60 Jahre Bundesrepublik Eine Königin für Selfkant
Wachtposten: Ein niederländischer Militärpolizist hält die Stellung vor dem ehemals deutschen Rathaus in Tüddern im Selfkant. Das Gebiet steht unter der Auftragsverwaltung des Königsreichs.
Niederländische Militärpolizei: Da wird ordentlich Staub aufgewirbelt. Die Jeeps rasen von der Ortschaft Tüddern ins benachbarte Höngen. Die Polizisten der "Koninklijke Marechaussee" mit den weißen Helmen halten ihre Waffen griffbereit. Sie sichern am 23. April 1949- dem Tag, an dem der Selfkant unter niederländische Auftragssverwaltung gestellt wird.
Schaulustige: Der 23. April 1949 ist ein besonderer Tag in der Geschichte des Selfkant - die Verschiebung der Grenze und das Militäraufgebot wollen die Bewohner der Region nicht verpassen. Viele sind skeptisch, was die Zukunft bringen wird.
Flagge zeigen: An diesem schönen Frühlingstag 1949 wird der Selfkant zur Mittagsstunde niederländisch. Der von der Königin eingesetzte Landdrost Hubert Dassen hisst am 23. April die niederländische Fahne an seinem neuen Amtsgebäude in Tüddern.
Etikettenwechsel: Aus der "Amtsverwaltung Selfkant" wird unter niederländischer Auftragsverwaltung ab dem 23. April 1949 das "Drostambt Tudderen".
Fahrzeugkolonne: Die Auto-Schlange ist lang. Allen voran fahren die militärischen Lastwagen. Sie kommen aus dem niederländischen Sittard, um den Selfkant einzunehmen.
Neue Grenze: Der niederländische Zollbeamte hat Position vor dem neuen Zollamt bezogen - die Grenzkontrolleure waren insbesondere auf der Suche nach Kaffee und Zigaretten.
Nacht zum 1. August 1963 die Grenze um etliche Kilometer zurückverschiebt, gehört der Selfkant wieder zu Deutschland und damit auch die Waren, die sich auf diesem Gebiet befinden. Die vollbeladenen Lastwagen enthalten unverzollte Ware. Viele Unternehmer machen sich diesen Trick zunutze und schlagen erheblichen Profit daraus.
Symbolträchtig: Dieser Esel passierte als Erster am 1. August 1968 die alte Demarkationslinie in Saeffelen im Selfkant. Die Bewohner ärgern sich über die Unternehmer, die sich die Verschiebung der Grenze zunutze machten, indem sie zuvor Warenmassen in Hallen und Lastwagen des Gebiets horteten. Ganz selbstironisch wollen sie mit dem Esel und dem ihm zugeschriebenen Vorurteil zeigen, dass sie selbst zu dumm dazu waren.
Ansturm: Am Grenzübergang Saeffelen staut sich die Menge der wartenden Autos und Fußgänger. Ab Mitternacht des 1. August 1963 gehört der Selfkant wieder zu Deutschland.