"Lunochod I"-Jubiläum Mit der Badewanne auf den Mond
Sowjetisches Mondmobil: Das "Lunochod I" ist weltweit das erste unbemannte Mondmobil. Vom 17. November 1970 bis zum 4. Oktober 1971 erforschte das in der Sowjetunion konstruierte Fahrzeug den Mond
Geländefahrt auf der Erde: Das achträdrige Mondmobil landete am 17. November 1970 im Mare Imbrium. es ist die zweitgrößte Tiefebene auf dem Mond, die auf der nördlichen Mitte der erdzugewandten Seite des Trabanten liegt. Zuvor waren "Lunochod I"-Prototypen, wie hier im Bild zu sehen, ausgiebig auf der Erde getestet worden.
Eifriges Mondgefährt: "Lunochod I", hier auf einer sowjetischen Briefmarke von 1971, sendete mit seinen Kameras mehr als 20.000 Bilder vom Mond an die Bodenstation
Kommandopult: Das Mondmobil "Lunochod" wurde von der Erde aus unter anderem mit diesem Bedienungsfeld ferngesteuert. Die Navigation des unbemannten Vehikels auf dem Trabanten übernahm ein fünfköpfiges Team - bestehend aus Kommandant, Fahrer, Betriebsingenieur, Navigator und Funker, allesamt eigens für diese Mission ausgebildete Spezialisten. Das Kommandopult ist heute im Museum für Raumfahrt in St. Petersburg ausgestellt.
Sandmann im russischen Mondmobil: Ein Mädchen bestaunt am 21. Juli 1997 in der Ausstellung "Abendgruß-Schau" im Neubrandenburger Haus der Kultur und Bildung das "Sandmännchen" im Weltraummobil "Lunochod". Mit diesem reiste die Trickfilm-Puppe in einer Folge der gleichnamigen Kindersendung in den siebziger Jahren zum Mond.
"Lunochod"-Chefingenieur: Der sowjetische Wissenschaftler Alexander Kemurdjian, der ansonsten in der Rüstungsschmiede NPO Laowtschkin Waffen konstruierte, leitete das "Lunochod I"-Projekt. Es wurde seit den frühen sechziger Jahren von sowjetischen Ingenieuren vorangetrieben.
Sergeij Koroljow: Der Weltraumpionier und Chefkonstrukteur der sowjetischen Raumfahrt auf einer Briefmarke von 1969. Er musste Anfang der sechziger Jahre eine schwierige Entscheidung treffen - von der die gesamte Planung für das Fahrwerk des "Lunochod I" abhing. War der Mondboden fest oder so staubig, dass ein Mondmobil einsinken würde? Gesicherte Erkenntnisse gab es nicht. Nach langem Hin und Her traf er einfach eine Entscheidung. Der Boden ist fest! Diesem Beschluss folgend entwarfen die Ingenieure das Mondvehikel, das am 17. November 1970 auf dem Erdtrabanten landen sollte.
"Lunochod I"-Modell: Auf einer Fläche von 80.000 Quadratmetern erforschte das Mondfahrzeug "Lunochod I" ganze elf Monate lang den Erdtrabanten. Hier zu sehen ist ein Exponat des Mondfahrzeugs in der Ausstellung Dortmunder Kulturtage über die sowjetische Weltraumforschung Anfang der siebziger Jahre.
Alles unter Kontrolle: Fernsehkameras übertrugen in regelmäßigen Abständen hochauflösende Panoramen der Mondlandschaft an die Bodencrew. Sie dienten zur Navigation - gesteuert wurde das Mondmobil dann mit dieser Schalttafel.
Erstes mobiles Mondlabor: Zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt erreichte 1970 ein russischer Raumflugkörper mit "Lunochod I" (russisch für "Mondgänger") den Mond. Die Post der DDR legte zu Ehren des sowjetischen Mondmobils eine Sonderbriefmarke auf.
Außenbordmanöver: "Apollo 15"-Astronaut James B. Irwin 1971 am Mondauto. Die Crew sammelte mit dem Gefährt kilogrammweise Gestein und legten rund 34 Kilometer zurück. Das sowjetische Mondmobil "Lunochod II" hatte drei Kilometer mehr geschafft.
Der "Sojourner" auf dem Mars: Die US-Sonde landete am 4. Juli 1997 auf dem Mars. Sie bestand aus einer Landeeinheit mit Kameras und Messinstrumenten sowie einem Roboterfahrzeug namens "Sojourner". Die Bewegungsfreiheit dieses nur 10,6 Kilogramm schweren Rovers ermöglichte die Analyse von viel mehr Gesteins- und Bodenproben als mit einer traditionellen Sonde. Zum Vergleich: "Lunochod I" wog mit 750 Kilogramm noch etwa so viel wie ein Kleinwagen.