Killer mit Mama-Komplex Chaotisch und geschmacklos
In ihrer Badewanne ist sie ... sicher: Das entschied Janet Leigh, nachdem sie sich das erste Mal in Hitchcocks Thriller gesehen hatte. "Vor 'Psycho' waren meine Waschgewohnheiten relativ normal", erinnert sich Leigh in ihren Memoiren, "aber danach war alles anders." Nachdem sie im Film gesehen hatte wie schutzlos man in der Dusche ist, duschte sie nur noch in absoluten Ausnahmefällen. Und wenn dann behielt sie immer den Duschvorhang offen und die Badezimmertür im Auge. "Das Badezimmer wird jedes Mal sehr nass", kommentierte sie ihren Spleen augenzwinkernd.
Haus Versehen: "Die unheimliche Atmosphäre ist bis zu einem gewissen Punkt ein Unfall", kokettierte Hitchcock, als Francois Truffaut ihn in seinem Buch "Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?" nach dem "Geisterhaus" der Familie Bates fragte. Die Geschichte würde ja in Nord-Kalifornien spielen, erklärte der britische Meisterregisseur und dort sei solche Architektur durchaus gängig. Der Name des düsteren Baustils in Hitchcocks Schocker trägt den passenden Namen "California Gothic".
Hat einen Vogel: In Hitchcocks "Psycho" spielt Anthony Perkins den psychisch kranken Norman Bates, dessen Hobby es ist, Tiere zu präparieren. Die Rolle machte ihn unsterblich. Bei einer Umfrage 1990 erklärten 90 von 100 Amerikanern, sie würden wissen wer Bates sei. Kein Popstar und keiner der US-Präsidenten kam auf eine derart hohe Quote.
Legendärer Filmkiller, sticht! Das Szenenbild zeigt den Mörder, der Marion Crane (Janet Leigh) unter der Dusche mit dem Messer tötet. Es ist der schizophrene Norman Bates, verkleidet als seine Mutter. Um das Geräusch der Messerstiche zu imitieren, rammte der Toningenieur eine Klinge in eine Melone. Nachdem sich Hitchcock den Sound verschiedener Melonen angehört hatte, entschied er, dass türkische Wassermelonen sich am besten anhören.
Hält die Klappe: Regisseur Alfred Hitchcock posiert am "Psycho"-Set mit einer Filmklappe.
Schock, Schocker, "Psycho": Das deutsche Plakat zu Alfred Hitchcocks Thriller mit Anthony Perkins und Janet Leigh, USA 1960.
Geld macht nicht glücklich: Janet Leigh spielt in Alfred Hitchcocks Film "Psycho" von 1960 die Sekretärin Marion Crane. Diese unterschlägt im Film 40.000 Dollar, um mit ihrem Freund Sam Loomis, gespielt von John Gavin, ein neues Leben anzufangen.
Der sterbende Star: Regisseur Alfred Hitchcock mit der vermeintlichen Hauptdarstellerin seines Films "Psycho", Janet Leigh, am Filmset. Sie spielt in dem Thriller von 1960 die Rolle der Marion Crane. Doch...
...schon nach 47 Minuten findet sie ihr Ende in der legendären Duschszene: Die rasend schnell geschnittene Mordsequenz mit dem unverwechselbaren Streicher-Soundtrack ist heute eine der bekanntesten Szenen der Filmgeschichte.
Mama Bates: Alfred Hitchcock posiert auf dem Stuhl von Mrs. Bates, Norman Bates Mutter. Um das überraschende Ende des Films geheim zu halten, tat der Regisseur so, als würde er wirklich nach einer Schauspielerin für die Rolle suchen. Tatsächlich kam sie im fertigen Film nur als verschrumpelte Leiche vor.
Bettgeflüster: Alfred Hitchcock im Gespräch mit seinen Darstellern John Gavin und Janet Leigh, die in "Psycho" von 1960 ein Paar spielen. Am Anfang des Films spielen die beiden eine verruchte Liebesszene in einem Stundenhotel. Hitchcock fand diese zuerst nicht überzeugend genug. Er nahm Leigh zur Seite. "Janet", sagte er zu ihr, "die Leidenschaft kommt noch nicht richtig rüber - könntest du da etwas tun?"
Kalte Dusche: Anne Heche ("Donnie Brasco", "Wag The Dog") spielt in Gus Van Sants Eins-zu-eins-"Psycho"-Adaption von 1998 die Rolle der Marion Crane - und wurde dafür für die Goldene Himbeere nominiert.
Mörderisch lang: Am Set bespricht Alfred Hitchcock mit seiner Hauptdarstellerin Janet Leigh die legendäre Duschszene des Films "Psycho" von 1960. Für die Sequenz musste Leigh eine ganze Woche lang unter der Dusche stehen.
Zimmer frei im Bates Motel: Vera Miles, John Gavin und Anthony Perkins (von links) in einer Szene in Alfred Hitchcocks Film "Psycho" von 1960.
Fortsetzung folgte: Die Rolle seines Lebens ließ Anthony Perkins sein Leben lang nicht los. 23 Jahre nach Hitchcocks Original spielte er erneut den Geisteskranken Norman Bates. In "Psycho II" kehrt er nach über 20 Jahren in der Psychiatrie in das verfallene Bates Motel zurück.
Der Wahnsinn ging weiter: In "Psycho III" von 1986 spielte Anthony Perkins nicht nur Norman Bates, er führte auch Regie.
Bis zum bitteren Ende: In "Psycho IV - The Beginning" (1990) wird die Beziehung des Kindes Norman Bates zu seiner Mutter thematisiert. Auch wenn der Film keinen besonderen Erfolg hatte, war ein fünfter Teil der "Psycho"-Reihe bereits in Planung. Doch dann starb der Hauptdarsteller Anthony Perkins 1992 an HIV.
Aus alt mach ...: Das gleichnamige "Psycho"-Remake von 1998 mit Anne Heche und Vince Vaughn in den Hauptrollen folgte dem Original in vielen Einzelheiten - und wurde von den Kritikern gnadenlos verrissen. Der Regisseur Gus Van Sant ("Good Will hunting", "Elephant") erhielt die Goldene Himbeere als "Schlechtester Regisseur".