Abhörskandal Grant soll aussagen, Cameron schäumt
Der Abhörskandal um das britische Boulevardblatt "News of the World" zieht immer weitere Kreise: Nun will die britische Polizei auch Filmstar Hugh Grant in den Zeugenstand rufen. Das teilte der Schauspieler am Mittwoch in London mit. Im britischen Sender BBC berichtete Grant von einem Gespräch mit einem Reporter der Zeitung. Darin habe dieser die Hacking-Methoden eingeräumt. Wann Grant seine Aussage machen wird, ist bisher noch unklar.
Der Druck auf die "News of the World" wächst: Premier David Cameron hat eine radikale Aufklärung verlangt. "Es ist abscheulich, was hier vorgefallen ist", sagte Cameron während einer Dringlichkeitsdebatte im Parlament.
Erfolg vor Gericht: Der Londoner High Court sprach Sienna Miller Anfang Juni 2011 eine Entschädigung in Höhe von 100.000 Pfund zu. Miller ist eine von vielen Prominenten, die "News of the World" verklagt haben. Das Sonntagsblatt soll einen Detektiv beauftragt haben, Telefonate abzuhören.
Von 2003 bis 2005 war Miller mit ihrem Kollegen Jude Law liiert. Auch dessen Telefon soll angezapft worden sein. Laut Berichten des "Guardian" erschienen elf Artikel in "News of the World", die auf Telefonüberwachung zurückgehen sollen.
Nicht nur die beiden Schauspieler, auch ihre Assistenten und selbst Freunde und Angehörige - das Foto zeigt Miller mit ihrer Schwester Savannah - wurden angeblich abgehört.
Durch den Abhörskandal wuchs die Kritik an Rupert Murdochs Verlagsgruppe, zu dem die "News of the World" gehört. Im April fand ein Protest vor dem Royal Court of Justice in London statt.
Er musste im Januar seinen Hut nehmen: Der ehemalige Kommunikationschef des britischen Premierministers David Cameron, Andy Coulson. Er war bis 2007 Chefredakteur der "News of the World", hatte aber stets bestritten, von den dubiosen Praktiken gewusst zu haben.
Wayne Rooney, hier mit seiner Frau Coleen McLoughlin, erfuhr im April von Scotland Yard, dass auch sein Telefon abgehört wurde.
Bei Miller, so geht es laut einem Bericht des "Guardian" aus Gerichtsunterlagen hervor, haben die Methoden der Zeitung "äußerste Sorge über ihre Privatspähre und ihre Sicherheit ausgelöst und enorme Ängste und Aufregung verursacht".