50 Jahre "Perry Rhodan" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

50 Jahre "Perry Rhodan" Opa from Outer Space

2600 Hefte, 156.000 Seiten, eine 3000 Jahre umfassende Geschichte: Seit dem Bau der Berliner Mauer liegt die Science-Fiction-Serie "Perry Rhodan" am Kiosk, ein Heer von Autoren schreibt das Weltraum-Epos seit nunmehr 50 Jahren fort. Längst hat sich auch außerhalb der Hefte um die Serie ein bizarres Paralleluniversum gebildet.
1 / 27

Das erste Heft: "Operation Stardust" erschien am 8. September 1961. In der Geschichte geht es um den US-Astronauten Perry Rhodan, dessen Raumschiff 1971 als erstes auf dem Mond landet - doch die Außerirdischen sind schon da. Der Terraner freundet sich flugs mit ihnen an.

Foto:

Pabel Moewig Verlag

2 / 27

Alter Verwalter: In den Perry Rhodan-Romanen lebt die Menschheit inzwischen im Jahr 5050, und Rhodan, der Großadministrator des terranischen Imperiums, ist mehrere tausend Jahre alt. Ermöglicht wird ihm diese ungebrochene Vitalität durch einen sogenannten Zellaktivator, der ihn unsterblich macht.

Foto: Pabel Moewig Verlag/Johnny Bruck
3 / 27

Umlagert von Fans: "Perry Rhodan"-Chefautor William Voltz 1980, umlagert von Fans. Mitte der siebziger Jahre übernahm der Hesse die inhaltliche Führung der Science-Fiction-Heftreihe, die zuvor bei dem Serienerfinder K.H. Scheer gelegen hatte. Voltz...

Foto: Pabel Moewig Verlag
4 / 27

...setzte auf genauere Charakterisierungen der Figuren statt auf den Technikfetisch und war einer der besten Autoren. Er starb 1984 im Alter von nur 46 Jahren.

Foto: Pabel Moewig Verlag
5 / 27

Robert Feldhoff: Er entwickelte die Serie in den Neunzigern und Nullern weiter. Berühmt und berüchtigt wurde der Oldenburger durch seine epischen Handlungszyklen, die sich über Hunderte von Heften erstrecken konnten. Wie auch sein von den Fans heißgeliebter Vorgänger Voltz wurde Feldhoff nicht einmal 50 Jahre alt.

Feldhoff (stehend) mit Autoren auf dem Weltcon 1986.

Foto: Pabel Moewig Verlag
6 / 27

Was bisher geschah: Als Neueinsteiger die verpasste Handlung nachzuholen, ist bei "Perry Rhodan" fast unmöglich. Mehr als 2600 Hefte sind bereits erschienen - der derzeitige Chefredakteur Klaus N. Frick hat sie als Handapparat in Sammelordnern im Regal stehen.

Foto: Tom Hillenbrand
7 / 27

Perry auf Portugiesisch: Die älteste Sci-Fi-Serie der Welt ist vor allem ein deutsches Phänomen - Amerikaner und Engländer interessierten sich nie für den Terraner. Recht populär ist er hingegen in Brasilien, hier der erste Band "Operation Stardust".

Foto: Pabel Moewig Verlag
8 / 27

Obacht auf Qualität: Die 60-seitigen "Perry Rhodan"-Hefte erscheinen wöchentlich und werden von einem Autorenteam abwechselnd verfasst. Chefredakteur Klaus N. Frick - hier in seinem Büro in Rastatt - verlegte früher Punk-Fanzines und verfasste selber etliche Science-Fiction-Geschichten. Heute wacht er über die Qualität der Serie.

Foto: Tom Hillenbrand
9 / 27

Rhodan als Taikonaut: Die Sci-Fi-Serie erscheint auch in China. Weitere Ausgaben gibt es in Holland, Japan oder Osteuropa. Weil die englischen Ausgaben nie lange überlebten, soll es amerikanische Nerds geben, die extra Deutsch lernten, damit sie die Originalhefte lesen können.

Foto: Pabel Moewig Verlag
10 / 27

Finnische Ausgabe: Zwar gibt es auch außerhalb Europas Fans, doch der Heftroman, "ist vor allem ein mitteleuropäisches Phänomen", glaubt Chefredakteur Frick.

Foto: Pabel Moewig Verlag
11 / 27

Perry Rhodos: Die griechische Ausgabe, hier Band 1, war ein totaler Flop. Sie wurde nach vier Heften eingestellt

Foto: Pabel Moewig Verlag
12 / 27

Französische Ausgabe: Auf dem Höhepunkt des Erfolgs verkaufte der Pabel-Moewig-Verlag mehr als eine Million Hefte pro Woche. Aus dieser Zeit datieren auch viele der Auslandsausgaben, die später meist wieder eingestellt wurden.

Foto: Pabel Moewig Verlag
13 / 27

Heft-Exposé: Der Chefautor, auch Expokrat genannt, verfasst zu jedem geplanten Band einen kurzen Handlungsabriss. Nach diesen Vorgaben schreibt der Autor dann den Roman - hier das noch auf Schreibmaschine getippte Exposé der Ausgabe 1000.

Foto: Tom Hillenbrand
14 / 27

Niederländisches Perry-Heft: Die holländische Ausgabe ist eine der wenigen, die es im Ausland immer noch gibt.

Foto: Pabel Moewig Verlag
15 / 27

Perry auf Italienisch: La Diffusione Nazionale gab knapp 70 Hefte heraus, dann war Schluss. Offenbar war den Italienern die Story zu langwierig.

Foto: Pabel Moewig Verlag
16 / 27

Mangaeske Version: Auch in Japan ist die Science-Fiction-Serie "Perry Rhodan" seit den siebziger Jahren populär. Der Verlag Hayakawa Bunko versieht die Bände mit Titelbildern, die an japanische Sci-Fi-Comics erinnern.

Foto: Pabel Moewig Verlag
17 / 27

Anderes Design: Die japanische Version erscheint als Taschenbuch. Zudem liest man sie von hinten nach vorne.

Foto: Tom Hillenbrand
18 / 27

Karl-Herbert Scheer: Zusammen mit Walter Ernsting (Clark Darlton) entwarf und gründete er 1961 die Science-Fiction-Serie. Wegen seiner Vorliebe für epische Weltraumschlachten und exakte Angaben der Megatonnen-Sprengkraft bekam er den Spitznahmen "Kanonen-Herbert" verpasst.

Foto: Pabel Moewig Verlag
19 / 27

Bei 2600 ist noch lange nicht Schluss: Das kürzlich erschienene Jubiläumsheft ist, wie alle runden Nummern, auch der Beginn eines neuen Handlungszyklus', der sich über Dutzende Hefte erstreckt.

Foto: Pabel Moewig Verlag/Andre Bellardy
20 / 27

Sound des Kosmos: In den vergangenen Jahren hat der Pabel-Moewig-Verlag versucht, seinen Oberastronauten etwas hipper zu gestalten - auf dieser CD von 2006 wird Rhodan von mehreren Bands besungen.

Foto: Pabel Moewig Verlag
21 / 27

US-Ausgabe: In den späten Sechzigern brachte der Amerikaner Forrest J. Ackerman die Serie in den Vereinigten Staaten auf den Markt. Auch später gab es immer wieder Versuche, "Perry" dort zu etablieren, die jedoch alle kläglich scheiterten.

Foto: Pabel Moewig Verlag
22 / 27

Held im Westentaschenformat: Wie in Japan erschienen die "Perry"-Geschichten auch in den USA als Taschenbücher. Während der Erfolg in Übersee im wahren Leben ausblieb, gibt es ihn zumindest in der Sci-Fi-Literatur. Im 2025 spielenden Roman "Limit" des deutschen Autors Frank Schätzing ist Perry Rhodan der beliebteste Hollywood-Held.

Foto: Pabel Moewig Verlag
23 / 27

Mann mit Humor: Zusammen mit Karl-Herbert Scheer erfand Walter Ernsting die Serie in den sechziger Jahren nahe München. Der unter dem Pseudonym Clark Darlton schreibende Koblenzer war wie sein Kompagnon von den US-Plänen einer Landung auf dem Mond inspiriert. Während Scheer eher für detaillierte technische Beschreibungen und Action stand, brachte Darlton Humor in die Serie.

Foto: Pabel Moewig Verlag
24 / 27

Perry Rhodan als Comic-Figur: Immer wieder gab es Versuche, die Abenteuer des terranischen Großadministrators auf andere Medienformate zu übertragen.

Foto: Tom Hillenbrand
25 / 27

Buntes Universum: Die Comic-Adaption von "Perry Rhodan" ist durchaus achtbar - das kann man von der bisher einzigen Verfilmung "SOS aus dem Weltall" (1967) nicht sagen. Fans hassen den Film mit Inbrunst.

Foto: Tom Hillenbrand
26 / 27

"Perry - Unser Mann im All": Die Comic-Serie erschien erstmalig 1968 bis 1975 im Moewig-Verlag und umfasste über hundert Bände.

Foto: Tom Hillenbrand
27 / 27

Der Preiskatalo: Wer sich mit alten Romanheften von 1900 bis 2011 beschäftigt, sollte im neuen Roman Preiskatalog stöbern. Hier werden die biographischen Daten (Umfang der Serien, Verlagsnamen, Verlagsort und Datum) sowie die Sammlerpreise dieser Hefte aufgeführt. Tolles Nachschlagewerk und ein Augenschmaus, da erstmals alle Abbildungen in Farbe sind. Herausgeber ist das Comicladen Kollektiv Hamburg.

Foto: Joachim Knüppel/thomas götze
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?