Von der Reichs- zur D-Mark Neues Geld neues Glück
Frisches Geld: Auszahlung von 40 Deutschen Mark pro Person in einer Ausgabestelle in der Münchener Karmeliter-Schule. Erspartes ging durch den Umtausch zumeist verloren, unbeschadet überstand den Einschnitt nur, wer Sachwerte gebunkert hatte.
Geld zu Rauch: Da die Reichsmark 1948 nichts mehr wert war, konnte man die Scheine ebensogut zum anzünden einer Zigarette benutzen.
Von Schein zu Schein: Auf der rechten Seite die deutschen Geldscheine, die ab dem 21. Juni 1948 im Zuge der Währungsreform im Westen Deutschlands gültig waren, links 10 und 100 DM Banknoten von 1948 bis 2001. Die ersten Banknoten waren in den USA hergestellt worden und sahen aus wie Dollar auf Deutsch. Einige Figuren hatten sich von amerikanischen Eisenbahnaktien darauf verirrt, die Gestaltung verriet das Provisorium, und den Ausgabeort hatte man vorsichtshalber weggelassen - die Tür für eine Einigung mit den Sowjets war damit noch nicht ganz geschlossen.
Ein neuer Anfang: Menschen stehen am 2. August 1948 vor einer Wechselstube in Berlin-Tiergarten Schlange, um Reichsmark in Deutsche Mark zu tauschen. Pro Kopf durften lediglich 60 Reichsmark eins zu eins in die neue Währung umgetauscht werden - 40 Mark sofort, 20 nach zwei Monaten.
Aus Alt mach Neu: Banknoten des ehemaligen Deutschen Reichs mit aufgeklebten Coupons, die im Juni 1948 in der Sowjetischen Besatzungszone in Umlauf gesetzt wurden. Da die Sowjets nach der Währungsreform in den Westzonen nicht genügend geeignetes Papier hatten, um ihrerseits eigene Scheine zu drucken, rüstete man stattdessen gebrauchte Reichsmark mit Aufklebern auf. Folglich durften in der Ostzone nur noch Banknoten mit diesen Coupons verwendet werden.
Käufliche Träume: Die Regale in den Geschäften waren nach der Wirtschaftsreform im Juni 1948 plötzlich wieder voll mit den lange zurückgehaltenen Waren. Die meisten Bürger konnten allerdings nur, wie hier in Hamburg, staunend davorstehen. Die neue Auswahl leisten konnten sich nur die wenigsten.
Andrang aufs neue Geld: Zumeist gab es in den Umtauschstellen großes Gedränge um die neue Deutsche Mark. Wie hier am 20. Juni 1948, dem Stichtag der Währungsreform in den westlichen Besatzungszonen, in einer Umtauschstelle in Hamburg.
Schöner, neuer Schein: Banknote der Deutschen Notenbank über zehn Deutsche Mark, herausgegeben 1948.
Schlagzeile: Endlich, am 24. Juni 1948 bekamen die Deutschen eine neue Währung und auch die Zeitungen verkündeten was bereits seit längerem als Gerücht umging.
"Neue Währung - Neue Preise!": Mit dieser Werbung versuchte am 10. Juli 1948 ein Berliner Textil-Geschäft am Kurfürstendamm Kunden anzulocken. Nach der Währungsreform im Juni 1948 waren zwar die Geschäfte wieder voller Waren, die meisten Menschen konnten sich allerdings vorerst nur einen Blick durchs Schaufenster leisten.
Ausgabenheft Erika Voigt: Um einen Überblick über ihre Ausgaben zu behalten, führten viele Menschen in der Nachkriegszeit Haushaltsbücher. Diese Aufzeichnungen aus dem Januar 1948 stammen von der Kieler Hausfrau Erika Voigt.
Mit Zigarre: Ludwig Erhard, der "Vater des deutschen Wirtschaftswunders" während des CDU-Parteitags 1971 in Düsseldorf. Mit der Währungsreform 1948 setzte Erhard das Konzept der sozialen Marktwirtschaft durch.
Neues Zahlungsmittel: Banknote der Deutschen Notenbank, herausgegeben 1948
Blick in eine neue Welt: Eine Frau schaut sich am 28. Juni 1948, eine Woche nach der Währungsreform, in Frankfurt am Main die Warenauslage in einem Schaufenster an. Seit dem 20. Juni 1948 waren in den westlichen Besatzungszonen Sekt und deutscher Rheinwein für 4,55 Deutsche Mark erhältlich. Zuvor gab es Waren dieser Art erst ab 100 Reichsmark auf dem Schwarzmarkt.
Auszahlung: In Berlin wird am 24.6.1948 das neue Geld an die Bürger ausgegeben. Da die Reichsmark praktisch keinen Wert mehr gehabt hatte, bezahlten die Menschen hauptsächlich mit ihrem Familienschmuck, Zigaretten und Lebensmittelmarken. Ein Chaos, das die Militärregierung der Alliierten unbedingt beenden wollte.
Reform-Opfer: Nicht alle Bürger waren von der neuen Währung begeistert. Dieser Berliner klagt sein Leid auf einem Schild mit dem Text: "Währungs-Geschädigter der seit April 1949 noch nicht einen Pfennig umgetauscht bekommen hat, bittet um einige Westgroschen für Fahrgeld, damit er seinen Beruf ausüben kann. Mitglied in der Notgemeinschaft der Währungsgeschädigten".
Nass werden fürs neue Geld: Endlose Schlangen warteten im Juni 1948 wie hier in München überall in den Westzonen auf die Ausgabe des der neuen Währung.
Zum Greifen nah: Ein Geldtransport mit den neuen Geldscheinen von der Reichsbank zu den Verteilerstellen in Hamburg am 20. Juni 1948 kurz vor der Währungsreform.
Geldsicherung: Ein Münchener Polizist bewacht am 19. Juni 1948, kurz vor der Währungsreform, Kisten mit den neuen Geldscheinen. Bereits seit Februar 1948 waren in großer Heimlichkeit amerikanische Militärlaster durch Deutschland gerollt und Kisten voller frischer D-Mark-Scheine im Keller des Frankfurter Reichsbankgebäudes verschwunden.
Wir können endlich wieder etwas zeigen: Ein ganz kleiner Familienbetrieb direkt hinter dem Viadukt der Bahnlinie Aachen - Köln. Viele Kunden zählt man nicht in diesem Geschäftchen. Aber man lebte damit, da die Männer einer anderen Arbeit nachgingen.
Die ersten Stangen Zigaretten im Regal: Mit neu eingestellten Verkäuferinnen beginnt nach dem Krieg der Handel mit Zigaretten und Schulartikeln.
Mit einem alten Gefährt in die Zukunft: Firma Pricelius handelte mit Getränken und Stangeneis. Die Stangen wurden entweder im Ganzen verkauft oder als Bruchstücke in gewünschten Längen. Eine andere Form der Kühlung stand nicht zur Verfügung. So wurden Wirte und Konditoren rege Abnehmer.
Ab jetzt wird für die Deutsche Mark gebacken: Bereit für die neue Währung sind dieser Meister, Geselle und Lehrling 1948 in Eschweiler.
Das gute "Quast Eis" gibt es wieder auf der Straße: Wenn die kleine Glocke ertönte, wussten 1948 die Eschweiler Kinder, jetzt gibt es was zu naschen.
Mit Farben und Tapeten in eine neue Zeit: Philipp eröffnet einen Laden und möchte neben dem Malerhandwerk auch in den Handel einsteigen. Da das Angebot von Malerartikeln noch nicht sehr groß ist, werden als Nebenartikel Haushaltsartikel und Spiegel angeboten. Mit einer bunten Mischung soll die Mark rollen. Die Mimik der Ehefrau verrät nicht unbedingt Zustimmung.