70 Jahre Bob Dylan - DER SPIEGEL
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70 Jahre Bob Dylan Der Große Vorsitzende des Folk

Ganz am Anfang war es Missachtung, und auch später war Michael Kloft eher von Siouxsie and the Banshees oder Joy Division fasziniert als von Bob Dylan. Zum 70. Geburtstag des Meisters erinnert sich der SPIEGEL-TV-Autor bei einestages, wie ihn der einst so Geschmähte doch noch in seinen Bann zog - und nicht wieder losließ.
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Der Mann mit der Mundharmonika: Mitte der siebziger Jahre stieß Bob Dylan mit seiner Musik und den kritischen Texten in Deutschland noch nicht überall auf Begeisterung. Der Vietnamkrieg und die Unterdrückung der Schwarzen war weit weg - die "verschwurbelte Poesie des Protestsängers" verfing bei Michael Kloft einfach nicht.

Foto: Anonymous / AP
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Schock statt Mao: Im Juni 1978, zehn Jahre nach "68", trat Bob Dylan endlich auch in Deutschland auf - geschminkt. "Enttäuschung über den Sündenfall des angebeteten Meisters mit Wimperntusche und Chorgesang schien durchaus eine gerechte Strafe für Betonköpfe zu sein, die humorlose Phrasen droschen und Mao-Bibeln verkauften" - so sarkastisch sah Michael Kloft damals die Anhänger des Meisters. Er selbst wäre nie auf die Idee gekommen, Sympathie für den Barden zu entwickeln.

Foto: Johannes Erasmus
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Ein letzter Walzer: Bob Dylan bei seinem letzten Auftritt mit "The Band" am 25. November 1976 in San Francisco, dem "The Last Waltz". "Warum musste ein Mann mit Mundharmonika unsere Ohren foltern", fragt Michael Kloft - und hörte damals lieber Magazine oder Devo.

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Von der Bühne zum Prediger: Während der achtziger Jahre wendete sich Bob Dylan immer mehr der Religion zu (hier bei der Bar Mitzvah seines Sohnes an der Klagemauer in Jerusalem am 20. September 1983). Die "Bar Mitzvah" feiert laut Wikipedia die Religionsmündigkeit des jüdischen Kindes - im Alter von 13 Jahren.

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Der letzte seiner Art: Während sich die Musikwelt in den Achtzigern immer wieder veränderte, blieb sich der knorrige Prediger treu. Auch Michael Klofts Sicht auf den Folksänger hatte sich gewandelt, auch wenn er immer noch kein Fan war: Dylans Grunzlaute" störten einfach nicht mehr.

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Der Prediger und der Papst: Am 27. September 1997 traf sich Bob Dylan dann sogar mit Papst Johannes Paul II. im italienischen Bologna.

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Geehrt und Verehrt: Am 16. Oktober 1997 nahm Bob Dylan in New York von Richard Avedon eine der bedeutendsten Auszeichnungen im Kunstbereich entgegen - den Dorothy and Lillian Gish Prize. Ende der neunziger Jahre entdeckte auch unser Autor schließlich doch noch seine Verehrung für den Folksänger.

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Musik für Generationen: Die Folklegende Bob Dylan ist mittlerweile vielleicht alt geworden, seine Musik aber kann noch immer Berge versetzen.

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Angekommen: 23 Jahre dauert Bob Dylans "Never ending Tour" nun schon - und am 10. April 2011 trat er endlich in Vietnam auf. 36 Jahre hatte es seit dem Ende des Vietnamkriegs gedauert, bis der Sänger, dessen Lieder einst die Hymnen gegen diesen Krieg waren, sein erstes Konzert in dem südostasiatischen Land gab.

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