75 Jahre "Machtergreifung" Kampfansage vor dem Kaufhaus
Boykott jüdischer Geschäfte: Am 1. April 1933 erfolgte der erste Schlag gegen die Juden Deutschlands. Die Nazis riefen zum landesweiten Boykott jüdischer Geschäfte, Ärzte und Rechtsanwälte auf. Ein SA-Mann steht mit einem Schild vor einem jüdischen Geschäft, darauf die Forderung "Deutsche wehrt euch, kauft nicht beim Juden".
Boykottaufrufe gegen jüdische Geschäfte: Am 1. April 1933 organisierte die NSDAP eine landesweiten Boykott gegen jüdische Kaufleute, Ärzte und Anwälte. Hier ein originalplakat mit dem Boykottaufruf.
Signatur im Bundesarchiv: Plak 003-020-018
Handschlag mit Hindenburg: Reichspräsident von Hindenburg wird von Reichskanzler Adolf Hitler und Reichswehrminister von Blomberg vor der Garnisonskirche in Potsdam begrüßt. Mit dem Ermächtigungsgesetz vom 23. März 1933 konnte die NSDAP-Regierung unter anderem Gesetze beschließen, die von der Verfassung abwichen, außerdem konnten sie statt von Reichspräsidenten vom Reichskanzler ausgefertigt werden. Damit war Hindenburg, in dem viele Konservative das letzte Bollwerk gegen die Nazis gesehen hatten, weitgehend entmachtet.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-16082
Hetze gegen Juden: SA-Männer bekleben das Schaufenster eines Möbelgeschäfts in der Berliner Uhlandstraße nahe des Kurfürstendamms mit Boykott-Plakaten.
NS-Propagandaminister Goebbels: Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, aufgenommen in den dreißigerr Jahren. Adolf Hitler und sein Chefpropagandist war der Terror gegen Juden im März 1933 noch nicht genug, sie dachten über eine zentral gesteuerte Aktion nach, die ein weithin sichtbares Signal setzen sollte. Nach einem Rundschreiben am 30. März an alle NSDAP-Ortsgruppen fand am 1. April 1933 den ersten, als "Revolution des Volkes" inszenierten Massenboykott jüdischer Geschäfte in Deutschland statt.
Brauner Boykott: Am 1. April 1933 demonstrierten deutschlandweit Nationalsozialisten vor jüdischen Geschäften mit der Aufforderung an die nichtjüdischen "Volksgenossen", diese zu boykottieren.
"Judenboykott" vor dem KaDeWe 1933: NS-Anhänger demonstrieren am 1. April 1933 vor dem geschlossenen "Kaufhaus des Westens" (KadeWe) an der Berliner Tauentzienstraße.
Flugblatt gegen den Boykott jüdischer Geschäfte: Der ehemalige Frontkämpfer Richard Stern stellte sich am Tag des Boykotts jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 demonstrativ mit seinen Auszeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg an der Brust vor sein Bettwaren-Geschäft in Köln. Unter der Überschrift "An alle Frontkameraden und Deutsche!" hatte Stern ein Flugblatt verfasst und druckenlassen. Stern wurde am Nachmittag verhaftet, aber noch am selben Abend wieder entlassen.
Jüdisches Geschäft: Der Judenboykott vom 1. April 1933 war der Auftakt für die systematische verdrängung der Juden aus dem öffentlichemn Leben. Fortan konnten jüdische Geschäfte ungestraft behelligt werden - wie hier in Wien im Mai 1939.
Jüdisches Geschäft: Dem ersten reichsweiten Boykott jüdischer Geschäfte in Deutschland folgten noch weitere Aktionen. Hier die Aufnahme eines als jüdisch gekennzeichneten Geschäfts in Wien im März 1938.
Anti-jüdische Presse: Das von Hitler-Adlatus Julius Streicher geleitete Hetzblatt "Der Stürmer" war das Zentralorgan für antisemitische Propaganda und Hetze in Nazi-Deutschland.
Lutze, Seldte und Streicher: SA-Stabschef Victor Lutze (l.) im September 1934 in Nürnberg im Gespräch mit Reichsarbeitsminister Franz Seldte. Rechts im Hintergrund unterhält sich Julius Streicher. Seldte, der von der DNVP zur NSDAP übergetreten war, war außerdem Führer der Kriegsveteranenorganisation "Stahlhelm" und leitete die Überführung der jüngeren "Stahlhelm"-Mitglieder in die SA in die Wege. Adolf Hitler belohnte ihn dafür mit dem Rang eines SA-Obergruppenführers.
Hitlers Kabinett: Eine kolorierte Aufnahme der ersten Ministerriege der nationalsozialistisch geführten Reichsregierung. Ganz rechts der Verleger und DNVP-Vorsitzende Alfred Hugenberg, jetzt Wirtschafts- und Landwirtschaftsminister. Hugenberg hatte, ähnlich wie Vizekanzler von Papen geglaubt, man könne einen Reichskanzler Hitler "einrahmen" und so unter Kontrolle halten. Das erwies sich jedoch schnell als Illusion, am 26. Juni war die DNVP gezwungen sich aufzulösen und Hugenberg trat resigniert von seinem Amt als Reichswirtschaftsminister zurück.
Ministerriege: Reichsminister Bernhard Rust, Wirtschaftsminister Hjalmar Schacht und Reichsminister Hans Frank (v.l.n.r.) am 1. Mai 1936 in Berlin. Schacht war nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zuerst zum Reichsbankpräsident ernannt worden. Seine große Stunde schlug jedoch nach dem Rücktritt von Alfred Hugenberg, dessen Ministeramt als Reichswirtschaftsminister er übernahm und fortan die Finanzierung der Aufrüstungspläne Hitlers sicherstellte.