75 Jahre Volksempfänger - DER SPIEGEL
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Volksempfänger Hört, hört!

Das berüchtigtste Radio der Welt wird 75: Am 18. August 1933 feierte der Volksempfänger Premiere. Mit dem Jedermann-Gerät machten die Nazis den Rundfunk erst zum Massenmedium - und zur hasserfüllten Propagandamaschine. Ausgeliefert wurde es mit einer Drohung am Drehknopf.
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Ganz Deutschland hört den Führer mit dem Volksempfänger: Diese Werbung hing ab Juli 1933, also einen Monat vor dem Erstverkaufstag, bei allen großen Rundfunkhändlern im Schaufenster und im Laden.

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Goebbels dreht am Volksempfänger: Reichsminister Goebbels eröffnete am 5. August 1938 die Große Deutsche Funkausstellung. Hier besichtigt er gerade den neuen Volksempfänger. Zu seiner Rechten steht der Präsident der Reichsrundfunkkammer Dr. Kriegler.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-H10252

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Deutscher Kleinempfänger: Der "Deutsche Kleinempfänger" kam 1938 auf den Markt. Mit dem Preis von 35 Reichsmark war er noch mal um die Hälfte billiger als der Volksempfänger. Das Radio bekam schnell den Spitznamen "Goebbels-Schnauze". Das Radio war mit seinen zwei Röhren ausgesprochen empfangsstark, so dass er wegen der großen Lagerbestände an Bauteilen nach dem Krieg von einigen Herstellerfirmen weiterproduziert wurde.

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Im Gleichschritt: Der deutsche Kleinempfänger marschierte auch durch Zeichentrickfilme, wie den 1937 von Georg Woelz produzierten "Die Schlacht um Miggershausen".

Foto: dpa
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"Deutscher, kauf' den Volksempfänger!": Plakatwerbung für das Jedermann-Radio.

Foto: Deutsches Rundfunkmuseum Berlin, www.drm-berlin.de
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Volksempfänger VE 301 W: Am Bakelitgehäuse war das Modell für Wechsel- oder Allstrom zu erkennen. Mit Preisen von 76 Reichsmark handelte es sich um außergewöhnlich preisgünstige Geräte. Die Erstauflage von 100.000 Geräten war bereits am ersten Abend der 10. Funkausstellung 1933 verkauft. Rasch legten die Hersteller weitere Bauserien auf. Bis Ende Mai 1934 entstanden 700.000 Stück.

Foto: www.oldradio.de
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Goebbels auf der Funkausstellung: Dr. Goebbels besichtigt am Eröffnungstag der Funkausstellung in Berlin, dem 5. August 1938 auf dem Stand der Ostmark den deutschen Kleinempfänger.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-H10250

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Volksempfänger Radio VE 301 G: Die Holzversion des Volksempfängers war für Kunden mit Gleichstrom und Batteriebetrieb gedacht. Mit der Erstfertigung von einigen 10.000 Gehäusen konnte die Holzindustrie in Thüringen belebt werden.

Foto: Deutsches Rundfunkmuseum Berlin
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Starker Empfang: Schaltete man diese Hochfrequenzstufe von Braun vor das Radio, wurden die Empfangsleistungen deutlich verbessert.

Foto: Deutsches Rundfunkmuseum Berlin; www.drm-berlin.de
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Plakatwerbung für den Olympiakoffer DO 36: Auf der Funkausstellung 1936 wird ein tragbares Radio vorgestellt. Im praktischen Holzkofferdesign ist es zu einem Preis von 156 Reichsmark zu haben. Einziger Haken: mit Batterien wiegt das Gerät 8,4 Kilo.

Foto: Deutsches Rundfunkmuseum Berlin, www.drm-berlin.de
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Verteilung von Volksempfängern: Zum Geburtstag des Reichsministers Goebbels fand am 29. Oktober 1938 im Funkhaus die Verteilung von 500 neuen Kleinempfängern an bedürftige Volksgenossen aus dem Gau Berlin statt. Gaupropagandaleiter Werner Wächter verteilt die Empfänger.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-H14243

Foto: Das Bundesarchiv/Nau
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Deutscher Arbeitsfrontempfänger DAF 1011: Früher durfte in den Werkshallen Musik gehört werden. Hierzu diente der Arbeitsfrontempfänger. Während der Reden des Führers musste die Arbeit komplett niedergelegt werden. Wenn sie live von allen Reichssendern ausgestrahlt wurden, war alles organisiert. Betriebe, Schulen, Passanten auf den Straßen - alle wurden über Großlautsprecher beschallt.

Foto: Deutsches Rundfunkmuseum, www.drm-berlin.de
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Radio an Tannen: Die Eröffnung der 10. Deutschen Funkausstellung am 18. August 1933 in Berlin. Bei der Herstellung des VE 301 Volksempfängers haben 28 verschiedene Firmen mitgewirkt. Bei der Ausstellung durfte dann jede für sich werben. Hier zu sehen ist die Firma Saba aus dem Schwarzwald, die den Kleinempfänger zwischen Tannen und regionaltypischen Trachten präsentierte.

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Kreditantrag: Reichte ein Radiokäufer diesen Antrag bei seinem Stromversorger ein, konnte er den Volksempfänger zusammen mit der Stromrechnung in Raten abtragen.

Foto: Andrea Jonischkies
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"Im Gleichschritt mit unserer Zeit": Rasch stellten die Hersteller ihre Werbemittel auf die neue Ideologie um. Auf dem Titelblatt einer Broschüre der AEG von 1933/34 marschieren die Hörer-Ohren bereits im Gleichschritt.

Foto: Günter F. Abele
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"Der Volksempfänger für alle": Ein Werbeplakat von 1933.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?