Weimarer Republik Staatsgründung beim Erdbeereis
Erinnerungen in Schwarzburg: Heute erinnert eine Schautafel an den berühmten Gast...
Original Verfassungsurkunde: Dass die Weimarer Verfassung im Städtchen Schwarzburg im Thüringer Wald unterzeichnet wurde und nicht in Weimar, ist der Verfassungsurkunde eindeutig zu entnehmen. Neben Reichspräsident Ebert unterschrieben auch die Minister der Reichsregierung das Dokument. Die Worte "Entwurf einer" handschriftlich durchzustreichen hat nichts mit mangelnder Professionalität zu tun, sondern ist bei derartigen Dokumenten Staatspraxis - aus dem Entwurf wird so die gültige Verfassung.
Urlauber Ebert: Obwohl Friedrich Ebert sich in Schwarzburg von den Strapazen der Revolution und der Verfassungsarbeit in der Weimarer Nationalversammlung erholen wollte, duldeten manche Staatsgeschäfte auch in der Sommerfrische keinen Aufschub.
In Stein gemeißelt: ... sowie ein langsam zuwachsender Gedenkstein in einem kleinen Park.
Schwarzenburg in Thüringen: Umgeben von den Bergen des Thüringer Waldes liegt der kleine Ort malerisch im Schwarzatal. Auf einem Bergsporn in der Mitte thront das ehemalige Schloss der Schwarzburger Fürsten - dem letzten regierenden Herrscherhaus in Deutschland, das nach Ende des Kaiserreiches 1918 abdankte.
Familienausflug mit Reichspräsident: Seine Sommerfrische im thüringischen Schwarzburg nutzte Staatsoberhaupt Friedrich Ebert zu ausgedehnten Wanderungen - wie hier mit der Familie seines Büroleiters Rudolf Nadolny. Von links: Ebert, das Kindermädchen der Nadolnys, Nadolnys Kinder Anorte, Burkhard und Ursula, Eberts Frau Louise sowie Änny und Rudolf Nadolny.
Gruppenbild vor dem Hotel "Weißer Hirsch": Louise und Friedrich Ebert (r.) mit Reichskanzler Gustav Bauer und dessen Ehefrau Hedwig.
Historischer Ort: Das Jägerzimmer im Schwarzburger Hotel "Weißer Hirsch", wo Friedrich Ebert mit seiner Unterschrift formal die Weimarer Republik begründete - möglicherweise. Der genaue Ort, ane dem der Reichspräsident zum Füllhalter griff, ist nicht bekannt; ein Foto des historischen Moments existiert nicht. Heute hat der 51-jährige Wirt Franz Hörnisch das Sagen im "Weißen Hirsch" und würde gerne an die große Zeit von einst anknüpfen.
Hotel "Weißer Hirsch" in Schwarzburg: Gern würden die Schwarzburger ihr Städtchen als Touristenziel zu alter Größe zurückführen - schließlich kamen einst Geistesgrößen wie Goethe und Schiller, Schopenhauer und Wilhelm von Humboldt zur Erholung hierher. "Doch wer für 199 Euro in die Türkei fliegen kann, muss erstmal zu uns gelockt werden", beklagt Vize-Bürgermeister Rainer Kommer.
Das erste Haus am Platz: Im August 1919 speiste Reichspräsident Friedrich Ebert während seines Sommerurlaubs im Hotel "Weißer Hirsch", damals in Schwarzenburg das erste Haus am Platze. Heute ist hier nicht mehr viel los.
Konkurrenz: Blick aus dem Ort auf das von Wald umgebene Hotel Schwarzaburg. 1919 diente das Gebäude als Gästehaus des Hotels "Weißer Hirsch". Reichspräsident Friedrich Ebert logierte während seines Aufenthalts im August 1919 in der "Schawrzzaburg"; möglicherweise unterzeichnetet er die Weimarer Reichsverfassung dort und nicht im "Weißen Hirsch" selbst.
Ebert mit Bodyguards: Friedrich Ebert (2. v.r.) mit seinem Büromitarbeiter Otto Meissner (r.) und seiner Wachmannschaft in Schwarzburg. Die 13-köpfige Personenschützer-Truppe für den von Reaktionären Republikgegnern massiv angefeindeten Ebert setzte sich aus Mitgliedern der Reichswehr, meist ehemalige Studenten und Ingenieuren, zusammen.
Fürsten und Demokraten: Jahrhundertelang war Schwarzburg Residenzort, doch von dem prachtvollen Schloss ist heute nur noch der sogenannte Kaisersaal erhalten. Dass in Schwarzburg der letzte deutsche Fürst abdankte und mit der Verfassungsunterzeichnung formal die erste Demokratie Deutschlands begründet wurde, ist ein besonderers Kuriosum der Geschichte.
Leerer Dorfplatz: Der einstige Glanz ist verflogen, heute hat Schwarzburg mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Seit Mitte der neunziger Jahre schrumpfte die Einwohnerzahl um 40 Prozent; von einst gut 1000 Einwohnern sind nur 600 geblieben.
Romantischer Flusslauf: Seinen Namen erhielt Schwarzburg von der Schwarza, die den Ort durchströmt.