50 Jahre Fußball-EM - DER SPIEGEL
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Fußball-EM Konterrevolutionäre kicken schlechter

Politisch brisant, sportlich reizvoll, der Beginn einer Ära: 1958 fand das erste Fußball-Europameisterschaftsspiel statt - ausgerechnet zwischen der Sowjetunion und Ungarn. Nur zwei Jahre zuvor hatten Panzer der Roten Armee den Reformen der Ungarn ein brutales Ende gemacht. Von Ralf Klee und Broder-Jürgen Trede
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Polit-Punks: Am 6. Dezember 1956 - nur wenige Wochen nach den dramatischen Ereignissen des Ungarischen Aufstandes - trafen im Wasserballturnier der Olympischen Spiele im australischen Melbourne das ungarische und das sowjetische Team aufeinander. Zahlreiche Beleidigungen, Tritte und Schläge über- und unterhalb der Wasseroberfläche prägten das Spiel. Als der Ungar Ervin Zádor zwei Minuten vor Spielende seinen Gegenspieler Valentin Prokopov beleidigte, stieß dieser ihm die Faust ins Gesicht - blutüberströmt musste der ungarische Nationalschwimmer das Becken verlassen.

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Aufständische: Eine Gruppe ungarischer Aufständischer verschanzt sich während des Ungarischen Volksaufstandes 1956 mit Schusswaffen in einer Wohnung in Budapest. Die Verfolgungs- und Terrorwelle, die dem Aufstand folgte, vergiftete jegliche Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Ungarn.

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WM-Finale 1954: Beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 unterlag die ungarische Wunderelf mit Ferenc Puskás, Zoltán Czibor, Sándor Kocsis und Co. Deutschland am 4. Juli in Bern mit 2:3 und wurde Vizeweltmeister. Die Szene zeigt den ungarischen Kapitän Puskás nach einem Torschuss am Boden liegend (r.). Deutschlands Torwart Anton Turek (ebenfalls am Boden) und Mittelläufer Werner Liebrich sehen den Ball ins Netz gehen. Das Tor wurde aufgrund einer Abseitsentscheidung nicht gezählt.

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Voller Einsatz: Ungarns Torwart Gyula Grosics versucht, eine Attacke von Hans Schäfer abzuwehren. Deutschland drehte beim Finalspiel der Fußball-Weltmeisterschaft am 4. Juli 1954 im Berner Wankdorf-Stadion einen 0:2-Rückstand in ein 3:2.
Als Ungarn beim ersten Fußball-Europameisterschaftsspiel am 29. September 1958 im Moskauer Lenin-Stadion auf die Sowjetunion traf, kam es zu einem Prestigeduell mit höchst politischer Brisanz.

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Ungarischer Volksaufstand 1956: Zwei Jahre vor der ersten Europameisterschaftsbegegnung zwischen Ungarn und der UdSSR kam es zum Ungarischen Aufstand. Am 23. Oktober 1956 hatten sich die Ungarn mit einer Großdemonstration in Budapest gegen die sowjetische Unterdrückung erhoben. Die Demonstration wuchs sich zu einem Volksaufstand aus, welcher am 4. November durch den Einmarsch der Roten Armee in Ungarn beendet wurde. Die Aufnahme vom November 1956 zeigt einen sowjetischen Panzer auf einem Platz in Budapest.

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vOlympische Spiele 1956: Während Ervin Zádor mit einer klaffenden Wunde über dem rechten Auge vom Beckenrand geführt wird, pfeift das aufgebrachte Publikum das russische Team aus. Die Partie zwischen Ungarn und der Sowjetunion am 6. Dezember 1956 bei den Olympischen Spielen ging als "Blutbad von Melbourne" in die Olympische Geschichte ein.

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"Freedom's Fury": Zum 50. Jahrestag des Ungarischen Aufstandes und der Ereignisse bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne produzierte Schauspielerin Lucy Liu 2006 gemeinsam mit Kultregisseur Quentin Tarantino den Dokumentarfilm "Freedom's Fury".

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Walter und Puskas: Die beiden Kapitäne Ferenc Puskas und Fritz Walter geben sich vor dem Fußball-WM-Finale am 4. Juli 1954 in Bern die Hand. Während die Ungarn nach 1938 bei der Weltmeisterschaft 1954 zum zweiten Mal Vizeweltmeister wurden, konnten sie zwei Jahre später - beim ersten Fußball-Europameisterschaftsspiel gegen die Sowjetunion - nicht punkten.

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Sowjetische Opfer: Einwohner von Budapest betrachten am 30. Oktober 1956 die Leichen von getöteten sowjetischen Soldaten hinter einem Panzerfahrzeug. Die Panzer der Sowjetunion waren in Budapest von den Aufständischen mit Molotow-Cocktails empfangen worden.

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Der Siegtreffer: Helmut Rahn (m.) hebt nach seinem Tor beim WM-Finale am 4. Juli 1954 im Berner Wankdorf-Stadion die Arme. Der ungarische Torwart Gyula Grosics liegt nach dem 3:2 für Deutschland am Boden - Ungarn hatte zunächst mit 2:0 geführt, wurde schließlich jedoch nur Vizeweltmeister.

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Zádor, Schljapin und Makarow: Mitglieder des ungarischen und des sowjetischen Wasserballteams der Olympischen Spiele 1956 bei einem Treffen am 1. Juni 2002 in Budapest. Der Ungar Ervon Zádor (l.) schüttelt den Russen Juri Schljapin (m.) und Boris Makarow die Hand. Das Spiel zwischen den beiden Mannschaften bei den Olympischen Sommerspielen war als das brutalste Spiel in die Wasserball-Geschichte eingegangen.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?