Abschied vom Quelle-Katalog - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

"Meine Quelle" Das Buch der Sehnsüchte

Erotik-Schocker für Sohnemann, Einkaufsführer für Mutti: Der Quelle-Katalog befriedigte die Sehnsüchte ganzer Generationen - vom Adventsdeko-Set bis zur Zierpalme. Nun landet die Bibel des Wirtschaftswunders auf dem Müll. Und mit ihr ein Meisterstück deutscher Wirtschaftsgeschichte.
1 / 27

Das Cover-Girl: Ein paar Mal posierte auch Model Claudia Schiffer für den Titel des Quellekatalogs, unter anderem für den Frühjahr- und Sommerkatalog 2004 mit ihrem Sohn Caspar. In der Öffentlichkeit kam das Motiv allerdings nicht gut an, vor allem da Schiffer 2003 gegen zwei Verlage geklagt hatte, die Paparazzi-Bilder ihres Sohnes veröffentlicht hatten. Dem Model wurde daraufhin Geschäftemacherei mit ihrem Kind vorgeworfen.

Foto: dpa
2 / 27

Sechziger-Jahre-Chic: Elegant mit Pelzkragen sollte die deutsche Frau durch die Herbst-Winter-Saison 1966/67 gehen - zumindest wenn sie bei Quelle kaufte.

Foto: Quelle
3 / 27

Quelle-Modenschau: Im Wirtschaftswunder der fünfziger Jahre baute auch Quelle seinen Erfolg wieder aus. Nachdem die Betriebsgebäude und die Kundendatei im Krieg weitgehend vernichtet worden waren, punktete das Versandhaus jetzt mit einem umfangreichen Kleidersortiment und Nylonstrümpfen aus den USA.

Foto: Quelle
4 / 27

Freizeitlook: Auch für den Mann von Welt hatte Quelle allerhand im Angebot, inklusive Ski mit passender Kleidung.

Foto: Quelle
5 / 27

Kuschelige Mäntel: Geborgenheit und Wärme vermittelten nicht nur diese Mäntel auf dem Herbst/Winterkatalog von Quelle aus dem Jahr 1956, sondern auch das gesamte Konzept des Versandhausriesen.

Foto: Quelle
6 / 27

Elegant mit Quelle: Mit dem Winterkatalog 1960 gab es gleich auch noch eine Neuerung bei Quelle, die sogenannten Sammelbesteller wurden zu einem neuen Vertriebsweg und wichtigen Geschäftspartnern.

Foto: Quelle
7 / 27

Fertig für die große Fahrt: Gewagt präsentierte sich der Herbst-Winter-Katalog von 1962/63, passend zum Kleid des Models mit knallrotem Hintergrund. Der Koffer auf dem Titel deutete eine kleine Revolution im Hause Quelle hin - erstmals bot das Versandhaus auch Reisen an.

Foto: Quelle
8 / 27

Im Jahr der Revolten: Dass 1968 die Studenten auf die Straßen gingen und gegen den bürgerlichen Lebensstil protestierten, beeindruckte Quelle wenig. Der Katalog hatte schließlich seine feste Kundschaft, die weiterhin hier bestellten.

Foto: Quelle
9 / 27

Mode für Millionen: Passend zur Zeit präsentierte sich die Titelseite des Quelle-Katalogs für den Herbst und Winter 1972/73 in fröhlichen Knallfarben. Modeschöpfer Heinz Oestergaard, der seit 1967 für Quelle arbeitete, adaptierte die Mode aus Paris, so dass sie auch die ganz normale deutsche Durchschnittsfrau tragen - und vor allem bezahlen - konnte.

Foto: Quelle
10 / 27

"Ihr guter Freund": Stolz warb Quelle zu seinem 50. Jubiläum 1977 mit dem Titel "Europas größtes Versandhaus". Im selben Jahr starb Firmengründer Gustav Schickedanz im Alter von 82 Jahren - er wurde tot an seinem Schreibtisch gefunden.

Foto: Quelle
11 / 27

Der "goldene Katalog": "Erst mal sehn, was Quelle hat", so hieß es bereits seit den Zeiten des Wirtschaftswunders über den deutschen Handelsriesen. 1980 wurde dieser Spruch dann noch einmal auf das Titelblatt des Herbst/Winter-Katalogs gedruckt - auch als Abwehrversuch gegen die starke Konkurrenz von Otto und Neckermann, die dem Fürther Versandhaus auf den Fersen waren.

Foto: Quelle
12 / 27

Lila im Stil der Achtziger: 1985 sah der Quelle-Katalog dann so aus. Im gleich Jahr wurden in Budapest Verträge für den ersten deutsch-ungarischen Versandbetrieb unterzeichnet.

Foto: Quelle
13 / 27

Die Wendeausgabe: Während Deutschland noch den Fall der Mauer feierte, bemühte sich Quelle bereits um den Markt im Osten. 1989 war die Firma mit der deutsch-sowjetischen Gemeinschaftsfirma "Intermoda" als erstes Versandunternehmen in der damaligen UdSSR präsent.

Foto: Quelle
14 / 27

"Meine Quelle": Der Herbst/Winter-Katalog 1990 von Quelle hatte eine Auflage von 2,5 Millionen Exemplaren. Im gleichen Jahr gründete die Quelle-Chefin Grete Schickedanz in der Sowjetunion das Joint Venture "Intermoda". Der Textilteil aus dem Quelle-Katalog wurde dazu ins Russische übersetzt.

Foto: Quelle
15 / 27

Vor der Neuausrichtung: Bereits als dieser Katalog 1994 ausgeliefert wurde, zeichneten sich erste Schwierigkeiten für Quelle ab. Bis auf das Stammhaus in Hersbruck und den Quelle-Markt in Nürnberg wurden alle 20 Quelle-Kaufhäuser geschlossen - eine Maßnahme, die man beim wankenden Versandriesen damals als "strategische Neuausrichtung" verkaufte.

Foto: Quelle
16 / 27

Modisches Highlight: Etwas ganz besonderes bot Quelle im Herbst/Winter 1996 seinen Katalogkunden - die Kollektion "KL by Karl Lagerfeld".

Foto: Quelle
17 / 27

Der Neue: Mit neuem Logo und gewohnt fröhlichen Lächeln startet Quelle 2001 zuversichtlich ins neue Jahrtausend.

Foto: Quelle
18 / 27

Großes Jubiläum: 2002, mit zweistelligem Umsatzwachstum, feierte der Quelle-Konzern sein 75-jähriges Jubiläum. Noch hatten die Mitarbeiter allen Grund zu feiern.

Foto: Quelle
19 / 27

"Eine Fundgrube für jede Familie": Der erste gedruckte Quelle-Katalog erschien 1928, nachdem Gustav Schickedanz 1923 seine Großhandlung für "Kurzwaren en gros" gegründet hatte. Noch war das Büchlein, vom Firmengründer "Führer durch die Sorgen des täglichen Lebens" getauft, kaum mehr als eine Preisliste.

Foto: Quelle
20 / 27

Design im Versandhandel: Als Karl Lagerfeld 2004 seine erfolgreiche H&M-Kollektion veröffentlichte, war es nicht das erste Mal, dass der Designer "Mode für Jedermann" entworfen hatte. Bereits 1996 verkaufte er im Quelle-Katalog die Linie "KL by Karl Lagerfeld".

Foto: Quelle
21 / 27

Das Frühjahrs-Angebot: Noch mit liebevollen Zeichnungen und nicht mit Fotos illustriert, erschien der Quelle-Katalog 1954.

Foto: Quelle
22 / 27

Die Quelle-Agentur: 1984 verfügte Quelle bereits über ein Netz aus über 4000 Bestellagenturen.

Foto: Quelle
23 / 27

Eine Kamera per Post: 1957 bot Quelle erstmals auch Kameras an und legt damit den Grundstein für seinen Foto- und Filmdienst.

Foto: Quelle
24 / 27

"Neueste Quelle-Nachrichten": Mit einem Umfang von 16 Seiten und einer Auflage von 150.000 Exemplaren löste dieses Blatt 1932 die bis dahin verteilten Preislisten ab.

Foto: Quelle
25 / 27

Der Quelle-Sonderzug: Zum Weihnachtsgeschäft 1949 bot Quelle seinen Kunden eine elektrische Eisenbahn als Weihnachtsüberraschung. Im gleichen Jahr wurde auch der wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft verurteilte Firmengründer Gustav Schickedanz rehabilitiert und durfte nach kurzem Berufsverbot wieder ins Unternehmen zurückkehren.

Foto: Quelle
26 / 27

Hochzeit bei Quelle: Gustav Schickedanz heiratete am 8. Juni 1942 in Fürth seine Angestellte Grete Lachner. Nach dem Tod des Unternehmers im März 1977 übernahm sie die unternehmerische Verantwortung.

Foto: Quelle
27 / 27

Achtung, Quelle-Express!: Ausschnitt aus dem Quelle-Katalog Herbst/Winter 1960/1961.

Foto: Hannes Schneider
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?