50 Jahre "Ben Hur" - DER SPIEGEL
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50 Jahre "Ben Hur" Superlativ auf Sandalen

Schuften wie auf der Galeere: Vor 50 Jahren feierte "Ben Hur" Premiere. Doch der Weg zum legendären Historienepos war hart. Der Regisseur trieb die Filmcrew mit seinem Perfektionismus in den Wahnsinn, der Produzent bezahlte die wohl stressigsten Dreharbeiten der Filmgeschichte gar mit seinem Leben.
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Filmgeschichte: Neun Minuten dauert das legendäre Wagenrennen, an dem Heston, Wyler und Co. nach einem Jahr Vorbereitung fünf Wochen gedreht haben. 78 Pferde wurden trainiert und mit Yakima Canutt ein preisgekrönter Rodeo-Reiter und Stuntman engagiert, um das kleine Mammutwerk zu inszenieren.

Foto: defd
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Die Seeschlacht: Neben dem legendären Wagenrennen ist die Seeschlacht der zweite Höhepunkt des "Ben Hur"-Remakes. Regisseur Wyler ließ 50 Galeeren und mehrere teure Spezialkameras bauen - die solten im engen Schiffsinneren bessere Bilder produzieren als herkömmliche Geräte. Auch sonst überließ Regisseur Wyler nichts dem Zufall: Das azurblaue Wasser wurde von einem eigens engagierten Chemiker künstlich nachgefärbt und die Schiffe auf Unterwasserschienen bewegt.

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Start in die Kino-Geschichte: Die "Ben-Hur"-Verfilmungen von 1925 und 1959 waren für das Hollywood-Studio MGM absolute Kassenschlager. Schon Fred Niblos aufwendiger Sandalenfilm in den zwanziger Jahren war ein Publikumsmagnet. Wylers "Ben Hur" gilt heute als Mutter aller Monumentalfilme und spielte insgesamt 80 Millionen Dollar ein. Er sanierte das klamme Hollywood-Studio MGM und wurde im Frühjahr 1960 mit elf Oscars ausgezeichnet. Bis heute hat kein Film mehr Academy Awards gewonnen.

Foto: Warner Bros. International
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Filmfehler: Anders als mancher Filmfreund denkt, gehen die meisten historischen Fehler in "Ben Hur" nicht auf William Wyler zurück. An der Galeerensequenz wurde zu Recht bemängelt, dass die Antike überhaupt keine Galeerenstrafe kannte. Die Boote wurden nicht von Verurteilten und Sträflingen wie Ben Hur gerudert, sondern von gut ausgebildeten Soldaten. Die Filmepisode bezieht sich auf die Romanvorlage von Lew Wallace, der sich in kreativer Freiheit von den historischen Fakten gelöst hat.

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"90-Take-Wyler": Der deutschstämmige Regisseur William Wyler war ein Perfektionist, ein Besessener und einer der besten seiner Zunft. Insgesamt brachte Wyler seinen Schauspielern 14 Darsteller-Oscars ein. Zwei davon gingen an Charlton Heston und Hugh Griffith als bester Haupt- und Nebendarsteller in "Ben Hur". Das Bild zeigt Wyler mit seinen Hauptdarstellern Heston und Stephen Boyd vor der Kulisse der Wagenrennenarena.

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Monumentaler Erfolg: William Wylers "Ben Hur"-Verfilmung von 1959 brachte elf Oscars, zwölf Nominierungen, ein Einspielergebnis von 80 Millionen Dollar und die Sanierung des MGM-Studios ein.

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Produzent Zimbalist: Die Arbeit an "Ben Hur" war strapaziös und chaotisch - für alle Beteiligten. Der Hollywood-Produzent Sam Zimbalist erlitt zwei Monate vor dem Ende der Dreharbeiten einen Herzinfarkt und starb im Alter von 54 Jahren. Zimbalist hatte Regisseur William Wyler ins Boot geholt und ihm eine Million Dollar für die "Ben Hur"-Regie geboten.

Foto: AP
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Showdown in der Arena: Nachdem es bei Fred Niblos Verfilmung von 1926 zu mehreren Zwischenfällen gekommen war, häuften sich auch 1959 Gerüchte um Tod und Unfälle am "Ben Hur"-Set. Hartnäckig hielt sich die Legende, ein Stuntdouble des Messala-Darstellers Stephen Boyd sei während der Drehaufnahmen zum Wagenrennen getötet worden. Angeblich soll die Szene dann gegen den Willen der Witwe im Film belassen worden sein. Allerdings konnte die Geschichte nie belegt werden. Sowohl Hauptdarsteller Charlton Heston als auch der Quadrigarennen-Regisseur Yakima Canutt haben die Behauptungen plausibel widerlegt.

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Stars am Set: William Wyler (links neben Charlton Heston) bemerkte einmal, wie ironisch es sei, dass gerade er als Jude einen großen Roman des Christentums verfilmte. Der Film spielt zur Zeit Jesu Christi, zeigt den Sohn Gottes aber ausschließlich von hinten. Die Rolle bleibt im Abspann ohne Credit. Als Wyler die Arbeit an "Ben Hur" beendet hatte, war seine Angst, dass kleine Produktionen seine aufwendigen Kulissen benutzen könnten, groß. Also zerstörte er die Sets in Italien nach dem Ende der Dreharbeiten.

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Oscar-Preisträger 1960: William Wyler (links) erhielt den Preis für die beste Regiearbeit, Charlton Heston (rechts) wurde für die Rolle des Judah Ben Hur zum besten Hauptdarsteller gewählt. Der Preis für die beste Hauptdarstellerin war 1960 einer der wenigen, die nicht an das monumentale "Ben Hur"-Remake gingen. Simone Signoret gewann die Trophäe für ihre Rolle in "Der Weg nach oben".

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Premiere: Die israelische Schauspielerin Haya Harareet, die Ben Hurs Freundin Esther spielt, und Charlton Heston bei einer Hollywood-Premiere von "Ben Hur".

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Unrealistisches Herzstück: Wenn William Wyler sich an historischen Fakten orientiert hätte, wären Filmlexika vermutlich um einen Eintrag ärmer. Tatsächlich hätte das furiose Rennen zwischen Messala und Ben Hur niemals stattfinden können. Mitgliedern der Oberschicht, wie die beiden Widersacher es waren, blieb die Teilnahme an mörderischen Wettkämpfen wie das halsbrecherische Wagenrennen untersagt.

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Chaos beim Wagenrennen: Während der Dreharbeiten des Originals von 1925 starben etliche Pferde. Das Remake der fünfziger Jahre verlief nicht ganz so dramatisch. In diesem Bild stößt der Wagen des zweiten Hauptdarstellers Stephen Boyd (Messala) mit der Filmcrew zusammen. Charlton Hestons Schimmel können der Karambolage gerade noch ausweichen. Bei dem Unfall werden zwei Kameramänner verletzt und eine Spezialkamera zerstört.

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Fred Niblo: Der Regisseur drehte mit "Ben Hur" in den zwanziger Jahren den teuersten Film der Stummfilmzeit. Sein Mammutwerk kostete vier Millionen Dollar bei dreijähriger Produktionszeit. Der junge William Wyler, später Regisseur des "Ben Hur"-Remakes von 1959, arbeitete als Regieassistent an Niblos Film mit.

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Lew Wallace: Ende des 19. Jahrhunderts verfasste der Amerikaner Wallace den Roman "Ben Hur" und schrieb damit unfassbare Erfolgsgeschichte. "Ben Hur" war zu Wallaces Lebzeiten das meistgedruckte Buch nach der Bibel.

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Filmplakat 1926: Die Geschichte der fiktiven Figur Judah Ben Hur, der zu Lebzeiten als Jesu Christi in Jerusalem lebt und den das Schicksal in die Wüste, auf Strafgaleeren und schließlich in die Arena führt, ist seit dem 19. Jahrhundert ebenso erfolgreich wie rentabel. Das Buch war ein Bestseller, das Theaterstück lief 20 Jahre nonstop am Broadway und jede Verfilmung stellte neue Superlative auf.

Foto: Warner Bros. International
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