Pearl Harbor Vereinigte Staaten von Hysteria
Kriegsunterricht: Einer Gruppe von Schülern wird in einer dreitägigen Zivilschutzschulung im September 1942 in Detroit unter anderem der Umgang mit Gasmasken erläutert.
Mit Sand gegen Bomben: Aus Angst davor, dass die Japaner tatsächlich auch das amerikanische Festland angreifen könnten, wurden insbesondere in den Großstädten an der Pazifikküste allerlei Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Daher wurde auch dieses Gebäude einer Telefongesellschaft in San Francisco bis zum zweiten Stockwerk mit Sandsäcken verbarrikadiert.
Das Geschäft mit der Angst: Der kalifornische Händler Frank Terramorse (hier im Bild sein zwölfjähriger Sohn Drew) entwickelte während des Zweiten Weltkriegs ein mobiles Luftschutzausrüstungsset, das unter anderem einen Erste-Hilfe-Kasten, Feuerlöscher, Kerosin-Laternen, eine Rolle Tau und Stahlhelme enthielt. Der vorsichtige Geschäftsmann stattete sich zudem mit Sandsäcken und Wasserkanistern aus, um bei einem möglichen Luftangriff der Japaner gewappnet zu sein.
Die Farbe des Krieges: Seattle war die erste Stadt an der Westküste, die aus Angst vor japanischen Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg Verdunkelungsmaßnahmen umsetzte. Hier streicht eine Frau im Februar 1941 gerade die Fenster ihres Hauses mit einer lichtundurchlässigen Farbe an.
Feuerlöschen statt beten: Nonnen aus Detroit lernen während einer Luftschutzschulung im Februar 1942 unter fachlicher Anleitung, wie sie eine Feuerquelle schnell und effektiv löschen können. Schwester Getrude Ann (l.) macht vor, wie's geht: die Flammen mit Sand ersticken.
Gepäckkontrolle: Japanischstämmige Amerikaner mussten sich nach dem Angriff auf Pearl Harbour nicht nur in Internierungslager umsiedeln lassen, sie wurden zudem allerlei Schikanen ausgesetzt. Hier durchsucht ein Polizist gerade das Gepäck einer japanischen Familie nach ihrer Ankunft im April 1942 im Registrierungscenter in Santa Anita im Bezirk von Los Angeles.
Patriotismus im Internierungslager: Diese jungen Japanerinnen gehörten zu den Ersten, die ins Manzanar War Relocation Center in Kalifornien zwangsumgesiedelt worden. Als "Alt-Internierte" halfen sie mit, die Tausenden Neuankömmlinge in dem Lager zu registrieren.
Bemerkenswert ist, dass an der Wand in dem Zimmer der Frauen ein Porträt des US-Offiziers Douglas MacArthur hängt, der während des Zweiten Weltkriegs den Oberbefehl über den pazifischen Kriegsschauplatz hatte. Viele der Gefangenen verstanden sich als echte US-Patrioten - und waren deshalb umso mehr von der rassistischen Grundhaltung ihrer Regierung enttäuscht.
Wasser marsch! Zwei junge Frauen üben während einer Zivilschutzschulung in Pasadena im Oktober 1943 für den Ernstfall - einen Luftangriff der Japaner oder Deutschen - den Umgang mit einem Feuerwehrschlauch.
Elektrikerinnen im Einsatz: Frauen ersetzten während des Zweiten Weltkriegs in vielen US-Unternehmen die Männer, die an der Front im Einsatz waren. Hier arbeiten gelernte Elektrikerinnen im Februar 1942 am Bau eines Mittelstreckenbombers Martin B-26 in einer Flugzeugfabrik in Baltimore.
Improvisieren im Ernstfall: Während einer Luftschutzschulung 1942 in New York lernen die rund 400 teilnehmenden Krankenschwestern unter anderem den richtigen Transport von Verletzten. Mit jeweils zwei Stangen rechts und links wird dabei eine einfache Matratze zur Krankentrage umfunktioniert.
Im Alarmzustand: Selbstverständlich wurde nicht nur die Zivilbevölkerung in Stellung gebracht, auch das Militär bereitete sich auf einen möglichen Angriff der Japaner vor. Hier warten Soldaten im Februar 1942 an einem unter einem Netz getarnten Geschützstand in San Francisco auf den Feind.
Beschuss eines virtuellen Feindes: Ein Artikel der "Los Angeles Times" vom 26. Februar 1942 berichtet über die sogenannte Schlacht um Los Angeles. In der Nacht vom 24. auf den 25. Februar 1942 hatte die Luftabwehr von Los Angeles mit massivem Artilleriebeschuss über Stunden einen vermeintlich großangelegten feindlichen Angriff abgewehrt. Widersprüchliche Meldungen sprachen gleichzeitig von mehreren hundert Flugzeugen und sehr kleinen Staffeln, die sich mit hoher Geschwindigkeit näherten. Später stellte sich heraus, dass alles nur ein Fehlalarm gewesen war - vermutlich hatte das US-Militär harmlose Wetterballons für die japanische Invasionsflotte gehalten.
Regeln für den Notfall: Auf einem Plakat von 1941 werden Autofahrern die richtigen Verhaltensmaßnahmen bei einem Luftangriff erklärt: den Wagen am Straßenrand parken, bei Nacht das Licht ausschalten, die Anweisungen der Polizisten oder freiwilligen Luftschutzbeauftragten beachten und im nächsten Bunker nach Schutz suchen.
Kriegsschäden: Nach dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg befürchteten viele Amerikaner auch Attacken auf ihre Heimat. Und tatsächlich gab es einige kleinere japanische Angriffe, die allerdings kaum Schäden verursachten. Hier begutachten US-Soldaten im Februar 1942 einen beschädigten Pier am Ellwood-Ölfeld in der Nähe der kalifornischen Stadt Santa Barbara - wenige Stunden zuvor hatte ein japanisches U-Boot auf die Raffinerie geschossen. Neben dem Pier wurden aber nur ein Kran und ein Pumphaus beschädigt.
Treffer im Schlamm: Insgesamt drei Mal während des Zweiten Weltkriegs wurde das Festland von Oregon tatsächlich von den Japanern angegriffen. Hier begutachten Soldaten im Juni 1942 gerade einen Krater auf dem Gelände der Militärbasis Fort Stevens am Columbia River. Eine Granate, abgefeuert vom japanischen U-Boot I-25, hatte dort eingeschlagen. Der Angriff auf Fort Stevens war allerdings fast wirkungslos - ein Baseballplatz und mehrere Telefonleitungen wurden beschädigt.
Für den Fall der Fälle: Die junge Amerikanerin Ethel Beck probt während einer Übung 1941 in einer New Yorker Einrichtung für den Ernstfall. US-Bürgern wurde eingeschärft, ihre Gasmasken sowie eine feuerfeste Decke allzeit griffbereit zu haben.
"Buy War Bonds!" Eine Mutter verkauft als Freiwillige an einer öffentlichen Schule sogenannte Defense Stamps. Mit dem Programm versuchte die Regierung, die Spardepots der Bürger anzuzapfen - Einwanderer sollten mit dem Erwerb der Briefmarken in verzinsliche Anleihen investieren anstatt das Geld zu sparen. Mit Erfolg: Etwa ein Viertel der Fremdfinanzierung des Zweiten Weltkriegs stammte aus solchen staatlich geförderten Sparprogrammen. Im Spitzenjahr 1947 kamen durch den Verkauf der "Defense Stamps" rund 3,4 Milliarden Dollar zusammen.
Späte Entschuldigung: Das Manzanar War Relocation Center lag an der Ostseite der Sierra Nevada zu Füßen des Mount Williamson in Kalifornien und war eines von insgesamt zehn Internierungslagern in den Vereinigten Staaten. Eine Aufarbeitung und eine politische Debatte um das Unrecht, das hier stattfand, ließ noch bis in die achtziger Jahre auf sich warten. Diese führten schließlich dazu, dass eine vom US-Kongress eingesetzte Kommission feststellte, dass die Maßnahmen militärisch nicht notwendig gewesen waren und sprach 1988 jedem der Opfer eine Entschädigung von 20.000 Dollar zu. Erst 1992 bat dann auch Präsident George H. W. Bush um Entschuldigung.
Enteignung der Japaner: Insbesondere an der Westküste der USA war die Angst vor japanischen Spionen groß. Die US-Regierung zwang daher rund 120.000 Männer und Frauen, ihren Landbesitz abzutreten und in provisorische Lager ("War Relocation Center") umzusiedeln. Stolz berichtet dann auch diese Morgenausgabe des "San Francisco Examiner" vom 27. Februar 1942, dass die Enteignung aller Japaner in Kalifornien fast geschafft sei.
Richtig atmen: Diese New Yorker Polizisten werden im November 1941 in einem zweiwöchigen Kurs der US-Army in Schutzmaßnahmen gegen chemische Kampfstoffe eingewiesen. Hier wird den Teilnehmern der Schulung gerade der richtige Umgang mit Atemmasken gezeigt. Die Männer sollen später ihr neu erworbenes Wissen an andere Polizisten und freiwillige zivile Helfer weitergeben.
Empfangskomitee am Strand: US-Soldaten bringen sich im Februar 1942 an einem Strand an der Westküste mit einer Kanone in Position. Nicht nur ein Angriff aus der Luft, auch einer vom Meer sollte abgewehrt werden können.
Zwangsheimat: Landarbeiter des Manzanar War Relocation Center, eines der Internierungslager für japanischstämmige Amerikaner, arbeiten 1943 auf einer Farm in der kalifornischen Sierra Nevada vor dem Hintergrund des Mount Williamson. Etwa zwei Drittel der in den Lagern Internierten waren in den USA geborene amerikanische Staatsbürger.
Vor der Internierung: Japanischstämmige Amerikaner warten unter der Aufsicht von US-Soldaten im April 1942 im Bezirk Los Angeles auf ihre Registrierung - für viele Beginn eines jahrelangen Zwangsaufenthalts in einen der sogenannten War Relocation Camps. Ein Erlass von Präsident Roosevelt hatte es dem Militär ermöglicht, Sperrbezirke festzulegen, aus denen Zivilisten willkürlich umgesiedelt werden konnten. Rund 120.000 japanischstämmige Amerikaner wurden während des Zweiten Weltkrieges umgesiedelt.
V wie Victory! Mit solchen Aufklebern kennzeichnete die US-Regierung nach Pearl Harbor Häuser, deren Besitzer Schutzmaßnahmen gegen Luftangriffe trafen. Zudem zeichnete das Office of Civilian Defense mit diesen Stickern die Bewohner aus, die von daheim mithalfen, den Krieg zu gewinnen - indem sie zum Beispiel Gemüse anbauten, Kriegsanleihen kauften, ihren Hausstand regelmäßig entrümpelten und Überflüssiges der Wohlfahrt spendeten.
Licht aus! Aus Angst vor japanischen Luftangriffen wurden an der Westküste in den USA auch zahlreiche Verdunkelungsmaßnahmen getroffen, zum Beispiel wurden Neonreklamen und Anzeigetafeln nachts ausgeschaltet. Das Foto zeigt einen Mitarbeiter des kalifornischen Keramikherstellers Gladding McBean and Co., der im August 1942 einen Lichtschutz vor dem Schachtausgang eines Brennofens anbringt.
Evakuierung ins Lager: Zahlreiche der japanischstämmigen Amerikaner versuchten vor ihrer Internierung noch, ihren Besitz zu verkaufen - wurden ihre Grundstücke wegen des Überangebots aber nur zu sehr schlechten Preisen los. Auf diesem Schild wird die Zwangsumsiedlung sogar recht euphemistisch als "Evakuierung" bezeichnet.
Unter Generalverdacht: Nach Pearl Harbor bereitete sich die Angst vor japanischen Sabotageakten und Spionen in den USA im ganzen Land aus. So gerieten die japanischstämmigen Amerikaner - hier im Frühjahr 1942 bei ihrer Registrierung in Portland - unter Generalverdacht. Nach der Registrierung wurden Zehntausende in Internierungslager abgeschoben.
Propaganda statt Panik: Um die verängstigte Bevölkerung zu motivieren, wurde jede Möglichkeit zur Propaganda für den Krieg genutzt. So auch der US-Soldat Obie Bartlett, der beim Pearl-Harbor-Angriff seinen linken Arm verloren hatte und nun als Schweißer in einer Schiffswerft arbeitete. "Manchmal denke ich, dass dieser Job genauso wichtig ist wie der, den ich aufgeben musste", wird Bartlett auf diesem patriotischen Kriegsplakat zitiert.