Parkuhr seit 1935 Ihre Zeit ist abgelaufen
Altes Eisen: Ein Mitarbeiter des Straßenbauamts in Frankfurt am Main montiert im Dezember 2003 in einer Lagerhalle eine der letzten Parkuhren vom Ständer. Vom Parkscheinautomaten ersetzt, warten diese ausgedienten "Groschengräber" darauf, verkauft zu werden.
Generation Parkuhr: Ein kleiner Junge zeigt seiner Schwester an einer Parkuhr, wie groß er ist - Foto etwa von 1956. Berthold Schumacher erinnert sich gern an seine Kindheit, als er immer für seine Eltern die Münzen in die Parkuhren werfen durfte: "Das war für mich ein Ritual."
In der Küche geparkt: Schumachers Parkuhren stehen nicht nur in der Küche, sondern auch im Bad, Wohnzimmer, Flur und sogar einen eigenen "Show Room" hat der Sammler in seinem Haus im ostwestfälischen Lügde für die historischen Straßenmöbel eingerichtet.
Parken mit Sti(e)l: Dita von Teese an einer Parkuhr in West Hollywood. In den USA verrichten die Zeitmesser noch millionenfach ihren Dienst.
Einen Groschen fürs Groschengrab: Ein Autofahrer sucht 1954 in Hamburg nach einer Parkmünze. Damals kostete eine Stunde Parken nur zehn Pfennige.
Arbeitslos: An Sonntagen schienen diese Parkuhren in der Frankfurter Innenstadt vergeblich auf Kundschaft zu warten, aufgenommen im Mai 1963.
Designerobjekt: Dieses Kienzle-Exemplar aus den sechziger Jahren steht im Badezimmer von Sammler Berthold Schumacher. Stolz erwähnt er, dass die Uhr farblich gut zur Duschabtrennung passe. Dabei hatte die Wahl der Farbe bei den "Groschengräbern" weniger optische, sondern ganz praktische Gründe. Gelbe und blaue waren Langzeituhren, an einer roten Parkuhr durfte bis zu 30 Minuten geparkt werden, an einer grauen eine Stunde. "Da wussten die Politessen sofort, wo es sich am meisten lohnt hinzurennen", scherzt Schumacher.
Parkuhr-Produktion: Eine Angestellte schraubt 1956 in einer Londoner Fabrik die "Expired"-Schilder am Uhrwerk eines Parkographen fest. Wenn das rote Kärtchen nach oben schnellt, ist die Parkzeit abgelaufen - der Mechanismus funktioniert ähnlich wie eine Eieruhr.
"Black Marias" warten auf Kundschaft: Als Chef des Verkehrsausschusses wollte Parkuhren-Erfinder Carlton Cole Magee die Dauerparker aus der Innenstadt von Oklahoma City fernhalten. Autofahrer waren wenig begeistert von der Einrichtung und boykottierten die neuen kostenpflichtigen Parkplätze, wie diese Aufnahme einer Straße in dem Städtchen im Jahr 1935 eindrücklich zeigt.
Bastler Schumacher: In seinem Keller im ostwestfälischen Lügde repariert Berthold Schumacher eine Parkuhr (Foto von 2006). Mehrere Hundert dieser Objekte hortet der Diplom-Sozialarbeiter in seinem Haus. Er besitzt damit die wohl größte Parkuhren-Sammlung Deutschlands.
Frühe Parkuhr aus Deutschland: In den fünfziger Jahren teilten sich drei deutsche Hersteller den Markt - Kienzle, VDO sowie Telefonbau und Normalzeit (T&N). Dieses vollautomatische "Groschengrab" von T&N gehört zu den ersten in der Bundesrepublik angefertigten Parkuhren.
Innovation aus den USA: In Oklahoma City stellte Carlton Cole Magee am 16. Juli 1935 die erste Parkuhr der Welt auf. Zwei Jahre später wurde in der US-Minimetropole auch der Einkaufswagen erfunden. Mittlerweile stehen die Prototypen im Stadtmuseum einträchtig nebeneinander.
Pfleger der Parkuhren:v In Oklahoma City gibt es noch rund 1400 Parkuhren. Ob sie artgerecht "gefüttert" werden, kontrollieren in der Stadt sechs sogenannte Parkregelvollstrecker. Einer von ihnen ist Dan Murdoch, der an einem guten Tag rund 120 Strafzettel verteilt (Foto von 2006).
Parkuhr aus den USA: Diese PU aus den vierziger Jahren stand in den USA und ist nun im Besitz von Berthold Schumacher. Der Parkuhren-Sammler bevorzugt die deutschen Modelle, an den amerikanischen Uhren kann er nur wenig Gefallen finden. "Viel zu klobig", urteilt er.
Rarität im Straßenbild: An wenigen Straßen in Deutschland stehen noch Parkuhren, wie hier im Münchner Stadtteil Schwabing (Foto von 2005). In den meisten Städten wurden sie Anfang der neunziger Jahre abgebaut. Einige Kommunen halten jedoch an den Straßenmöbeln fest - denn das Aufstellen eines Parkscheinautomaten lohnt sich erst ab einer Einheit von fünf Autos.
Im Dienste der Ordnungspolitik: Zwei russische Autofahrer versuchen herauszufinden, wie die neuen Parkuhren funktionieren, die 1994 in Moskau installiert worden sind. Die Stadtväter hofften, mit der Einführung der Parkzeitmesser dem Verkehrschaos in der City Herr zu werden.
Abschied von der Parkuhr: Die Euro-Einführung bedeutete für viele Parkuhren das Aus. In Hannover wurden zu Beginn des Jahres 2002 rund 280 eurotaugliche und solarbetriebene Parkscheinautomaten aufgestellt. Sie ersetzten circa 2000 Parkuhren.
Ausgediente Straßenmöbel: Diese Sammlung von "Autofahrer-Melkmaschinen" entdeckte Norbert Klähn hinter einer Jalousie am Potsdamer Platz in Berlin.