Mobilfunk der Zukunft So wird bei Vodafone 5G gemacht
Volles Rohr: Auf dem Vodafone-Parkdeck, in Sichtweite des Antennenmasts, attestiert die Speedcheck-App dem 5G-Netz eine Downloadrate von knapp 550 Megabit pro Sekunde.
An derselben Stelle kommt unser Test-Smartphone allerdings auch mit 4G, also LTE auf stattliche 227 Megabit pro Sekunde. Bemerkenswert ist hier vor allem, dass der sogenannte Ping, also die Verzögerung des Netzes, bei LTE geringer ist. Gamern wäre das wichtig.
Die Position des 5G-Sendemastes nahe der Vodafone-Zentrale ist freilich gut gewählt: Genau zwischen zwei vielbefahrenen Straßen gelegen ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass sich hier viele Nutzer gleichzeitig über einen längeren Zeitraum aufhalten.
Eine durchaus wackelige Präsentation: Um die Performance von 5G zu demonstrieren hat Vodafone eine Mondlandesimulation in Virtual Reality samt beweglichen Sitzen aufgebaut.
Der Sendeturm auf dem Parkdeck des Internetkonzerns. Die 5G-Antennen erkennt man daran, dass sie viel kürzer sind als die länglichen 4G-Antennen.
Wie es im Inneren einer solchen Antenne aussieht, erklärt Vodafone-Technikchef Gerhard Mack. Insgesamt 64 kleine Antennen arbeiten zusammen, um das sogenannte Beamforming zu ermöglichen, also das Ausrichten des Funksignals exakt auf das Gerät des Nutzers.
Eine unerlässliche Komponente von 5G sind auch Glasfaserkabel, über die die Antennen ans Kabelnetz angeschlossen werden. Dieses Modell zeigt eine moderne Methode, solche Kabelstränge mit geringem Aufwand in Straßen zu verlegen.
Das findet man bei Vodafone im Kellergeschoss: Sieht aus wie ein Kaugummiautomat, spuckt stattdessen aber Gehörschutzstöpsel aus.
Diese Stöpsel braucht man, wenn man das Rechenzentrum betreten will, denn die darin aufgereihten Serverschränke produzieren reichlich Lärm. Was links an der Wand aussieht wie ein Gartenzaun, dient zur elektromagnetischen Abschirmung der Serverräume.
In einem separaten Bereich findet man neben all der Computertechnik auch solche Richtfunkantennen.
In einem der oberen Stockwerke findet man bei Vodafone diesen Raum, in dem neue Mobilfunktechnik getestet und deren elektromagnetische Eigenschaften vermessen werden. Hier ist gerade eine 5G-Antenne aufgehängt.
Um in dem Testraum unterschiedliche Hardware prüfen zu können, haben sich die Techniker ein Anschlussfeld konstruiert, das unter anderem eine USB-Buchse und eine Multisteckdose für Netzteile aus aller Welt enthält.
Ein Beispiel für eine industrielle 5G-Anwendung sieht der Konzern in solchen Sensoren, die den Luftdruck in LKW-Reifen messen und per Mobilfunk an den Spediteur senden.
In der Spedition lassen sich die Reifendaten dann per Computer auswerten.
Eine andere industrielle 5G-Anwendung könnte die Fernsteuerung von Maschinen sein. Vodafone will dafür kurzfristig online buchbare Servicepakete anbieten.
Ausflugsziel für Early Adopters: Der einzige 5G-Funkturm von Vodafone, der im August in Hamburg aktiv war, steht in einem Gewerbegebiet zwischen Autobahn und Bahn-Stellwerk.
Begeisterung kommt beim Test des kleinen 5G-Netzes in Hamburg nicht auf. Nicht mal 200 Megabit pro Sekunde kamen mit 5G-Verbindung zustande. Ein Wert, den das LTE-Netz an jenem Tag locker übertraf.