Früher Fernsehskandal Drei Familien und eine transparente Bluse
Versteckte Kamera: 30 Jahre vor "Big Brother" wurde in "Wünsch Dir was" bereits mit ähnlichen Mitteln gearbeitet - etwa, indem eine Familenberatung heimlich gefilmt und anschließend in der Show vorgeführt wurde.
Pikante Frage: Um bei "Wünsch Dir was" zu gewinnen, mussten die mitwirkenden Familien bereit sein, einiges von sich zu offenbaren - und das war durchaus wörtlich zu nehmen. 1970 kam es zu einem Skandal, nachdem in der Sendung die Frage gestellt wurde, ob eine der Kandidatinnen oben ohne auftreten würden. Alle weigerten sich.
Die Moderatoren: Die Samstagabend-Show wurde von Dietmar Schönherr und Vivi Bach moderiert. Ein Paar waren beide nicht nur vor der Kamera - auch privat teilten sie ihre Zeit.
Volle Puste: Nicht alle der Spiele in "Wünsch Dir was" waren pikant oder anrüchig - hier beispielsweise sollten bei einem Rennen Spielzeugautos durch die Lungenkraft der Kandidaten angetrieben werden.
Rate mal: Bei "Wünsch Dir was" gab es keine langweiligen Frage-Antwort-Spiele, stattdessen mussten die Kandidaten-Familien etwas über eines ihrer Mitglieder raten - ein Vorform des heute gängigen TV-Voyeurismus.
Einen Wunsch frei: Die Gewinner bei "Wünsch dir was" bekamen nicht einfach nur einen Geldpreis, dem Titel der Sendung gemäß durften sie sich tatsächlich etwas wünschen - eine große Reise etwa, ein Segelboot oder was in der Konsumgesellschaft der frühen siebziger Jahre sonst noch begehrenswert erschien.
Auf Augenhöhe: Dietmar Schönherr hatte zwar als Moderator die Sendung fest im Griff, aber seine Partnerin Vivi Bach war weit mehr als die hübsche, aber unwichtige Assistentin, wie es im deutschen Fernsehen damals üblich war.
Glamour-Paar Schönherr und Bach: Bevor Dietmar Schönherr und Vivi Bach die Fernsehzuschauer als Moderatoren von "Wünsch Dir was" begeisterten, hatten sie bereits in mehreren Filmen mitgespielt. Schönherr kannten die Zuschauer außerdem als Komandanten Cliff Allister McLane in "Raumpatrouille Orion" und als Synchronstimme von James Dean. Bach hingegen war von Illustrierten zur "dänischen Bardot" gekürt worden.
Familien-Fernsehen: Als Kandidaten in "Wünsch Dir was" traten jeweils drei Durchschnittsfamilien aus der Schweiz, aus Österreich und aus der Bundesrepublik an - Vater, Mutter, Sohn und Tochter.
Interaktives Fernsehen: "Wünsch Dir was" war auch ein Vorreiter darin, die Zuschauer vor dem Bildschirm einzubeziehen. Um die jeweiligen Rundengewinner zu ermitteln, wurden die Zuschauer in einer vorher benannten Stadt aufgefordert, zu einem bestimmten Zeitpunkt alle Lichtquellen in ihrer Wohnung einzuschalten - der Ausschlag des Stromverbrauchs im städtischen Elektrizitätswerken ergab den Sieger.
Erfolgsmoderator Schönherr: Die Linken liebten "Wünsch Dir was", eine Gemeinschaftsproduktion von Fernsehanstalten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, besonders. Aber auch das bürgerliche Lager fühlte sich gut unterhalten - die kontroverse Sendung gewann unter anderem die Goldene Kamera der Programmzeitschrift "Hörzu" aus dem konservativen Springer-Verlag.