Prager Frühling Auf der Suche nach Freiheit
Protest gegen die Panzer: Einwohner von Prag mit tschechoslowakischen Fahnen werfen während am 21. August 1968 Brandsätze auf einen sowjetischen Panzer. Der Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei beendete den "Prager Frühling"und alle Hoffnungen auf eine Modernisierung des Sozialismus.
Der junge Heinz Eggert: Der spätere Innenminister wuchs in der DDR in Rostock auf. Im Frühjahr 1968 lernte er Prag kennen und verliebte sich in die Stadt - und in Marta. Anfangs hatte er die hitzigen Diskussionen über einen reformierten, demokratischen Sozialismus nicht verstanden, aber die Liebe öffnete ihm die Augen.
Protest-Eskorte: Passanten begleiteten am 21. August 1968 demonstrativ die patroullierenden Soldaten der sowjetischen Invasoren durch die Straßen Prags.
Heinz Eggert: Als Heinz Eggert sich 1968 weigerte, eine Resolution zur Unterstützung des Einmarsches in die Tschechoslowakei zu unterschreiben, war seine berufliche Karriere in der DDR zu Ende. An einer kirchlichen Hochschule konnte er später Theologie studieren. Seit der Wendezeit engagierte er sich in der Politik und trat 1990 in die CDU ein. Er war zunächst als Landrat in Zittau tätig, von 1991 bis 1995 dann sächsischer Innenminister.
Walter Ulbricht: Trotz ausdrücklicher Bitte von SED-Chef Walter Ulbricht an den damaligen Generalsekretär der KPdSU, Leonid Breschnew, durften die Truppen der DDR am 21. August 1968 nicht mit in die Tschechoslowakei einmarschieren - die Präsenz deutscher Soldaten genau 30 Jahre nach der Zerschlagung der Tschechoslowakei durch Hitlers Wehrmacht schien Moskau politisch inopportun. Das Bild vom 9. August 1968 zeigt Ulbricht beim Treffen der Warschauer-Pakt-Staaten in Bratislava (Tschechoslowakei) wenige Tage vor der Invasion.
Protest in Prag: Jugendliche protestieren mit der tschechoslowakischen Fahne vor einem brennenden sowjetischen Panzer gegen den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in Prag am 21. August 1968.
Ein bunteres Leben: Heinz Eggert kam 1968 nach Prag und genoss die dortige Freiheit. Man konnte dort Beatles-Filme wie "Yellow Submarine" (1968) sehen und Musik hören, die in der DDR noch als Sound des Klassenfeindes galten.
Panzer in den Straßen Prags: In der Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 marschierte die Sowjetunion mit ihren Verbündeten aus Polen, Bulgarien und Ungarn in die Tschechoslowakei ein und besetzte innerhalb weniger Stunden alle strategisch wichtigen Positionen des Landes.
Alexander Dubcek: Der Politiker im September 1968 im Gespräch mit Bergarbeitern. Dubcek gilt als die Leitfigur des "Prager Frühlings".
Protest und Verzweiflung: Protestierende am 21. August 1968 mit einem Foto der tschechoslowakischen Politiker Alexander Dubcek und Ludwig Svoboda. Dubcek, damals Erster Sekretär der Kommunistischen Partei, verzichtete aufgrund der Aussichtslosigkeit auf jeglichen militärischen Widerstand gegen den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes. Es kam jedoch zu Auseinandersetzungen zwischen der Zivilbevölkerung und den Invasoren.
FDJ-Parade: Eine Demonstration der Freien Deutschen Jugend mit Großporträt von Walter Ulbricht anlässlich der Kundgebungen zum 20. Jahrestag der Gründung der DDR am 7. Oktober 1969.
Neptun-Werft in Rostock: Während seine Eltern bei staatlich verordneten Aufmärschen stets dabei waren - die Arbeitskollegen gingen schließlich auch alle - war die einzige politische Auseinandersetzung, die Heinz Eggert in seiner Jugend mitbekam, im Jahre 1953. Seine Mutter schloss damals seinen Stiefvater ein, damit dieser nicht zur Neptun-Werft demonstrieren gehen konnte. Denn dort schossen die Sowjets auf die Werftarbeiter. Die Aufnahme zeigt den Bau der Neptun-Werft in Rostock im Januar 1949.
Heinz Eggert: Der CDU-Politiker trat am 10. Juli 1995 als Innenminister zurück, behielt aber sein Mandat im Landtag. Im Oktober des selben Jahres wurde Heinz Eggert erneut in den CDU-Landesvorstand gewählt und war von 1997 bis 2001 stellvertretender Landesvorsitzender der Sächsischen Union.
Prag '68: Gegen 7.45 Uhr eröffnete ein sowjetisches Spezialkommando am 21.8.1968 von einem Schützenpanzerwagen aus das Feuer auf vor dem Rathaus versammelte Demonstranten. Sechs Menschen starben, mehr als 40 wurden verwundet. Gegen Mittag fuhr ein Panzer in ein Haus (gegenüber dem Rathaus) und brachte Teile davon zum Einsturz. Dabei kamen drei Menschen ums Leben.