45 Jahre Super 8 - DER SPIEGEL
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45 Jahre Super 8 Flimmern für den Fortschritt

Berti Vogts tat es, Willy Brandt auch: In den siebziger Jahren war Super-8-Filmen Hobby für Millionen Menschen. Aber der Schmalfilm-Boom war zugleich ein Wirtschaftskrimi - mit fiesen Tricks bekämpften sich der US-Konzern Kodak und Japans Elektronikriese Fuji. Am Ende unterlag der Bessere.
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Filme schießen: Wie eine futuristische Phaser-Waffe wirkte die Agfa Movexoom Super-8-Kamera von 1970.

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Super-8-Projektor: Kinospaß im trauten Heim war in der Ära vor übergroßen Flachbildschirmen nur mit Schmalfilmprojektoren möglich.

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Super-8-Filme: Kodak, Agfa und die Russen - drei Super-8-Kassetten von verschiedenen Herstellern.

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Super 8 mit Ton: Kein Leichtgewicht war die erste Tonfilmkamera von Kodak, die Mitte der siebziger Jahre auf den Markt kam.

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Single-8-Film von Fuji: Die Fuji-Kassette war dem Super-8-Format von Kodak technisch weit überlegen - man konnte damit sogar rückwärts filmen. Dennoch setzte sich Super 8 als Schmalfilmstandard durch.

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Agfa Single-8-Film: Der Hersteller Agfa setzte zunächst auf das japanische Single-8-Format. Weil die Deutschen aber die Polyesterfilm-Technologie nicht beherrschten, bestückten sie die Kassetten mit den altmodischen Azetat-Filmen. Dadurch passten statt fünfzehn aber nur zehn Meter Film hinein.

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Amateurfilmer Augstein: Der SPIEGEL-Gründer dreht mit einer Paillard-Bolex H16 Filmkamera.

Foto: Max Ehlert/DER SPIEGEL
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Federgewicht: Japanischer Prospekt für eine Single-8-Kamera von Fuji.

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Schlagerkitsch von Kodak: Ende der siebziger Jahre veröffentlichte Kodak "Begleitmusik zum Instamatic Super 8 Film". Die Schlagersängerin Heidi Brühl singt darauf das Lied "Memory", zwischen den Strophen spricht eine dunkle Männerstimme über die etwas zu lieblich geratene Melodie hinweg: "Was zurück bleibt ist Erinnerung. Die Erinnerung an eine Zeit, die wir nie verlieren möchten. Wir müssen sie einfach festhalten, in Leben und Farbe so wie sie wirklich ist. Wir müssen sie filmen. Mit einer Instamatic Filmkamera von Kodak. Damit ist Filmen einfacher als je zuvor."

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Fröhliches Fummeln: Ein junger Mann überspielt Super-8-Filme auf Videokasseten im VHS-Format. Das Foto wurde Anfang der achtziger Jahre aufgenommen - zu diesem Zeitpunkt gingen die Verkäufe von Super-8-Filmen bereits kontinuierlich zurück.

Foto: SONY
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Z-Modelle von Fujifilm: Kodaks Super-8-Kassette wurde 1964 eingeführt. Der japanische Kamera-Gigant Fuji entwickelte im Gegenzug das Format Single 8. Es verwendete die gleiche Bildgröße und Perforation wie das Kodak-System. Für Single 8 sind keine speziellen Projektoren erforderlich - die Filme können auf jedem Super-8-Projektor gezeigt werden.

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Rückwärtsfilmen mit Fujica: Der Single-8-Film von Fuji kann unbegrenzt zurückgespult werden. Hier sieht man das einfachste Modell der Single-8-Reihe, die Fujica P-1. Die Top-Kameral von Fuji, die Fujica ZC 1000, erlaubt sogar das Rückwärtsfilmen.

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Kodak Instamatic: 1964 stellte Kodak die Super-8-Kamera Instamatic M12 vor, die damals rund 120 D-Mark kostete.

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Heimkino: Projektoren wie dieses 16-Millimeter-Modell machten es möglich, dass Amateurfilmer ihre Werke Familie und Freunden im heimischen Wohnzimmer vorführen konnten.

Foto: Historisches Museum Luzern
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Spielfilme auf Super 8: "Heimkino" bedeutete bis in die achtziger Jahre, Super-8-Filme auf eine Leinwand (oder die Zimmerwand) zu projizieren. Außer den selbstgedrehten Urlaubsstreifen konnte man fertig produzierte Filme kaufen, mit oder ohne Ton. Die hier gezeigte Spule fasste 100 Meter, die Filme hatten eine Länge von um die 60 Meter. Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von www.kameramuseum.de .

Foto: www.kameramuseum.de
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Robuste Bolex-Kameras: Immer einsatzbereite Kameras waren die Bolex H16 und Bolex "Doppelacht". Der Filmer konnte sich auf diese Technik immer verlassen.

Foto: Karl Schillinger
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?