60 Jahre Bundestag - DER SPIEGEL
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60 Jahre Bundestag Als Bonn an die Spree zog

Vor sechzig Jahren trat der Bundestag zum ersten Mal zusammen. Das einzige direkt vom Volk gewählte Verfassungsorgan der Bundesrepublik war ein kleines, idyllisches Parlament am Rhein. Bis zum 19. April 1999. Dann wurde alles anders. Oder nicht? Von Dominik Baur
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Wolfgang Thierse vor dem Reichstagsgebäude: Für den Bundestagsvizepräsident war der Reichstag lange Zeit ein "Sehnsuchtsobjekt". Dass er als Hausherr des Bundestags eines Tages den Schlüssel für die neue Stätte des Parlaments entgegennehmen würde, hätte sich der einstige Student der Humboldt-Universität aber nicht träumen lassen.

Foto: Dominik Baur
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Der Bau des Plenarsaals: Das erste Parlamentsgebäude der Bundesrepublik entstand im beschaulichen Bonn - direkt am Rhein.

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7. September 1949, der große Tag: Kurt Schumacher ist auf dem Weg zur Eröffnungssitzung des Bundestags. Gestützt wird der SPD-Chef von seiner Lebensgefährtin und Privatsekretärin Annemarie Renger. 1972, 20 Jahre nach Schumachers Tod, wird sie die erste Präsidentin des Bundestags.

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Eröffnung des ersten Deutschen Bundestages: Der erste Plenarsaal in Bonn wirkte noch ein wenig wie ein zu groß geratenes Klassenzimmer. Hier unterhält sich der FDP-Politiker Theodor Heuss während der Eröffnungssitzung. Wenige Tage später wird er zum ersten Bundespräsident der BRD gewählt.

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Blick in das Bundestagsplenum: Schon im ersten Plenarsaal prangte bald das Wandrelief mit dem Bundesadler - damals aus Gips - hinter dem Redner. Der leicht üppige Vogel wurde 1953 von Ludwig Gies gestaltet und erhielt schnell den Spitznamen "Fette Henne". Der blieb auch seinen Nachfolgern in den späteren Plenarsälen.

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Auf der Regierungsbank: Norbert Blüm war einer der entschiedensten Gegner des Umzugs nach Berlin. Seine Zeit auf der Regierungsbank geht allerdings noch in Bonn zu Ende. Heute  hat auch der CDU-Mann seinen Frieden mit der neuen Hauptstadt gemacht.

Foto: dpa
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Plenarsaal im Bonner Wasserwerk: 1986 zog der Bundestag ins nahe gelegene ehemalige Wasserwerk, damit der Plenarsaal des Bundeshauses komplett abgerissen und neu aufgebaut werden konnte. Das Parlament tagte bis 1992 im Wasserwerk. Noch bevor der neue Plenarsaal bezugsfertig war, fiel hier 1991 die Entscheidung für den Umzug nach Berlin.

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Deutscher Bundestag in Bonn: Der neue Plenarsaal diente den Abgeordneten nach seinem Bezug 1992 nur noch sieben Jahre lang als Parlament. Architekt war Günther Behnisch, der auch das Münchner Olympiastadion entworfen hatte. Heute dient es dem World Congress Center Bonn als Tagungsstätte, die vor allem von den zahlreichen nun in Bonn ansässigen Organisationen der Vereinten Nationen genutzt werden.

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Der Reichstag kurz vor seiner Eröffnung im Jahr 1999: Eigentlich wollte Architekt Norman Foster auf die Kuppel verzichten. Stattdessen schwebte im ein gewaltiger Baldachin über dem gesamten Gebäude vor. "Deutschlands größte Tankstelle", spottete man. Beide Ideen trieben ihm die Bauherren aus. Das Megadach kam für sie nicht in Frage, und eine Kuppel musste in jedem Fall her.

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Der Plenarsaal im Berliner Reichstag: Das gesamte Innere des Reichstagsgebäudes wurde von Foster neu entworfen und neu errichtet. So auch der Plenarsaal unter der berühmten Kuppel.

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Reichstagsgebäude Berlin: In den achtziger Jahren schlummert das Gebäude als Museum vor sich hin.

Foto: Lutz Luedolph
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Reichstagsgebäude Berlin: Vor dem Reichstag kann man in den achtziger Jahren in Berlin gut Fußballspielen.

Foto: Lutz Luedolph
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Reichstagsgebäude Berlin: In den neunziger Jahren war das Fußballspielen vor dem Reichstag verboten. Pflanzenschutz in geschützter Grünanlage hat Vorrang vor dem Volk!

Foto: Lutz Luedolph
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?