75 Jahre Golden Gate Bridge - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Golden Gate Bridge Über Beben Schwingen

Eine gigantische Brücke, inmitten eines Erdbebengebietes? Aussichtslos, urteilten Experten. Geht doch, sagte Joseph Strauss und baute die Golden Gate Bridge. Die berühmteste Hängebrücke der Welt kostete ihren Erschaffer die Gesundheit - und viele Menschen das Leben.
1 / 25

Farbtupfer: Nach dem Willen der Marine sollte die 1937 fertiggestellte Golden Gate Bridge schwarz angemalt und mit gelben Streifen versehen werden, Chefkonstrukteur Strauss befürwortete einen grauen Anstrich. Am Ende setzte sich Architekt Irving Morrow durch - und ließ das Bauwerk in dem Farbton "International Orange" erstrahlen.

Foto: Library of Congress
2 / 25

Brücke der Superlative: Das Wahrzeichen San Franciscos wurde am 27. Mai 1937 nach über vier Jahren Bauzeit eingeweiht. Am Eröffnungstag gingen rund 200.000 Menschen über die Golden Gate Bridge.

Foto: AP
3 / 25

Erdbebensicher: Arbeiter im Oktober 1935 in lichter Höhe auf der Golden Gate Bridge. Die Hängebrücke ist so elastisch konstruiert, dass sie auch starken Stürmen standhält. Sie überstand sogar das Loma-Prieta-Erdbeben von 1989, das die Bucht von San Francisco mit einer Stärke von 7,1 auf der Richterskala erschütterte.

Foto: AP
4 / 25

Höher, breiter, teurer: Zum Zeitpunkt ihrer Errichtung galt die Golden Gate Bridge als kaum zu realisierendes Projekt. Nicht nur die schieren Dimensionen waren beeindruckend, sondern auch die Baukosten von 35 Millionen US-Dollar - und das zu Zeiten der Großen Depression. Nach heutiger Kaufkraft entspricht das einem Wert von mehr als einer halben Milliarde US-Dollar.

5 / 25

"Zweihundert Millionen Worte": Ausblick vom südlichen Brückenpfeiler der Golden Gate Bridge in Richtung Norden, aufgenommen um 1968. Als die Brücke vor 75 Jahren fertig gestellt wurde, resümierte deren Chefkonstrukteur Joseph Strauss: "Es dauerte 20 Jahre und bedurfte zweihundert Millionen Worte, um die Leute von der Machbarkeit zu überzeugen, aber nur vier Jahre und 35 Millionen Dollar, um die Brücke aus Stahl und Beton zusammenzubauen."

Foto: Library of Congress
6 / 25

Ein Wahrzeichen entsteht: Im Januar 1933 konnten die Bauarbeiten beginnen - für ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, das 1995 neben Bauwerken wie dem Empire State Building, dem Eurotunnel und dem Panamakanal in die Liste der "Sieben Wunder der modernen Welt" aufgenommen wurde

7 / 25

Brücke ins Jenseits: Auf der Seite, die der Bucht zugewandt ist, dürfen neben der Fahrbahn auch Fußgänger und Radfahrer die Brücke überqueren. Durchschnittlich schwingt sich alle zwei Wochen ein sogenannter Jumper über die nur 1,20 Meter hohe Brüstung in den Tod. Eine Erhöhung des Geländers beziehungsweise ein Sicherheitszaun scheiterten bislang stets an den Kosten - und an ästhetischen Bedenken (Aufnahme von circa 1968).

Foto: Library of Congress
8 / 25

Festtag: Am 27. Mai 1937, um Punkt 6 Uhr am Morgen, wurde die Golden Gate Bridge für Fußgänger freigegeben. Die Kinder hatten schulfrei, Ämter und Büros blieben geschlossen. Menschen aus dem ganzen Land reisten an.

Foto: AP
9 / 25

Der Natur abgetrutzt: Vier Jahre und vier Monate dauerte der Bau der Brücke. Immer wieder gefährdeten Stürme, Strömungen oder Nebel die Arbeiten. Dass dennoch nicht mehr als elf Menschen starben, lag an den Sicherheitsvorkehrungen von Chefkonstrukteur Joseph Strauss. Er führte auf der Baustelle die Helmpflicht ein und ließ ein gigantisches Netz unter der Brücke aufhängen - für den Fall, dass jemand abstürzte. Es rettete etlichen Arbeitern das Leben.

10 / 25

Wahrzeichen mit Signalfarbe: Das leuchtende Orange der Golden Gate Bridge passt nicht nur perfekt zu den warmen Erdtönen der umliegenden Hügel und Berge, sondern macht die Brücke auch bei schlechtem Wetter, etwa dem in der Region häufigen Nebel, für Schifffahrt und Flugverkehr sichtbar

Foto: AP
11 / 25

"Riesiges Portal": Als "riesiges Portal, das weit aufschwingt und eine Welt der Wunder offenbart", pries Chefkonstrukteur Joseph Strauss bei Baubeginn die Brücke. Einmal vollendet, hatte sie nicht nur die Ingenieurskunst revolutioniert, sondern auch das Leben von Millionen Menschen in der Region verändert.

Foto: AP
12 / 25

Auf halbem Weg zur Hölle: Arbeiter installieren am 2. September 1935 den ersten Teil eines großen Sicherheitsnetzes unterhalb der Brückenstreben. Das Netz bewahrte während der Bauarbeiten 19 Arbeiter vor dem Tod durch den Sturz in die Tiefe. Sie wurden als "Half-Way-to-Hell-Club" bekannt.

Foto: AP
13 / 25

Kabelsalat: Das Verspinnen der Stahlseile der Brücke begann am 13. November 1935. Da die fertigen Kabel zu schwer gewesen wären, um sie zu transportieren, wurden sie direkt vor Ort hergestellt. Aufmerksam verfolgten die leitenden Ingenieure die Arbeit - der kleinste der Männer (Mitte) ist Chefkonstrukteur Joseph B. Strauss.

14 / 25

Schwerelos: Obwohl knapp eine Million Tonnen Stahl und Beton auf der Golden Gate Bridge verbaut wurden, wirkt das Bauwerk filigran - als gelten die Gesetze der Schwerkraft nicht für sie. "Sie ist wie eine Linie, fast abstrakt", schrieb der französische Autor Raymond Cartier.

Foto: Library of Congress
15 / 25

Schwindelerregende Höhen: Arbeiter auf der Spitze eines Pfeilers der Golden Gate Bridge errichten am 17. Oktober 1935 einen Steg zur Unterstützung in der Konstruktion der Brücke. Im Hintergrund ist die Küste von Marin County zu sehen, dem Landkreis, der durch den Bau der Brücke mit der Stadt San Francisco verbunden wurde.

Foto: AP
16 / 25

Arbeitsplatz mit Aussicht: In über 200 Metern Höhe schwebt eine der Arbeitsplattformen auf der San Francisco zugewandten Seite der Brücke. Im Hintergrund ist die Insel Alcatraz erkennbar, in dessen Fort ab 1861 erstmals Kriegsgefangene eingesperrt wurden.

17 / 25

Jubiläumsandrang: Menschenmassen drängen sich im Mai 1987 auf der Golden Gate Bridge, um gemeinsam den 50. Geburtstag der Brücke zu feiern. Rund 350.000 Besucher nutzten die Gelegenheit, um auf den sechs Fahrspuren spazieren zu gehen.

Foto: AP
18 / 25

Gewaltige Kabel: Fröhlich lachen diese mit den Seilen beschäftigten Arbeiter im Dezember 1935 in die Kamera. Die beiden mächtigen Kabel der Golden Gate Bridge haben einen Durchmesser von kapp einem Meter, sie wurden vor Ort aus jeweils knapp 28.000 einzelnen Stahldrähten geflochten - eine Arbeit, die sechs Monate dauerte.

19 / 25

Waghalsiges Manöver: Der Düsenjet Nummer 7 der Kunstflugstaffel Blue Angels, mit dem U.S.-Navy-Piloten Lieutenant Scott Ind am Steuer, fliegt am 8. Oktober 1998 dicht am Nordturm der Golden Gate Bridge vorbei. Das waghalsige Manöver ist eine Übung für eine Flugshow über der San Francisco Bay.

Foto: AP
20 / 25

Exzellente Crew: Ingenieur Frank Kettredge (links) begutachtet mit seinem Berater George H. Harlan (Mitte) die im Bau befindliche Golden Gate Bridge. An Entwurf und Bau der Brücke waren die besten Experten ihrer Zeit beteiligt - unter ihnen der Designer der New York's Manhattan Bridge, Leon Moisseiff, der Architekt Irving Morrow, der Professor Charles Alton Ellis und der Schweizer Othmar Ammann, der bereits die George-Washington-Brücke entworfen hatte.

Foto: Getty Images
21 / 25

Nieten-Koloss: 1,2 Millionen Nieten halten die Pfeiler der Golden Gate Bridge zusammen. Die letzte Niete, die 1937 feierlich in die Konstruktion getrieben wurde, war aus purem Gold. Doch die Zeremonie geriet zur Posse: Die Goldniete war zu weich, brach ab - und fiel ins Wasser.

Foto: Library of Congress
22 / 25

"Das Goldene Tor": Die natürliche Einfahrt zur Bucht von San Francisco erhielt ihren Namen "The Golden Gate" um 1846, während des Goldrausches in Kalifornien. Namensgeber war Captain John C. Fremont, den die Meeresstraße an das Goldene Horn in Istanbul erinnerte. Die Aufnahme entstand circa 1891.

23 / 25

Chefvisite: Brückenbauer Clifford E. Paine (links) und Chefingenieur Joseph B. Strauss besichtigen am 6. Mai 1936 die laufenden Bauarbeiten an der Golden Gate Bridge

24 / 25

"Die gewaltige Aufgabe ist vollbracht": Das Wahrzeichen San Franciscos bei Nacht. Zur Eröffnung der Golden Gate Bridge verzichtete Chefingenieur Joseph Strauss auf eine Rede, stattdessen verfasste er ein sieben Strophen umfassendes Gedicht auf seine Brücke - mit dem Titel "Die gewaltige Aufgabe ist vollbracht".

Foto: AP
25 / 25

Krisenberatung an der Brücke: "Es gibt Hoffnung - rufen Sie an! Die Konsequenzen, von dieser Brücke zu springen, sind fatal und tragisch."

Foto: Uwe Niederberger
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?