig: Roman Wojcicki vom FC Homburg in einem Bundesligaspiel am 13. April 1988. 200.000 D-Mark sollte der Verein von dem Kondomhersteller "London Rubber Company" dafür bekommen, dass die Spieler Werbung für ihn liefen. Dem machte allerdings der DFB eine Strich durch die Rechnung. Zu schlüpfrig fanden die Funktionäre den Aufdruck und drohten sogar mit Punktabzug, da die Reklame gegen "Ethik und Moral im Sport" verstoße.

Foto: Getty Images
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Kicken mit dem Staatsanwalt: Der brasilianische Fußballspieler Giovane Elber kämpft am 8. August 2006 in der Münchner Allianz Arena bei seinem letzten Spiel für Bayern München gegen Torben Hoffmann vom TSV 1860 München. Der TSV hatte für die Saison eigentlich einen Werbevertrag mit dem östereichischen Online-Wettbüro "Bwin" geschlossen. Als dem jedoch die Lizenz entzogen und ein Werbeverbot erteilt wurde, mussten die Kicker vorerst mit dem Schriftzug "We Win" auflaufen, bis die Verträge gelöst und ein neuer Sponsor gefunden war.

Foto: dpa
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Innovation Po-Werbung: Was im Handball oder Eishockey oder in anderen europäischen Ländern schon lange Gang und Gäbe ist, führte Arminia Hannover in den deutschen Fußball ein. Nachdem ihre lokalpatriotisch inspirierte Wäschekollektion im Herbst 2003 noch gerichtlich verboten wurde, machte sich der niedersächsische Fünftligist klagend auf dem Weg durch die Instanzen. Manch Richter machte dicke Backen, denn kürzlich erlaubte das Landgericht Hannover die Hosenwerbung.

Foto: dpa
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Tor für Bayern München : Hans-Dieter Flick (M.) und Frank Hartmann (l.) tragen beim Trainingsbeginn des FC Bayern München am 8. Juli 1985 ein Tor auf den Platz. Von 1984-1989 warb Computer-Hersteller Commodore auf der Brust des FC Bayern. Eine erfolgreiche Zeit für beide Partner: Die Münchner Fußballer holten vier Meisterschaften und zwei Pokalsiege. Die Werbe-Shirts gelten mittlerweile als Kultklamotte und werden noch heute von den Fans getragen - obwohl der einstige Erfolgsrechner "C64" längst zum sperrigen Elektro-Schrott gehört.

Foto: AP
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Viele, viele bunte Farben: Von 1992 bis 2002 kooperierte der VfL Bochum "tief im Westen" und "somewhere over the rainbow" mit der Firma Faber. "Mit der Lottofirma oder den Buntstift-Herstellern?", fragten sich die VfL-Fans besorgt zu Beginn der Saison 1997/98. Das damals neue Papageienoutfit verwandelte die Bochumer Profis halbseitig in einen Tuschkasten und löste schon bei der offiziellen Präsentation großes Entsetzen und ein gellendes Pfeifkonzert aus.

Foto: dpa
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Hirsch statt Löwe: Paul Breitner im November 1976 im Trikot der Eintracht Braunschweig. Nur mit einer List bekam der Fußball-Bundesligist 1973 den Werbeaufdruck auf seine Trikots. Die Mitgliederversammlung des hoch verschuldeten Vereins beschloss den Löwen im Wappen durch einen Hirsch auszutauschen. Das es sich bei dem kapitalen Zwölfender um das Logo des Schnappsherstellers Jägermeister handelt und der Fabrikant Günter Mast 300.000 D-Mark jährlich dafür zahlte, wurde den DFB-Funktionären allerdings verschwiegen.

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Celtic oder Rangers? Katholik oder Protestant?: Die Wahl des richtigen Clubs ist für manch Glaswegian eine Glaubensfrage. Wenn es ums Geschäft geht, zeigt "the Old Firm" (die alte Firma), wie das Derby zwischen den beiden führenden schottischen Vereinen genannt wird, seit jeher Geschlossenheit. Seit einigen Jahren haben die Clubs mit der Brauerei Coors (Carling-Bier) sogar denselben Trikotsponsor. Unlängst einigten sich alle Partner darauf, künftig das Carling-Logo von allen Celtic- und Rangers-Replica-Shirts in Kindergrößen zu entfernen, um so ein Zeichen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu setzen.

Foto: Getty Images
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Ausrufezeichen?: Als Kreativ-Coup versuchte Sponsor RAG lange sein Engagement bei Borussia Dortmund zu verkaufen. Statt einer Werbebotschaft prangte etliche Monate ein mysteriöses gelbes Ausrufezeichen auf grünen Grund auf den BVB-Trikots. Ein "Platzhalter für den neuen Namen des Industriekonzerns", mit dessen Hilfe bei den Fans "Spannung und Vorfreude aufgebaut" werden sollte - so die offizielle Lesart. Doch die Entscheidung über die Neufirmierung zog sich ein Jahr länger hin als zunächst geplant. Als Mitte September 2007 das Evonik-Logo endlich das ominöse Satzzeichen ablöst, hat es sich längst in ein dickes Fragezeichen verwandelt. Ein Marketingexperte: "Hier sind Millionen verbrannt worden."

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Energieriese aus Russland: Schalkes Kevin Kuranyi (r.) geht im Spiel gegen den VfL Bochum am 27. April 2007 vom Platz. Seit dem 1. Januar 2007 ist der russische Energieriese Gazprom offiziell der Hauptsponsor des FC Schalke 04. Angeblich sollen die Schalker 125 Millionen Euro durch den Deal bekommen. Die Frage ist nur, warum Gazprom in Deutschland Werbung machen will.

Foto: ddp
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Endlich: Horst Hrubesch, der Kapitän des Hamburger SV, hält am 29.05.1983 freudestrahlend die Meisterschale des DFB in die Höhe. Mannschaftskollege Jimmy Hartwig (r.) und tausende Fans freuen sich mit ihm. Bei HSV-Fans steht das Trikot aus dieser erfolgreichen Zeit, mit dem Aufdruck des Mineralölkonzerns noch immer hoch im Kurs - auch wenn es die grün-gelben Tankstellen längst nicht mehr gibt.

Foto: ullstein bild
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Bitteres Ende einer verkorksten Saison: Zum Ende der Spielzeit 1994/95 untersagte Geldgeber Milchstraßen-Verlag dem Hamburger SV, weiter den "TV Spielfilm"-Schriftzug zu tragen. Die Spieler mussten mit gesäuberten Trikots auflaufen. Begründung für die Zensur: Die Leistungen der Kicker seien einfach zu schlecht. Die Folge: Große PR-Wirkung für den Sponsor, eine schmerzende Ohrfeige für den Gesponsorten.

Foto: Getty Images
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Oben Ohne: Der brasilianische Fußballer Rivaldo Vitor Borba im November 2001 im werbefreien Trikot des spanischen Vereins FC Barcelona bei einem Spiel in Madrid. Barca verzichtete jahrelang auf Werbeeinnahmen in Millionenhöhe. Der Verein versteht sich als "katalanische Nationalmannschaft" und wendete daher für sich die Regeln für nationale Auswahlteams an. Das heißt: keine Werbung auf den Trikots.

Foto: dpa
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Verbotene Werbung: Ein Werder-Fan zeigt im Juli 2007 vor dem Werder-Fan-Shop im Weser-Stadion von Bremen sein neu erworbenes Werder-Trikot mit dem Aufdruck "bwin.de". Dem österreichischen Online-Wettbüro "Bwin" wurde allerdings 2006 die Lizenz entzogen und ein Werbeverbot erteilt. Der Bremer Bundesligist durfte anschließend nicht mehr mit dem Werbeaufdruck spielen. Während mancher Spiele stand sogar die Staatsanwaltschaft an der Seitenlinie, um sicherzustellen, dass niemand auf dem Platz Bwin-Trikots trug.

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Torjubel: Der Athletic-Bilbao-Fußballer Fernando Llorente (l.) freut sich mit seinen Teamkollegen Aritz Aduriz (M.) und Pablo Orbaiz über sein Tor gegen Athletico Madrid. Bilbao versteht sich als "Nationalmannschaft des Baskenlandes" und verzichtet daher auf Werbung auf ihren Trikots.

Foto: REUTERS
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Kampf ums Halbfinale: Ein Zweikampf zwischen Steffen Karl (l.) vom FC St. Pauli und dem Bochumer Marijo Maric im Januar 2000 in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Die beiden Vereine kämpften um den Einzug ins Halbfinale des Hallenturniers in der Hauptstadt. Der FC St. Pauli machte auf seinen Trikots schon Werbung für alles, was für ihre Fans wahrscheinlich zu einem guten Spiel dazugehört. Hier kicken sie gerade mit Reklame für eine Whiskey-Marke auf der Brust.

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Für die Kinder: Der Schalker Kevin Kuranyi (r.) und Xavi Hernandez vom FC Barcelona im Zweikampf um den Ball im Viertelfinale der Champions League im April 2008. Nachdem der FC Barcelona jahrelang ohne Werbung auf den Trikots auflief, überraschten sie in der Saison 2006/07 die Zuschauer mit dem Schriftzug von Unicef auf der Brust.

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Die Angst des Torwarts...: St. Paulis Torwart Klaus Thomforde schreit nach dem Elfmeterschießen beim Viertelfinalspiel um den DFB-Pokal seinen Frust heraus. der Regionalligist FC Energie Cottbus besiegte im November 1996 den damaligen Erstligisten FC St. Pauli nach Verlängerung und Elfmeterschießen mit 5:4. Ihren Fans wird die Bratwurst nach dem Spiel des Sponsors Böklunder auch kein großer Trost gewesen sein.

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Torjubel: Der St. Pauli-Spieler Deniz Baris freut sich nach dem 1:2-Siegtreffer für die Kiezkicker - mit dem Aufdruck eines Hamburger Bierherstellers auf dem Shirt.

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Weiße Weste: Gonzales Raul von Real Madrid hält sich im Gegensatz zu AS Roms Spieler Vincenzo Montella mit seinem blütenweißen Trikot lieber fern vom römischen Rasen im Champions-League-Spiel der beiden Vereine. Über Jahre spielte Real Madrid ganz in weiß und vor allem ohne Werbung auf der stolzen spanischen Brust.

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Tanz um den Ball: Der Frankfurter Mirko Dickhaut (l.) im Zweikampf mit Marc Arnold (r.) von Herta BSC Berlin im Mai 1997 beim Fußball-Zweitligaspiel Eintracht Frankfurt gegen Herta BSC Berlin in Frankfurt am Main. Der heutige Erstligist Frankfurt gewann das Spiel 3:1 und das Trikot mit der Trigema-Werbung wurde Kult.

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Deutsche Autos, italienisches Feuer?: Der ukrainische Spieler Andriy Shevchenko vom AC Mailand freut sich über sein zweites Tor gegen den FBC Treviso - mit Werbung für eine deutsche Automarke auf dem Shirt.

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Thorsten Legat am Ball: Fit mit Südmilch spielte der VfB Stuttgart in der Daison 1996/97, wie hier Legat im Spiel gegen Werder Bremen am 1. März 1997. Das Trikot ist heute Kult bei Fans.

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Stutzt Flügel: Alexander Zickler feiert sein Tor für FC Red Bull Salzburg gegen den FC Zürich im UEFA Champions-League-Spiel am 2. August 2006. Im April 2005 hatte die Red Bull GmbH die Betreibergesellschaft des SV Austria Salzburg übernommen. Unter den Protesten vieler Fans wurde der Club in FC Red Bull Salzburg umbenannt. Die Fans störten sich vor allem daran, dass Red Bull Salzburg sich als Verein ohne Tradition, Geschichte oder Archiv, ohne Vergangenheit komplett neu gründete und die Geschichte des SV Austria Salzburg komplett ignorierte.

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Fit mit Vita: Der Rostocker Rade Prica jubelt nach seinem Treffer zum 3:0 gegen den VfL Bochum am 12. März 2005 im Rostocker Ostseestadion. Die ehemalige DDR-Marke Vita Cola sponsorte über mehrere Saisons den Verein mit der Kogge im Logo. Inzwischen wird auf der Homepage des Bundesligisten Coca Cola als Co-sponsor aufgeführt.

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Harte Männer tragen Mr. Softy: Mit diesem herrlichen Werbeschriftzug auf dem Trikot haben die Kicker des MSV Duisburg (hier: Georg Zug) in der Zweitligasaison 84/85 so manchen Gegner in die Irre geführt.

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Den Kopf einziehen: Fußballer Jacques Abardonado vom 1. FC Nürnberg geht mit seinem Teamkollegen Javier Pinola nach dem Spiel gegen den FC Schalke 04 am 17. Mai 2008 vom Platz. Das Abardonado sein Trikot über den Kopf gezogen trägt, wird wohl an der 0:2-Niederlage und dem damit verbundenen Abstieg zusammenhängen und nicht mit der "Mister Lady"-Werbung darauf.

Foto: ddp
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