An Bord der "Gorch Fock" Einmal um die halbe Welt
Die "Gorch Fock": Während der großen Windjammerparade auf der Kieler Förde segelt das Segelschulschiff der deutschen Marine am 28. Juni 2003 umringt von Begleitbooten an der Spitze des kilometerlangen Feldes.
Matrose Kazim an Bord der "Gorch Fock": Matrose Kazim (r.) steht gemeinsam mit einem Kameraden an Oberdeck der "Gorch Fock". Zwei Monate lang segelte er als Lehrgangsteilnehmer an Bord des Segelschulschiffs - und nahm an der 100. Reise des Schiffs teil: von Kiel über Flensburg nach Madeira, weiter nach Dakar im Senegal und schließlich nach Lanzarote. Dort wurde die Crew abgelöst.
Segelmanöver: "Hol weg, hol weg!", schreit der Ausbilder, die Mannschaft zieht im Rhythmus am Tampen. Auf der "Gorch Fock" ist Seefahrt noch richtiges Handwerk - wann immer möglich, wird gesegelt, die Maschine nur im Notfall oder bei wirklich starkem Termindruck angeworfen.
Bug der "Gorch Fock": Die Segelstation ganz vorne an den Vorsegeln war bei den Matrosen beliebt - zumal es hin und wieder die Gelegenheit gab, sich unbeobachtet ins Netz zu setzen und ein paar Minuten Ruhe zu genießen.
Seemannsfeier auf der "Gorch Fock": Weil unser Ziel Senegal nördlich des Äquators liegt, gibt es keine Äquatortaufe - aber zum Feiern gibt es trotzdem immer einen Grund. Am besten ein Hockey-Turnier an Oberdeck in ausgefallener Mannschaftsbekleidung.
Posten Rudergänger: Eine der vielen Aufgaben an Bord der "Gorch Fock" ist der Posten Rudergänger: Mindestens vier Besatzungsmitglieder stehen vier Stunden lang am Ruder und steuern auf Befehl des wachhabenden Offiziers den vorgegebenen Kurs. Manche Lehrgangsteilnehmer fanden den Job langweilig, andere liebten ihn, weil man die Gedanken schweifen lassen konnte.
Wohn- und Schlafraum der "Gorch Fock": Platz ist auf der "Gorch Fock" rar. Deshalb bekommt jeder Lehrgangsteilnehmer nur einen winzigen Spind, in den sämtliche Uniformen und ein, zwei Sätze zivile Klamotten passen müssen. Großes Gepäck muss zu Hause bleiben. Geschlafen wird in Hängematten, jeweils zwei übereinander, an Ketten gespannt.
Pause auf dem Segelschulschiff: Während einer der seltenen Pausen auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" ruhen sich die Lehrgangsteilnehmer aus. Bald macht das Schiff im ersten Auslandshafen der Reise, in Funchal, Madeira, fest.
Auf dem Heck der "Gorch Fock": Auf dem Heck der "Gorch Fock" ruht sich, hinter dem hölzernen Steuerstand, ein Offizier auf einer Liege aus. Von solch luxuriösen Momenten konnten wir Kadetten nur träumen.
Schulschiff der Deutschen Marine: Die "Gorch Fock" läuft am 12. Juni 2008 unter Segeln über die Kieler Förde. 50 Jahre zuvor, am 23. August 1958, lief das Segelschulschiff der Marine in der Werft von Blohm & Voss in Hamburg vom Stapel. Seitdem legte sie knapp 700.000 Seemeilen zurück und etwa 14.000 Offiziere und Unteroffiziere wurden auf ihr ausgebildet.
Zwischen Eisbergen: Das Segelschulschiff "Gorch Fock" passiert im August 2007 im Golf von Sankt-Lorenz vor Neufundland Eisberge.
"Gorch Fock" im Hafen von Dakar: Die senegalesische Hauptstadt, ist das Highlight der 100. Auslandsausbildungsreise der "Gorch Fock" im Herbst 1994. Vier Tage verbringt die Besatzung in dem westafrikanischen Land.
Die berühmt-berüchtigte Flunder: Dieser Zettel, DIN-A-4 groß, begleitet uns Kadetten die ganze Reise - am Ende völlig zerknittert und abgegriffen, immer in der Uniformtasche. Darauf ist der Grundriss der "Gorch Fock" zu sehen und die Namen der unzähligen Tampen. Die müssen die Lehrgangsteilnehmer auswendig lernen - damit nicht aus Versehen, das falsche Seil losgemacht wird. Wer bei den regelmäßigen Tests nicht das entsprechende Seil zeigen kann, muss zur Strafe in der Pause unter Aufsicht lernen.
Im Mast der "Gorch Fock": Wer in den Masten der "Gorch Fock" arbeitet, sollte schon schwindelfrei sein - die Arbeit ist nicht gerade ungefährlich. Erst beim Erreichen der Arbeitsstation kann man sich per Gurt sichern. Wer in den seltenen Pausen ein wenig Ruhe und Abstand zu den vielen Leuten an Bord sucht, kann sich ebenfalls in die Rahen zurückziehen - und die wunderbare Aussicht, hier nahe der britischen Küste, genießen.
Fernes Oberdeck: Was schreit der Typ da unten? Was soll ich machen? Nicht immer sind die Befehle von da unten zu verstehen, wenn man hier oben auf der "Gorch Fock" herumklettert.
Warten auf den nächsten Befehl: Wir Lehrgangsteilnehmer hocken in Ölzeug an Oberdeck und warten während der Wache auf den nächsten Befehl. Sind die Segel gesetzt, gibt es an Bord der "Gorch Fock" eine Menge zu tun.
Segelwetter: Blick aus der Takelage bei gutem Segelwetter, nicht allzu kräftigem Wind.
Selbstbild eines Matrosen: Ein mit Messing beschlagener Umlenkblock aus Holz.
Das Bild ist entstanden kurz vor dem Landgang in Cadiz (Spanien) während der 120. Auslandsausbildungsreise der "Gorch Fock", einen Tag vor unserem Start zur Atlantiküberquerung.
Blick aus dem Mannschaftsdeck der "Gorch Fock": In den engen Mannschaftsdecks, wo teils über 100 Seeleute Seite an Seite bei jedem Wetter in Ihren Hängematten liegen, fällt das einzige Tageslicht durch die schweren, messingumrahmten Bullaugen.
Zu sehen: Die Eagle. Das Schwesterschiff der "Gorch Fock". Es ist das Ausbildungsschiff der US Coast Guard. Wir trafen sie bei leichten Winden vor der Ostküste der USA auf unser 120. Auslandsausbildungsreise.
In Segeln: Die "Gorch Fock" hat über 2000 Quadratmeter Segelfläche. Hier ein Matrose in den Stagsegeln auf dem Vorschiff während unserer Atlantiküberquerung.
Segelsetzen über den Straßen von New York: Mit Sicherheit eine der intensivsten Momente meines Lebens. Das Foto entstannt beim Segelsetzen von meiner Position auf der Groß-Bram (Zweithöchste Rah vom Großtop) beim Auslaufen in New York. Ein letzter Blick in die Strassenschluchten des Big Apple vor unser dreiwöchigen Atlantiküberquerung zurück nach Europa.