Ludwig Ferdinand Clauß Rassenforscher und Menschenfreund
Muhammad Ferid el-Almani: Ludwig Ferdinand Clauß (1892-1974) um 1931 in Tracht als Beduine. Gegenüber den Nomaden der Wüste gab er sich als "Scheich der deutschen Beduinen" aus.
Forschungsgegenstand: Eine Beduinenfrau des Stammes Beni Sacher ersteigt ihr Kamel. Der Deutsche Ludwig Ferdinand Clauß lebte vier Jahre mit den Beduinen zusammen und machte sie zum Gegenstand seiner rassischen Feldforschung.
Im Männerraum bei Sonnenaufgang: "Der Sklav Adwan reicht Mithgal, dem Großscheich der Beni Sachr, eine Schale Kaffee. Dahinter ein Soldat des Emirs Abdallah," notiert Ludwig Ferdinand Clauß zu diesem Bild. Im Sommer 1927 hatte er sich als "Muhammad Ferid el-Almani, Scheich der deutschen Beduinen" beim Häuptling der Beni Sachr vorgestellt, vier Jahre verbrachte er bei diesem Stamm.
Bei den Frauen: Im Frauenraum des Zeltes wird gekocht. Um die "arteigene" Lebensweise der Araber zu studieren, suchte Ludwig Ferdinand Clauß diese in ihrem - nach seiner Überzeugung - "ureigensten Lebensraum" auf.
Chalid: Der Neffe Mitghgâl Paschas. Um die Araber zu erforschen, entschied sich Ludwig Ferdinand Clauß, mit ihnen zu leben. Von Schädelmessungen und ähnlichen Methoden hielt er wenig - dennoch trug er mit seinen Publikationen zur NS-Ideologie bei.
"Die nordische Seele": Eine Einführung in die Rassenseelenkunde - das Propagandabuch zur Eugenik von Ludwig Ferdinand Clauß.
Hohe Gäste: Fürst Schakir (l.) im Zelt Mitghgâl Paschas. Dort lebte Ende der zwanziger Jahre auch Ludwig Ferdinand Clauß. Bevor er zum Leben als Beduine aufbrach, übte er sich in Gestik und Mimik, um seine Verwandlung perfekt zu machen.
Manwa: "Ein Mädchen vom Stamm der Sawahere", schrieb Ludwig Ferdinand Clauß zu dieser Aufnahme, die während seines Aufenthalts in der Wüste entstand.
Bürgerliches Ich: Prof. Dr. phil. Ludwig Ferdinand Clauß in einer Aufnahme aus dem Jahr 1936. Für seine Forschungen verwandelte sich der deutsche Psychologe für vier Jahre in einen Beduinen.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-S03139
Chatma bint Guftan: Die Beduinenfrau hockt nähend vor dem Zelt. Ludwig Ferdinand Clauß nahm in seinen Studien eine strikte Einteilung des Orients in unterschiedliche Rassen vor.
Djamile: "Eine junge Fellachenfrau", beschreibt Ludwig Ferdinand Clauß die Aufnahme. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die islamische Welt für den Forscher und Psychologen zum persönlichen Refugium - denn eine akademische Karriere blieb ihm in Deutschland verwehrt.
Rassentheoretiker Clauß: Für seine Forschungen nahm Ludwig Ferdinand Clauß nicht nur äußerlich die Rolle eines Beduinen an, sondern konvertierte sogar zum Islam - der seiner Ansicht nach "artspezifischen Religion" der Araber.
Forschung nach Rassegesichtspunkten: SS-Anthropologe Bruno Beger vermaß auf der Suche nach Ariern 1939 fleißig die Schädel von Tibetern, machte Gesichtsmasken aus Gips und zeichnete Körperproportionen auf. Beger und die anderen Forscher sammelten insgesamt die Daten von 376 Tibetern. Ludwig Ferdinand Clauß hielt von dieser Forschungsmethode wenig - sein Ansatz verlangte vielmehr ein distanzloses Ergründen durch unmittelbares "Mitleben". Mit Beger arbeitete Clauß zusammen in der SS-Stiftung "Das Ahnenerbe" am Sonderauftrag "Rassen im Kampf".
Signatur im Bundesarchiv: Bild 135-KB-15-089
"Semitenbuch": Das Bild zeigt das Umschlagbild des Buches "Semiten der Wüste unter sich" von Ludwig Ferdinand Clauß, Berlin 1937 (Büchergilde Gutenberg).
Abgebildet ist Mitghgâl Pascha, Häuptling des jordanischen Beduinenstammes der Beni Sachr, mit dem Clauß zwischen 1927 und 1931 "als Beduine" durch die Wüste zog. Die Aufnahme stammt von Clauß selbst.