75 Jahre "Machtergreifung" - DER SPIEGEL
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75 Jahre "Machtergreifung" Als Hitler die Jugend verführte

Fortuna Düsseldorf wurde Fußballmeister - ansonsten hatten die Deutschen im Juni 1933 andere Dinge im Kopf: Hitler servierte seine Verbündeten ab und verbot die SPD. Stattdessen setzte der 43-jährige "Führer" ganz auf die Jugend - die den Nationalsozialismus begeistert mittrug.
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Hitler und Baldur von Schirach: "Jugend soll durch Jugend geführt werden" lautete ein Prinzip der Nazis, das diese von der Jugendbewegung der Jahrhundertwende übernommen hatten. Schon 1931 hatte Hitler den erst 21-jährigen Adlessproß Baldur von Schirach zum "Reichsjugendführer" ernannt.

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Endspiel um die Meisterschale 1933: Luftaufnahme der Hauptkampfbahn des Kölner Stadions während des Endspiels um die Deutsche Fußballmeisterschaft am 11. Juni 1933. Fortuna Düsseldorf siegte mit 3:0 über Schalke 04.

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Schirach und die Hitlerjugend: Schirach machte aus der 1931 erst 65.000 Mitglieder starken "Hitlerjugend" (HJ) eine dem "Führer" ergebene Einheitstruppe, die Ende 1933 bereits 2,3 Millionen Mitglieder hatte. Der rasante Mitgliederzuwachs kam auch dadurch zustande, dass bestehende Jugendverbände kurzerhand zwangseingegliedert wurden - oder sich der HJ freiwillig anschlossen. Die Aufnahme zeigt Hitler und Schirach (l.) beim "Reichsparteitag der Einheit und Stärke" im September 1934 in Nürnberg.

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Lutze, Seldte und Streicher: Reichsarbeitsminister Franz Seldte im Gespräch mit SA-Stabschef Victor Lutze (l.) im September 1934 in Nürnberg. Seldte, der im April 1933 von der DNVP zur NSDAP übergetreten war, war außerdem Führer der Kriegsveteranenorganisation "Stahlhelm" und leitete die Überführung der jüngeren "Stahlhelm"-Mitglieder in die SA in die Wege. Adolf Hitler belohnte ihn dafür mit dem Rang eines SA-Obergruppenführers.

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Hitlers Kabinett: Eine kolorierte Aufnahme der ersten Ministerriege der nationalsozialistisch geführten Reichsregierung. Ganz rechts der Verleger und DNVP-Vorsitzende Alfred Hugenberg, jetzt Wirtschaft- und Landwirtschaftsminister. Hugenberg hatte nicht zuletzt in der Hoffnung auf ein Ministeramt alles getan, um Hitler an die Macht zu bringen. Am 30. Januar wähnte auch er sich am Ziel - doch schon am 21. Juni musste Hugenberg zurücktreten als Hitler zu Ohren kam, dass Hugenberg auf der Weltwirtschaftskonferenz in London die Rückgabe der Kolonien in Afrika sowie Siedlungsraum im Osten fordern wollte. Hitler aber wollte lieber unter dem Mäntelchen des Friedliebenden auftreten und in Ruhe aufrüsten, als sich mit den Weltmächten anzulegen. Hugenbergs DNVP löste sich am selben Tag auf.

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Wilhelm Hoegner: Wilhelm Hoegner war der einzige sozialdemokratische Ministerpräsident Bayerns. Seine erste Amtszeit von 1945 bis 1946 verdankte er den US-Besatzern, 1954 bis 1957 stand er an der Spitze einer großen Koalition aus SPD, FDP, Bayernpartei und der Vertriebenenpartei BHE. Hoegner war 1933 in die Schweiz emigriert und schon im Juni 1946 zurückgekehrt. Wie viele andere NS-Gegner hatte er ursprünglich Hitlers Sieg "für einen bloßen Überraschungserfolg" gehalten und war sicher, dass mit abzusehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten "sich das deutsche Volk wie ein täppischer Riese, der im Schlaf gefesselt worden war, strecken und recken und die lächerlichen Bande zerreißen" würde, in die es die Nazis geschlagen hatten.

Foto: Bayerische Staatskanzlei
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Angeklagte in Nürnberg: Hitlers "Reichsjugendführer" Baldur von Schirach (hintere Reihe, 3. v. l.) als Angeklagter vor dem internationalen Militärgerichtshof bei der Verlesung der Anklageschrift im Nürnberger Kriegsverbrecher-Hauptprozess am 20. November 1945 in Nürnberg. In der hinteren Reihe sind (v.l.) die Angeklagten Karl Dönitz, Erich Raeder, Baldur von Schirach, Fritz Sauckel und Alfred Jodl zu sehen. In der zweiten Reihe sitzen (v.l.) Hermann Göring, Rudolf Hess, Joachim von Ribbentrop, Wilhelm Keitel, Alfred Rosenberg und Hans Frank.

Foto: DPA
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"Glaube und Schönheit" - die Künstlerin: Das Bild ist ein Teil einer populären Postkartensammlung über die Arbeit von jungen Frauen in der BdM-Organisation "Glaube und Schönheit". Der "Bund Deutscher Mädel" (BDM) wurde 1930 gegründet und 1931 in die Hitler-Jugend (HJ) eingegliedert. Wie auch für Jungen war die Mitgliedschaft in der HJ für Mädchen seit 1936 obligatorisch. Junge Frauen von 17 bis 21 Jahren konnten dem 1938 gegründeten Werk "Glaube und Schönheit" und danach der Nationalsozialistischen Frauenschaft beitreten. Die Aufgabe des BDM lag darin, die Mädchen körperlich zu ertüchtigen und im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung zu erziehen. Dazu nahmen sie an verschiedenen sportlichen Übungen und Wettkämpfen, Heimabenden, Fahrten und sonstigen Aktivitäten teil. Die letzten Jahre des BDM waren durch den Zweiten Weltkrieg geprägt, an dem die weibliche Jugend sich u. a. im Lazarett- und Luftschutzdienst oder als Helferinnen in der Landwirtschaft beteiligte.

Eingereicht von einestages-Leser Uwe Stock.

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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"Glaube und Schönheit" - die Musikerin: Das Bild ist ein Teil einer populären Postkartensammlung über die Arbeit von jungen Frauen in der BdM-Organisation "Glaube und Schönheit".

Eingereicht von einestages-Leser Uwe Stock.

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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"Glaube und Schönheit" - die Fechterin: Das Bild ist ein Teil einer populären Postkartensammlung über die Arbeit von jungen Frauen in der BdM-Organisation "Glaube und Schönheit".

Eingereicht von einestages-Leser Uwe Stock.

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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"Glaube und Schönheit" - die Handwerkerin: Das Bild ist ein Teil einer populären Postkartensammlung über die Arbeit von jungen Frauen in der BdM-Organisation "Glaube und Schönheit".

Eingereicht von einestages-Leser Uwe Stock.

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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"Glaube und Schönheit" - die Turnerin: Das Bild ist ein Teil einer populären Postkartensammlung über die Arbeit von jungen Frauen in der BdM-Organisation "Glaube und Schönheit".

Eingereicht von einestages-Leser Uwe Stock.

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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"Glaube und Schönheit" - die Hausfrau: Das Bild ist ein Teil einer populären Postkartensammlung über die Arbeit von jungen Frauen in der BdM-Organisation "Glaube und Schönheit".

Eingereicht von einestages-Leser Uwe Stock.

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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Schulungsmaterial für HJ-Führer: Lehrmaterial für HJ-Führer von 1941. Das Schulungsmaterial für HJ-Führer in diesem Kasten besteht aus mehreren Dia-Rollen und Folien mit entsprechenden Erläuterungen für die ideologische Schulung auf den Heimabenden.

Inhalt: Germanentum, Gudrun-Sage, Dietrich von Bern, Nibelungen.

Geschichte: Ritter und Mönche, Bürger und Bauern, Reich der deutschen Kaiser, Flurbild und Dorfbild, Das deutsche Dorf, Deutsche Bauernhäuser, Deutsches Handwerk, Der Imperialismus, Die deutschen Kolonien

Unterhaltung und Information: Deutsche Schattenspiele, Das warme Bad (Wilhelm Busch), Naturschutzgebiete, Bau und Ernährung des menschlichen Körpers, Tierzucht und Pflege, Weihnachten in der altdeutschen Malerei

Nationalsozialismus: Unser Führer Adolf Hitler, Nürnberg, Stadt der Reichsparteitage, München, Hauptstadt der Bewegung, Autobahnen, Bau und Gestaltungswillen im 3. Reich, Der Reichsarbeiterführer, Das Auslandsdeutschtum, Österreich, die deutsche Ostmark, Das Sudetendeutsche LandDer Zweite Weltkrieg: Feldzug in Polen, Kriegsmarine im polnischen Krieg, Feldzug in Dänemark und Norwegen, Der Sieg im Westen, See- und Handelskrieg im Norden und im Kanal

Die umfangreiche Foliensammlung mit Erläuterungen, die auf einen Holzstab gesteckt und vorgelesen werden können, umfasst: Germanische Frühzeit, Germanische Vorzeit, Das deutsche Mittelalter und 16 Folien zu Vererbung und Rasse.

Eingereicht von einestages-Leser Uwe Stock.

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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Hitlerjugend auf dem Reichsparteitag 1935: Das Bild stammt aus dem umfangreichen Schulungsmaterial für HJ-Führer (Dia-Rolle "Nürnberg, Stadt der Reichsparteitage") und zeigt angetretene Hitlerjungen, die von Hitler begrüßt werden.

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Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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"Glaube und Schönheit" - die Pflegerin: Das Bild ist ein Teil einer populären Postkartensammlung über die Arbeit von jungen Frauen in der BdM-Organisation "Glaube und Schönheit".

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Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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"Glaube und Schönheit" - die Malerin: Das Bild ist ein Teil einer populären Postkartensammlung über die Arbeit von jungen Frauen in der BdM-Organisation "Glaube und Schönheit".

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Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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"Glaube und Schönheit" - die Tänzerin: Das Bild ist ein Teil einer populären Postkartensammlung über die Arbeit von jungen Frauen in der BdM-Organisation "Glaube und Schönheit".

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Dienst in der HJ: Das Bild zeigt das Titelblatt einer dünnen Broschüre (22 Seiten). Zitat aus dem Inhalt: "So wie die Schule der vom Staat beauftragte vor allem wissenschaftliche Erziehungsfaktor ist, so ist die Hitler-Jugend der von Staat und Partei in erster Linie mit der politischen Jugenderziehung beauftragte Faktor." Weiter ist darin zu lesen: "HJ als Mitträger des Staates", "Das Selbstführungsprinzip der Jugend", "Die Planmäßigkeit der nat.-soz. Arbeit in der HJ", ... "Die Hitler-Jugend ist das Deutschland von morgen", "Die Hitler-Jugend ist kein Verein".

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Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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Beförderung zur Schaftsführerin: Vor ihrer Entlassung aus der Schule und der Übernahme in den Bund deutscher Mädel wurde Edith Newe zur Jungmädel-Schaftsführerin befördert.

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Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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Aufnahme in die Hitlerjugend: Am 20.4.1939 ("Führers Geburtstag") wurde die zehnjährige Edith Newe in die HJ (Jungmädel) aufgenommen.

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Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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Leistungsbuch der HJ: Mit der Aufnahme in den Jungmädelbund erhielt Edith Newe auch dieses Leistungsbuch des Bundes deutscher Mädel und des Jungmädelbundes zusammen mit einer Anstecknadel ("JM" = Jungmädelbund).

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Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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Sportabzeichen der HJ: Edith Newe nahm erfolgreich an den Sportfesten der HJ teil und erwarb die abgebildeten Sportabzeichen (1939, 1940, 1941, 1943).

Eingereicht von einestages-Leser Uwe Stock.

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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Liebe und Treue zum Führer und zur Fahne: 1942 wurde in den Schulen die herkömmliche Schulentlassungsfeier von der NSDAP übernommen, die daraus eine "Verpflichtung der Jugend" (=Aufnahme in die HJ) machte.

Eingereicht von einestages-Leser Uwe Stock.

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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