75 Jahre "Machtergreifung" - DER SPIEGEL
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75 Jahre "Machtergreifung" Der parlamentarische Selbstmord

Mit Beifall in den Untergang: Niemals vorher oder nachher ließ sich eine Demokratie so gefügig zur Schlachtbank führen wie Deutschland vor 75 Jahren. Symbolischer Höhepunkt war der 21. März: Hitler feierte sich beim "Tag von Potsdam" - gleichzeitig wurde das KZ Dachau eröffnet.
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Vereinnahmung mit Hintergedanken: Hitler, mit einem dunklen Cutaway auf Staatsmann getrimmt, verbeugt sich am Tage von Potsdam vor Reichspräsident von Hindenburg. Die Hitler-Bewegung soll als in der Tradition des Bismarck-Reiches stehend, gesehen werden.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-S38324

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Das ausgebrannte Erbe des Parlamentarismus: Die verkohlten Reste des Plenar-Sitzungssaal des deutschen Reichstags, das durch Brandstiftung vernichtet wurde. Im Vordergrund der verkohlte Ehrensitz des Reichspräsidenten.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-14367

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
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General Kurt von Schleicher vor Wahllokal: Schleicher erklärte am 28. Januar 1933 nach einem Gespräch mit Hindenburg den Rücktritt seiner Regierung und empfahl die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler . Der Reichspräsident Hindenburg antwortete darauf hin dem General: "Ich danke Ihnen, Herr General, für alles, was Sie für das Vaterland getan haben. Nun wollen wir mal sehen, wie mit Gottes Hilfe der Hase weiterläuft."

Signatur im Bundesarchiv: B 145 Bild-P046304

Foto: Das Bundesarchiv/Carl Weinrother
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Man wusste worum es geht: Auf dem Wahlplakat der liberalen "Deutschen Staatspartei" war deutlich zu lesen worum es bei der letzten halbwegs freien Wahl ging: "Deutscher Staatsbürger!
Am 5. März geht es um Dein Schicksal. Du hast, vielleicht das letztemal die Möglichkeit, zu entscheiden, ob Du Diktatur oder verfassungsmäßige Zustände" willst.

Signatur im Bundesarchiv: Plak 002-027-045

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Polizeipatrouille am Wahltag: Nationalsozialistische Hilfspolizei im Verein mit Schutzpolizei Beamten sorgen in den Straßen Berlins für Ruhe und Ordnung. Erste Einschüchterungsversuche anlässlich der Reichstagswahl am 5. März 1933.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-14381

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
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Razzia gegen Kommunisten und Juden: Berliner Schutzpolizei und nationalsozialistische Hilfspolizei durchsuchen das Berliner Judenviertel in der Grenadierstraße und Dragonerstraße nach kommunistischen Flugblättern und lästigen Ausländern.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-02941A

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
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Ausschaltung der politischen Gegner: Verhaftung von Kommunisten durch die SA in Berlin am Tage nach den Reichstagswahlen.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-02920A

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Abrechung mit dem alten System: Der ehemalige Ministerpräsident von Oldenburg Bernhard Kuhnt wurde durch den SA-Marinesturm Chemnitz verhaftet und mußte mit anderen politischen Häftlingen unter den Knüppeln der SA-Henker Wände abwaschen. Die Texte auf dem Foto stammen von den Nazis: "Immer vornehm! Flottenmeuterer Bernhard Kuhnt fährt an seiner neuen Arbeitsstätte (Dreckwaschen) vor."

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-18450-0002

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Erste Schritte des Propagandaministers: Goebbels bei seiner Eröffnungsansprache auf der Ausstellung "Die Frau" in den Hallen am Kaiserdamm in Berlin.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-14418

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
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Hitler vor Garnisonskirche: Die historische Reichstags-Eröffnung in der Garnisonkirche in Potsdam. Reichskanzler Adolf Hitler schreitet mit Vizekanzler von Papen das Spalier der Reichswehr vor der Garnisonkirche in Potsdam ab. direkt dahinter ist Goebbels zu sehen, der den Tag von Potsdam inszenierte.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-14436

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
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Ankunft der alten Garde: Der Tag von Potsdam war eine Inszenierung der Nationalsozialisten anlässlich der Einberufung des neuen Reichstages.

Signatur im Bundesarchiv: B 145 Bild-P018948

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Strategische Umarmung des alten Kaiserreichs: Reichskanzler Adolf Hitler im Gespräch mit dem Deutsche Kronprinz Wilhelm von Preußen während der Feier vor der Garnisonskirche in Potsdam.

Signatur im Bundescharchiv: Bild 102-14437

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
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Handschlag mit Hindenburg: Reichspräsident von Hindenburg wird von Reichskanzler Hitler und Reichswehrminister von Blomberg vor der Garnisonskirche in Potsdam begrüßt.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-16082

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
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Reichstagseröffnung: Vor Eröffnung des chauvinistischen Staatsaktes begibt sich der Reichspräsident Paul von Hindenburg (links), begleitet von seinem Sohn und Adjutanten Oberst Oskar von Hindenburg und Staatssekretär Otto Meißner, zum Gottesdienst in die Nikolaikirche.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-R96855

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Beschwichtigung und Vereinnahmung: Der historische Tag von Potsdam am 21. März 1933. Reichspräsident von Hindenburg in der Garnisonkirche während der Rede Adolf Hitlers, der von einer "Vermählung zwischen den Symbolen der alten Größe und der jungen Kraft" predigte.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-16093

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
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Rede Adolf Hitlers zum Ermächtigungsgesetz: Reichskanzler Adolf Hitler, bei der Begründung des Ermächtigungsgesetzes im neuen Reichstag in der Krolloper am Königsplatz in Berlin. Rechts im Bild die Regierungsbank.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-14439

Foto: Das Bundesarchiv/Georg Pahl
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SA-Männer vor SPD-Häftlingen: Progromstimmung gegen Kommunisten, Sozialdemokraten und andere antifaschistische Kräfte waren die ersten Auswirkungen der Hitlerdiktatur. Bereits im Februar 1933 entstanden die ersten Konzentrationslager. Auch eine Reihe sozialdemokratischer Funktionäre wurden im August 1933 von SA-Schergen verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen bei Oranienburg verschleppt. Unter ihnen waren - auf dem Foto von rechts nach links: Kurt Magnus, Hans Flesch, Heinrich Giesecke, Alfred Braun, Friedrich Ebert und Ernst Heilmann.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-R88978

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Brauner Boykott: Nationalsozialistische Boykott-Posten vor dem Warenhaus Israel in Berlin.

Foto: General Photographic Agency/ Getty Images
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Attacken der SA: Judenverfolgung in München. Immer mehr Haft- und Folterstätten entstehen, mindestens 160 insgesamt.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 146-1971-006-02

Foto: Das Bundesarchiv/Heinrich Sanden
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Verhöhnung als Vorbote der Vernichtung: Dieses Bild wurde weltweit zu einem dokument der Schande. Ein jüdischer Anwalt, der noch auf die Polizei als Hüterin von Recht und Ordnung vertraut hatte, wird von SA-Rowdys, die als Hilfspolizisten fungierten, über den Stachus in München getrieben. Der Mann, den das Bild zeigt, der Münchner Rechtsanwalt Dr. Michael Siegel war eines der ersten Opfer des braunen Terror-Regimes und eines der wenigen, der es überlebten. Obwohl er bis in die Kriegszeit hinein in Deutschland ausharrte, starb er erst am 15. März 1983 mit 97 Jahren.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-R99542

Foto: Das Bundesarchiv/Heinrich Sanden
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Gleichschaltung der Länder: Noch am Abend des 5. März begann die Gleichschaltung der nicht nationalsozialistisch regierten Länder. Die Landesregierungen wurden zum Rücktritt gezwungen, an ihre Stelle traten Reichskommissare. Am längsten wehrte sich die Bayerische Staatsregierung. Doch am 9. März musste auch sie weichen und Reichskommissar Ritter von Epp trat an seine Stelle. Epp ernannte kommissarisch Gauleiter Adolf Wagner zum Innenminister und Heinrich Himmler zum Münchner Polizeipräsidenten. Hier die Bekanntmachung der Machtübernahme der NSDAP in Bayern: "Auf Grund des § 2 der Verordnung zum Schutz von Volk und Staat hat die Reichsregierung durch den Reichsinnenminister..."

Signatur im Bundesarchiv: Plak 003-001-007

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Propaganda mit den Größen des alten Systems: Auf dem Wahlplakat der NSDAP zur Reichstagswahl am 5. März heißt es: "In grösster Not wählte auch Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler, wählt auch ihr Liste 1."

Signatur im Bundesarchiv: Plak 002-042-156

Foto: Das Bundesarchiv/P. v. Wurmb
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Wahlplakat zur letzten Reichstagswahl: Zumindest die Wahlergebnisse der politischen Mitte blieben bei der Reichstagswahl vom 5. März 1933 stabil. Hier ein Plakat der Bayrischen Volkspartei: "Katholiken, die Augen auf! Um was geht es bei der Wahl am 5. März?"

Signatur im Bundesarchiv: Plak 002-024-022

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Boykottaufrufe gegen jüdische Geschäfte: Am ersten April organisierte die NSDAP eine landesweite Aktion gegen jüdische Kaufleute, Ärzte und Anwälte. Hier ein Plakat: "Zur Abwehr! Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler, der Führer der deutschen Freiheitsbewegung, zum Kanzler des Deutschen Reiches ernannt ... über alle jüdischen Geschäfte, Warenhäuser, Kanzleien usw. den Boykott zu verhängen"

Signatur im Bundesarchiv: Plak 003-020-018

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