75 Jahre "Machtergreifung" Braune Suppe, dicke Brocken
Ein Schelm ist ..: ... wer keinen Eintopf isst! Propagandaplakat für den jährlichen "Eintopfsonntag" des NS-Winterhilfswerks von 1936 nach einem Entwurf von Ernst Ender.
Propagandaplakat: "Am Sonntag mit dem Führer Eintopf!" - NS-Propaganda zum ersten Eintopf-Sonntag des Winterhilfswerks am 1. Oktober 1933.
Eintopf, Opfer-Sonntag!": Propagandaplakat des Winterhilfswerks aus dem Jahre 1933.
"Berlin ißt heute sein Eintopfgericht": Der von den Nazis erfundene Eintopfsonntag wurde nicht nur zu Hause und in Gaststätten, sondern auch demonstrativ in der Öffentlichkeit durchgeführt. So wurden etwa auf dem Potsdamer Platz in Berlin lange Tischreihen aufgestellt, das Essen wurde aus einer Gulaschkanone ausgegeben.
Eintopf für alle: In großen Töpfen wird das Essen für den "Eintopfsonntag" am 10. November 1935 in der Brauereigaststätte Dinckelacker in der Neckarstraße in Stuttgart gebracht.
Eintopfschmaus beim "Führer": Adolf Hitler am 15. Januar 1935 mit Karl Brandt, Wilhelm Brückner, Erna Hoffmann und Sophie Stork beim Eintopfessen im Wintergarten des "Berghofs" auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden.
Austritt aus dem Völkerbund: Die Abrüstungspläne des britischen Premierministers Ramsay MacDonalds vom März 1933 sahen vor, die Streitkräfte Deutschlands innerhalb von fünf Jahren auf 200.000 Mann zu begrenzen. Hitler weigerte sich, darüber auch nur zu verhandeln - er beschloss stattdessen den Austritt des Deutschen Reiches aus dem Völkerbund. Reichsaußenminister Konstantin Freiherr von Neurath begründet hier am 16. Oktober 1933 den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund in einer Rede vor ausländischen Pressevertretern im Propagandaministerium. Den Austritt selbst hatte zuvor nicht der Außenminister verkündet, sondern Propagandaminister Jospeh Goebbels.
"80 Millionen eint das Eintopfessen": Der Eintopfsonntag war auch Ausdruck der nationalsozialistischen Vorstellung einer klassenlosen Gesellschaft - beim Eintopfessen sollten arme und reiche "Volksgenossen" am Mittagstisch gleich werden. An bestehenden sozialen Unterschieden änderte er jedoch nichts. Propagandaplakat von 1938.
Sammeln für den Eintopf: Ein Ortsgruppenleiter der NSDAP gibt auf dieser Aufnahme um 1936 Sammelbüchsen für das Winterhilfswerk aus. Im Hintergrund ist ein Werbeplakat für das Eintopfessen zu sehen. SA- und SS-Leute gingen an den Eintopfsonntägen von Haus zu Haus und kassierten den Unterschiedsbetrag zwischen den für den Eintopf vorgeschriebenen 50 Pfennigen und dem Normalbetrag für die Zubereitung einer Mahlzeit ein.
Goebbels bei Tisch: Eintopfessen mit Joseph Goebbels für das Winterhilfswerk 1935. Hitler ließ an seinem Tisch eine Liste herumgehen, in die jeder Gast seine "freiwillige" Spende eintragen musste. "Mich kostete jeder Eintopf etwa 50 bis 100 Mark", erinnerte sich Albert Speer später.
Pfennige für das Winterhilfswerk: Eine Tüte für "10 Winterpfennig-Briefverschlußmarken" - Spenden für das "Winterhilfswerk für das Deutsche Volk 1933/34". Die Pfennigmarken wurden über die Schulen an die Kinder verkauft.
Zwei Mark für Lebensmittel: Im Rahmen des Winterhilfswerks verteilt die Ortsgruppe Lensahn der NSDAP Gutscheine an Hilfsbedürftige im Amt Lensahn. Die Gutscheine werden in den Einzelhandelsgeschäften der Dörfer angenommen.