75 Jahre Frankfurter Flughafen - DER SPIEGEL
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75 Jahre Frankfurter Flughafen Auf und ab

Startfeld der "Hindenburg", Bomber-Basis der Nazis und Hassobjekt der Ökos: Vor 75 Jahren wurde der Frankfurter Flughafen als leuchtendes Symbol des Fortschrittsglaubens eröffnet. Seine dramatische Historie zwischen Prunk und Stunk macht den "Weltflughafen" zu einem Spiegel deutscher Geschichte.
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Pflügen für die Flieger: Am 6. Juli 1950 pflügt ein Bauer auf dem Frankfurter Rhein-Main Flughafen mit einem Pferdegespann den Boden, wo eine neue Grasnarbe entstehen soll. Nach dem Bau des Flughafens 1936 waren die Landebahnen zunächst nur grasbewachsene Pisten.

Foto: STR/ ASSOCIATED PRESS
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Flughafen-Eröffnung: Unter großem Besucherandrang wurde der Frankfurter Flughafen am 8. Juli 1936 eröffnet. In den Anfangsjahren gab es hier nicht nur Start- und Landebahnen für Flugzeuge, sondern auch gigantische Hallen für die Zeppeline, die per Gasleitung von den Farbwerken Hoechst betankt wurden. Auf der Eröffnungsfeier wurde dann auch extra das Luftschiff "Hindenburg" aus seiner Wartungshalle gezogen.

Foto: AP
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Flugakrobatik: Vor dem Start in die USA posieren die Jacob Sisters am 7. November 1963 auf dem Frankfurter Flughafen schon einmal für den Fotografen.

Foto: AP
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Gigantische Luftschiffhalle: Bereits ab 1934 entstand auf einem mehrere hundert Hektar großem Gelände im Frankfurter Stadtwald der Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main. Zu dieser Zeit starteten hier hauptsächlich Zeppeline. Erst später kamen Flugzeuge hinzu.

Foto: Fraport AG
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Werkstätte für die Riesenvögel: Im Hangar 5 des Rhein-Main-Flughafens, der größten Flugzeug-Wartungshalle der Welt, können entweder sechs Großraumflugzeuge des Typs Boeing 747 oder 14 Langstreckenjets des Typs Boeing 707 abgestellt werden. Die Jumbo-Halle ist 321 Meter lang, 100 Meter tief und 34 Meter hoch. Am 2. Oktober 1970 wurde sie eingeweiht.

Foto: Fraport AG
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Ein Jumbo für die Jumbos: Am 10. Mai 1971 wird auf dem Flughafen Europas größtes Luftfrachtumschlagszentrum, die Luftfrachthalle 3, mit einer Kapazität von 360.000 Tonnen pro Jahr eröffnet.

Foto: Fraport AG
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Technische Aufrüstung: Für die sichere und schnellere Abfertigung der Maschinen werden ab Mai 1952 ein 35 Meter hoher Radarturm sowie ein Drehfunkfeuer zur Funknavigation installiert.

Foto: Fraport AG
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Teures Verkehrsmittel: In den fünfziger Jahren, als es noch keine Charterflüge gab, war für die meisten Menschen das Fliegen noch unerschwinglich. Dennoch zählte der Flughafen Frankfurt 1951 bereits knapp fast 200.000 Passagiere.

Foto: fraport AG
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Wiederaufbau: Während des Zweiten Weltkriegs war der Frankfurter Flughafen von mehr als 2000 Bomben der Alliierten schwer beschädigt worden. Was noch intakt war, wurde kurz vor dem Einmarsch der US-Truppen von der Wehrmacht zerstört.

Im März 1945 begann dann das 862. Flugpionier-Bataillon der US-Streitkräfte mit dem Wiederaufbau des zerstörten Flughafens. Dabei wurden auch deutsche Kriegsgefangene eingesetzt.

Foto: Fraport AG
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Zerstörtes Flughafengelände: Aufgrund der unzähligen Flüge ins besetzte Berlin nach Kriegsende wies die erste neugebaute Startbahn erhebliche schon bald Schäden auf, so dass im April 1949 mit dem Bau einer zweiten Startbahn begonnen wurde.

Foto: Fraport AG
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Amerikanische Ferien in Deutschland: Von 1953 bis 1958 durften etwa 10.000 Berliner Kinder an der sogenannten Kinderluftbrücke teilnehmen. Die U.S. Air Force flog sie von Berlin nach Frankfurt, wo sie ihre Ferien in Gastfamilien in US-Kasernen verbringen durften. Auf diesem Foto von 1953 verabschieden sich die Kinder noch von ihren Gastgebern, bevor sie nach Berlin zurückfliegen.

Foto: Fraport AG
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Nach Übersee: Ein Paar checkt für einen Flug nach New York ein, aufgenommen Anfang der siebziger Jahre. Schon 1936 konnten die Deutschen von Frankfurt mit Luftschiffen in die USA fliegen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es dann Mitte der fünfziger zunächst die mondänen, viermotorigen Propellermaschinen vom Typ Lockheed Super Constellation, mit denen Gutbetuchte nach Amerika reisten. Doch der Ruhm der als "Super Connie" verehrten Maschinen hielt nicht lange - die ersten noch komfortableren und schnelleren Jet-Flugzeuge starteten schon 1959 von Frankfurt.

Foto: Fraport AG
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Neue Freiheit: Das Rollfeld auf dem Flughafen Frankfurt, aufgenommen in den fünfziger Jahren. Bereits damals hatte sich der Airport wegen seiner zentralen Lage in Deutschland zu einem der großen Luftverkehrsknotenpunkte Europas entwickelt. Allerdings gewann die Bundesrepublik erst mit den Pariser Verträgen im Mai 1955 ihre Souveränität und damit auch ihre die Lufthoheit zurück.

Foto: Fraport AG
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Reiseweltmeister: Passagiere auf dem Flughafen Frankfurt, aufgenommen in den siebziger Jahren. Damals boomte das Tourismusgeschäft bereits; die Deutschen, so hieß es, zog es wie kein anderes Volk im Urlaub ins Ausland. 1971 werden erstmals mehr als zehn Millionen Passagiere in Frankfurt abgefertigt.

Foto: Fraport AG
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Angst vor Anschlägen: Der Terror der RAF, die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" und die Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer wirken sich seit den siebziger Jahren auch auf den Frankfurter Flughafen aus: Die Sicherheitsmaßnahmen werden deutlich verschärft und verlängern die Betriebsabläufe.

Foto: Fraport AG
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Boomjahre: 1966 avanciert der Flughafen Frankfurt zur größten Baustelle Europas: 25 bis 40 Meter hohe Baukräne und unzählige Arbeiter zeugen von dem Mega-Projekt Terminal Mitte, das bis 1972 fertiggestellt wurde (und heute Terminal 1 heißt).

Foto: Fraport AG
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Aufschwung: Anfangs war der Flughafen Frankfurt, hier ein Bild aus den sechziger Jahren, der Lufthansa nur einen Zwischenstopp wert. Wegen seiner günstigen Lage lief er jedoch schon bald der Konkurrenz in München und Hamburg den Rang ab.

Foto: Fraport AG
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Jobmaschine: Ende September 1971 sind 24.600 Menschen am Flughafen Frankfurt beschäftigt - damit hat sich die Zahl der Angestellten innerhalb eines Jahrzehnts verdreifacht.

Foto: Fraport AG
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Trauer und Zerstörung: 3. November 1981 - Ein Demonstrant, den Tränen nahe, steht zwischen Polizisten, die das von Gegnern der geplanten Startbahn West aufgebaute Hüttendorf im Flörsheimer Wald zerstören.

Foto: dpa
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Von Frankfurt in die Welt: Im August 1977 nimmt die Deutsche Bundespost die neue Luftpostleitstelle in Betrieb und für die Lufthansa wird ein neues Frachtterminal gebaut, Foto aus den siebziger Jahren. Heute verlassen und erreichen jährlich mehr als 76.000 Tonnen Luftpost den Frankfurter Flughafen.

Foto: Fraport AG
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Startklar: Eine DC-6 auf der Frankfurter Rollbahn, aufgenommen 1955.

Foto: Fraport AG
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Flugbegeistertes Frankfurt: Pfingsten 1950 wird der Flughafen Frankfurt wieder für den Besucherverkehr eröffnet. An der Feier nehmen 60.000 Menschen teil.

Foto: Fraport AG
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Warten auf den Abflug: Ende 1954 flogen 24 Luftverkehrsfluggesellschaften den Frankfurter Flughafen im Linienverkehr an - hier der Warteraum für Transitpassagiere. Auch an die Kinderbetreuung hatte man damals schon gedacht.

Foto: Fraport AG
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Umkämpft: Immer wieder kam es bei Demonstrationen gegen den weiteren Ausbau des Frankfurter Flughafens zu heftigen Auseinandersetzungen und Großeinsätzen der Polizei - wie hier am 30. September 1981. Umweltschützer und besorgte Anwohner wehrten sich damals - langfristig vergeblich - gegen den Bau der geplanten Startbahn West.

Foto: Wolfgang Eilmes/ dpa
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Im Kalten Krieg: Am 2. April 1948 besteigen Passagiere am Rhein-Main-Flughafen ein Flugzeug der U.S. Air Force. Die Militärmaschine bringt die Reisenden von Frankfurt nach Berlin, nachdem die Russen die Zugverbindungen in die geteilte Stadt eingeschränkt hatten.

Foto: AP
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Ende einer Odyssee: Am 18. Oktober 1977 landeten die ehemaligen Geiseln der entführten "Landshut" auf dem Rhein-Main-Flughafen. Die Boeing 737 war am 13. Oktober auf ihrem Flug von Mallorca nach Frankfurt von Terroristen gekidnappt und schließlich am frühen Morgen des 18. Oktober auf dem Flughafen von Mogadischu von einer GSG9-Einheit befreit worden.

Foto: AP
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Rasantes Wachstum: Eine Luftaufnahme des Frankfurter Flughafens von 17. April 2011 lässt erahnen, wie sehr sich das einst überschaubare Gelände, das mittlerweile zu den wichtigsten Drehkreuze des internationalen Luftverkehrs zählt, in den vergangenen 75 Jahren ausgedehnt hat. Heute arbeiten allein rund 12.000 Angestellte für den Flughafenbetreiber Fraport in Frankfurt; insgesamt beschäftigen derzeit 500 Firmen mehr als 71.000 Menschen am Rhein-Main-Flughafen.

Foto: dpa
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