Campino über Alex Eher Chaos als Gewalt
Mit Moloko, Charme und Melone: "A Clockwork Orange" erzählt die Geschichte von Alex DeLarge (Malcolm McDowell). Der junge Mann hängt nicht nur gern mit seinen "Droogs" ab, um in der Korova-Milchbar ein paar eiskalte Moloko zu trinken, er...
...hat auch eine unheimliche Freude an Gewaltexzessen. Mit seinen Jungs zieht er Nacht für Nacht los und überfällt Menschen. Bis...
...er geschnappt und wegen Mordes zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt wird. Seine Haft verkürzt sich allerdings, als er sich freiwillig als Versuchskaninchen für ein ultrabrutales Aversionstherapie-Experiment meldet.
Stanley Kubricks Verfilmung des Anthony-Burgess-Romans von 1971 wurde zum Kultfilm und inspirierte viele Künstler. einestages präsentiert die spannendsten Verbeugungen vor "A Clockwork Orange":
Reservoir Droogs: Auch Meistereklektiker Quentin Tarantino ließ sich zu seinem Debüt "Reservoir Dogs" (1991) von Stanley Kubricks Film inspirieren. So sei etwa das Vorbild für die Folterszene zu dem Song "Stuck In The Middle With You" die Überfallszene aus "A Clockwork Orange", in der Alex eine Frau zu der Melodie von "Singin' in the Rain" vergewaltigt.
Einmal "A Clockwork Orange", immer "A Clockwork Orange": Die britische Punkband The Adicts übernahm bereits 1977 den Look der Droogs - und die Punks tragen die Klamotten bis heute regelmäßig auf ihren Konzerten.
A South Park Orange: In der "South Park"-Folge "Der Coon 2" wird die "Clockwork Orange"-Szene zitiert, in der Alex zu den Klängen klassischer Musik die anderen Droogs verprügelt.
Per Horrorschau in die Hitparade: Mitte der achtziger Jahre komponierten Die Toten Hosen den Soundtrack für eine Bühnenadaption von "A Clockwork Orange". 1988 veröffentlichten sie diese und einige weitere Songs auf dem Album "Ein kleines bisschen Horrorschau" - und waren damit wochenlang in den Top Ten der deutschen Album-Charts. Der Song "Hier kommt Alex" ist bis heute einer der größten Hosen-Hits.
Popstar im Alex-Fieber: Für ihre "Fever Tour" warf sich Kylie Minogue 2002 in ein Droogs-Outfit.
Kein Witz: In einem Interview mit dem "Observer" erklärte Heath Ledger, er habe sich für seine Darstellung des Joker in "The Dark Night" unter anderem von Sid Vicious und Alex DeLarge inspirieren lassen.
Stadtbummel wie "A Clockwork Orange": Auch die Beastie Boys (hier mit Run DMC) sind Fans des Films. In ihrer kleinen Gewaltphantasie "Looking Down The Barrel of A Gun" auf dem Album "Paul's Boutique" erwähnen sie nicht nur den berüchtigten Serienmörder Son of Sam, Bruce Willis und Rambo sondern auch "A Clockwork Orange".
"I am like 'Clockwork Orange' going off on the town", rappen sie und stellten sich beim texten bestimmt vor, wie sie gemeinsam als Droogs durch Brooklyn ziehen.
Clockwork Cooper: Mit Leder-Look und Alex-Aufdruck versuchte auch Rockopa Alice Cooper in den Achtzigen von der aufmüpfigen Aura des Filmprotagonisten zu profitieren.
Zwei Vorbilder, ein Name: Der US-Wrestler Patrick Martin borgte sich seinen Ringnamen Alex Shelley von zwei Heroen. Der Vorname stammt vom "A Clockwork Orange"-Protagonisten Alex DeLarge, der Nachname von Pete Shelley, dem Sänger der britischen Punkrock-Band Buzzcocks.
Ganz in weiß: Im Musikvideo zu Blurs Song "The Universal" (1995) sieht der Club ein bisschen aus, wie eine gut beleuchtete Variante der Korova-Milchbar, der Stammkneipe der Droogs. Außerdem trägt die Band wie die Gang weiß und Sänger Damon Albarn hat sich sein eines Auge andeutungsweise geschminkt wie Alex im Film.
Auch heut' noch gut für 'nen Killerreim: Der Song "American Psycho" auf dem D12-Album "Devil's Night" beweist, dass der Film gut gealtert ist. Auch heute noch bemühen Rapper ihn, wenn es darum geht, von Verrückten zu Texten.
Eminem rappt hier: "Lock your doors, drop the floors, get your shotguns drawn - here comes another Clockwork Orange".
Milch und spielen: Nach dem Lieblingsgetränk der Droogs nannte sich sogar eine Band - das britische Elektroduo Moloko mit der Sängerin Róisín Murphy.
Bart DeLarge: In der Halloween-Folge von 1992 verkleidet sich Bart Simpson im Stil des "A Clockwork Orange"-Hauptdarstellers Alex. Laut Simpsonspedia.net wird der Film in insgesamt sieben Folgen zitiert.
Lala für Gaga: Popkultur-Beschleunigerin Lady Gaga benutzt eine Remix-Version des "A Clockwork Orange"-Soundtracks auf Konzerten.
Krokodile auf Korova: Ende der Siebziger gründete die Band Echo & The Bunnymen ein Label, um ihr erstes Album "Crocodiles" zu veröffentlichen. Es hieß "Korova".
Noch ein Konzeptalbum: 2009 veröffentlichte die Metal-Combo Sepultura ihre Platte "A-Lex", die sich wie einst "Ein kleines bisschen Horrorschau" von den Toten Hosen an der Geschichte von "A Clockwork Orange" entlanghangelt. Die Stücke tragen Titel wie "Ludwig Van", "The Treatment" oder "Moloko Mesto".
Schlag auf Schlag: Während ihrer Tour 1975 trat Schlagzeuger John Bonham von Led Zeppelin des Öfteren in weißem Overall und schwarzer Melone, dem Outfit der Droogs, auf. Robert Plant kündigte den Drummer während der Tour zudem als "Mr. Ultraviolence" an.
Ziggy Stardust - voll auf Droogs: David Bowie war einer der ersten Künstler, der Elemente aus Kubricks Film zitierte. 1971 war "A Clockwork Orange" in die Kinos gekommen - und bereits 1972 hatte Bowie im Booklet zum Album "The Rise and Fall of Ziggy Stardust" ein Foto, auf dem er als Droog verkleidet ist. Zudem nutzte er bei Live-Auftritten Teile des Filmsoundtracks.
Soundtrack, die Zweite: Anfang der Neunziger schrieben Bono und The Edge von U2 die Musik zu einer "A Clockwork Orange"-Bühnenadaption der Londoner Royal Shakespeare Company.
"A Clockwork Orange"-Fan Campino: Mit "Hier kommt Alex", dem vom Film inspirierten Song, landeten die Toten Hosen ihren ersten großen Hit.
Ritterschlag durch Punrock-Helden: Die UK Subs waren in den siebziger Jahren eine der ersten Punkbands in England. In den Achtzigern coverten sie "Hier kommt Alex" von den Toten Hosen in einer englischen Version. Bis heute spielen sie "Here Comes Alex" immer wieder auf ihren Konzerten.