50 Jahre Starfighter-Kauf Witwenmacher mit Stummelflügeln
Formationsleiter: Der Pilot eines Starfighters in seinem Cockpit. Allein beim Start drückte der Nachbrenner die Flieger mit etwa 29.000 PS in ihren Sitz, während das Flugzeug in 13 Sekunden von Null auf 350 Stundenkilometer beschleunigte.
F 104G in Schwarz-Rot-Gold: Die F-104G mit der Nummer "25+50" aus dem Jagdbombergeschwader 34 bei einer Show zum 50-jährigen Jubiläum des Fliegerhorst Memmingerberg am 5. Mai 1985.
Vertikalflug bei Nacht: Sein mächtiges Triebwerk schob den Starfighter schneller und höher in den Himmel als alle Kampfflugzeuge vor ihm.
Starfighter in Reih und Glied: Sorgfältig aufgereihte F-104 Starfighter stehen im Mai 1987 auf dem Fliegerhorst Manching.
Im Himmel von Arizona: Ein F-104G überfliegt 1973 den Grand Canyon. Nachdem schon sofort nach der Indienstnahme die ersten Abstürze zu beklagen waren, hatte die Luftwaffe 1965 die Ausbildung ihrer Starfighter-Piloten in die Hände der U.S. Air Force gelegt. Die Soldaten starteten ihre Flugstunden von da an auf der "Luke Airforce Base" in Arizona.
Formationsflug: Vier F-104-Starfighter bei einem Übungsflug über der Wüste von Arizona. Erst in den Sechzigern war eine junge Generation von Piloten nachgerückt, die mit den Geschwindigkeiten der Überschallmaschinen auch umgehen konnten.
Missglückte Landung: Dieser Starfighter verlor während eines Übungsflugs im September 1967 Öl und setzte daraufhin zu einer Notlandung auf der griechischen Insel Korfu an. Die Maschine schoss über die Landebahn hinaus und endete mit ihrer Nase drei Meter unter Wasser. Der Pilot konnte nur mithilfe des Schleudersitzes aus dem Wrack entkommen - er überlebte schwer verletzt.
Nachbrenner: Trotz der unfassbar hohen Absturzquote wollte eine ganze Generation von Piloten unbedingt mit den Starfightern fliegen. "Das Flugzeug war eine Augenweide, man flog einfach gerne mit dieser Schönheit", sagt der ehemalige Flieger Hubert Peitzmeier heute.
Steuerzentrale: Die Instrumente im Cockpit eines F-104G-Starfighters
Paradeaufstellung: Die F-104 war einmal das schnellste Flugzeug der Welt. Der radikaler Entwurf des Starkonstrukteurs Clarence Johnson wirkte mit seinen kurzen Flügelstummeln am lanzendünnen Rumpf wie ein galaktischer Marschflugkörper - minderte aber vor allem den Luftwiderstand im Überschallbereich. Die Kanten der Tragflächen waren dabei so scharf, dass das Bodenpersonal nach der Landung zuerst Gummileisten an den Flügeln anbringen musste.
Formation über der Waffenschule Jever: In 15 Kilometer Höhe kam der Starfighter auf ein Spitzentempo von Mach 2,2, auch im Tiefflug war bei Bedarf noch Überschallgeschwindigkeit drin. Das Triebwerk reagierte dabei extrem spontan selbst auf den kleinsten Impuls des Piloten.
Abflug: Dieser Starfighter mit der Rumpfnummer 20+08 hatte seinen ersten Flug am 31. Mai 1961 und wurde am 8. Dezember 1971 durch Vogelschlag schwer beschädigt. Nach einigen Reparaturen blieb er dann aber noch jahrelang im Dienst. Informationen wie diese hat Ex-Starfighter-Pilot und Fan Hubert Peitzmeier auf seiner Seite zu fast jeder der Bundeswehr-Maschinen zusammengestellt.
Haifisch der Lüfte: Diese F-104G, die mit einigen Sonderlackierungen versehen wurde, steht heute im Museum für Luftfahrt und Technik in Wernigerode.
Luftrolle: Das mächtige Triebwerk schob den Starfighter schneller in die Höhe als jedes andere Kampfflugzeug vor ihm - eine Spezialversion konnte sogar bis in die Stratosphäre auf 36 Kilometer Höhe klettern. "Doch selbst die Standardmaschinen hatten Steigleistungen, die einen schwindelig machten", erzählt Ex-Pilot Peitzmeier. "Wir konnten noch nach oben gehen, wenn andere Jets schon vom Himmel fielen."
F-86 Sabre: Bereits in den vierziger Jahren wurde dieses Kampfflugzeug für die U.S. Air Force gebaut. Die Jäger wurden erstmals im Koreakrieg eingesetzt und mussten sich dort mit den sowjetischen MiG-15 messen. Danach wurde die F-86 zum Standardjäger der westlichen Staaten.
Das letzte Phantom: Ein Kampfflugzeug vom Typ F-4F Phantom II mit Sonderlackierung bei einem letzten Flug im Juni 2008. Die Jagdbomber des US-Flugzeugbauers McDonnell wurden 1960 erstmals von der U.S. Air Force geflogen und gehörten zeitweise zu den am weitesten verbreiteten Jagdflugzeugen der Welt. Die Bundeswehr, die ihre Phantome inzwischen durch Maschinen des Typs Eurofighter Typhoon ersetzte, stellte die Kampfflugzeuge vom Typ F-4F Phantom II 1974 erstmals in Dienst.
Tornado über Schleswig-Holstein: Das von Deutschland, Großbritannien und Italien gemeinsam entwickelte und gebaute Kampfflugzeug Tornado steht seit August 1974 im Dienst der Bundeswehr und war unter anderem am Balkan im Einsatz.
Der Eurofighter hebt ab: Der Eurofighter Typhoon der Bundesluftwaffe beim Start vom Fliegerhorst des Jagdgeschwaders 74 in Neuburg an der Donau. Der Eurofighter ersetzt die seit 1974 genutzten Jagdflugzeuge vom Typ F-4F Phantom II.
Manöverbesuch von Franz Josef Strauß: Im Kalten Krieg folgte eine Krise der nächsten. 1961 baute die DDR die Berliner Mauer, ein Jahr später stand die Welt während der Kuba-Krise am Rande eines Atomkriegs. Verteidigungsminister Franz Josef Strauß (hier bei einem Manöver 1957) wollte die neuen Starfighter-Kampfflugzeuge daher so schnell wie möglich im Einsatz sehen.
Schülerdemo gegen Lehrermangel: Im Februar 1973 demonstrieren Schülerinnen und Schüler vor dem Rathaus in Neumünster gegen den Lehrermangel an den Schulen in Schleswig-Holstein. Ihr Transparent zeigt dabei, wie sehr der Starfighter zum Synonym für tödliche Abstürze geworden war - 292 von 916 Flugzeugen stürzten ab, knapp jeder dritte Starfighter bohrte sich in den Boden. 116 Piloten starben.
Starfighter auf der Festwiese: Gerne zeigte die Luftwaffe in den sechziger Jahren den Starfighter bei Öffentlichkeitsveranstaltungen. Der Jugendspielplatz in Neumünster, normalerweise genutzt als Jahrmarkts- und Zirkusplatz, wurde im Juni 1965 zum Standplatz einer F 104.