Abschied von der Glühbirne - DER SPIEGEL
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Abschied von der Glühbirne Drahtig, heiß, ein Superstar

Sie war das Symbol des elektrischen Zeitalters, doch jetzt ist die Glühbirne als Klimakiller entlarvt - bald dreht ihr die EU den Strom ab. Vor hundert Jahren dagegen wurde sie wie ein Gott gefeiert. In berauschend schönen Werbekampagnen - mit politisch höchst unkorrekten Botschaften. Von Christoph Gunkel
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Geblendet: So schön und strahlend sah die Zukunft mit dem elektrischen Licht aus.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Eine Birne für Adam: Der Apfel brachte den Menschen einst die Erkenntnis - und die Birne das Licht.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Lichtspiel: Dabei leuchtete die neue elektrische Glühbirne so unschuldig wie ein Kinderlachen. "Die kleinen Visseaux machen die großen Lichter" wurde zum bekanntesten Werbeslogan der französischen Firma Visseaux.

Foto: Sammlung Alfons Brunner
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Der Lichtbringer: Die Nitra-Lampe von AEG brachte sogar die Engel ins Schwärmen.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Der hellste Stern am Himmel: Die AEG ließ auf einer Werbepostkarte sogar Sternsucher den Himmel nach Glühlampen absuchen.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Ein Licht in der Dunkelheit: Nicht nur heller, sondern auch reiner strahlte das elektrische Licht, so dass alle Schattengestalten der Nacht damit vertrieben werden konnten.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Drahtseilakt: Spielend einfach zu handhaben und dabei unverwüstlich wurde die Glühbirne dem staunenden Publikum verkauft.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Trauer beim Mond: Sogar der Mond ist neidisch auf die Glühlampe, die ihm die Show stiehlt.

Foto: Sammlung Alfons Brunner
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Schön wie ein Schmetterling: Das Kunstlicht zieht auch die Schönheiten der Nacht magisch an, wie diese Werbung des französischen Lampenherstellers Visseaux suggeriert.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Strahlender Blick: Können Glühlampen nationale Eigenschaften haben? Die Lampe "Luxor" soll der Werbung nach wirklich belgisch sein.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Durch Schnee und Eis: Die Lampen des deutschen Herstellers Osram sollen den Menschen sogar in verschneiten Bergregionen die Zivilisation bringen.

Foto: Sammlung Alfons Brunner
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Billiger als Petroleum: Thomas Alva Edison gilt deshalb als Vater der Glühlampe, weil seine Glühlampe von 1879 erstmals mit den damals verbreiteten Gaslampen ernsthaft in Wettbewerb treten konnte. Vorläufer von Edisons Glühlampe konnten dies nicht. Hier wirbt der Hersteller Wotan damit, dass Glühlampen sogar billiger als Petroleum seien.

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Sonnengott Osram: Der Hersteller Osram stilisierte seine Glühlampe sogar zu einem Gott, Propheten oder Prediger namens "Osram".

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Das Licht aus der Luft: Die Berlin-Anhaltische-Maschinenbau AG wirbt etwa 1912 damit, dass sie ihre Lampen besonders fix zum Kunden bringt.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Ein König auf Reisen: Etwa 1925 brachte Philips eine zwölfteilige Postkarten-Serie heraus, die man heute wohl als rassistisch betrachten würde. Der Titel der Werbe-Serie: "Die wunderbaren Entdeckungen des Königs Moustinga während seiner Reise in Europa."

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Ankunft im Hafen: Als König Moustinga in Europa ankommt, erspäht er staunend einen Leuchtturm. Auf der Rückseite der Postkarte steht: "Große Zivilisation!! Auch das Meer ist erleuchtet mit einem großen Stern mit derselben Aufschrift: Philips Argenta".

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Liebe auf den ersten Blick: Auch in den Straßen der Hauptstadt staunt Moustiga nicht schlecht.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Staatsgeschenk: Bei seinem Besuch beim König bekommt Moustinga eine der Glühlampen überreicht.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Schwer beladen: Vor seiner Rückkehr nach Afrika lässt der König das Schiff mit Glühlampen beladen. Auf der Rückseite der Postkarte steht: "Weil er versteht, dass das Licht Zeichen hoher Zivilisation ist und weil er seine treuen Untertanen auch damit beglücken möchte, will Moustinga nicht in das Land seiner Vorväter zurückkehren, ohne eine Ladung Lampen der Marke Philips Argenta mitzunehmen."

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Helle Träume: "Während seiner Rückkehr träumt Moustinga von der Zivilisation", vermerkt die Rückseite der Postkarte.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Große Feier: Nach seiner Rückkehr feiert Moustinga ein großes Fest: "Ohne Sterne von Philips Argenta, gibt es auch keine schönen Feiern", so der Text auf der Rückseite.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Großzügige Geschenke: Moustinga verteilt seine Fracht unter den Landsleuten: "Die Sterne sind nicht zum Essen! Das ist Philips Argenta, die Zivilisation!!", so der Text auf der Rückseite der Werbekarte.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Verehrter Herrscher: Auf der Rückseite der letzten Postkarte der Serie steht, dass König Moustinga von seinen Untertanen verehrt wird, "weil sie in ihm Gott sehen, der ihnen mit dem Licht das Glück und die Zivilisation gebracht hat".

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Nur Birnen im Kopf: Nach dem Faustkampf denkt der Niedergestreckte auf dieser Werbe-Postkarte verwundert: "Das sind nicht Sternchen, die ich sehe, sondern Osram...!"

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Palast der Elektrizität: Auf der Weltausstellung 1900 präsentierte sich Paris in einem betörenden Lichtergewand.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Sichere Straßen: Keine Chancen mehr für Taschendiebe dank der Straßenbeleuchtung von Osram, so suggeriert diese spanische Werbepostkarte.

Foto: Sammlung Peter Weiss
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Ende der Glühbirne: Gegenüberstellung von Glühbirne und Energiesparlampe im Infrarot (Ultrarot) 800nm. Ab September 2009 wird nach einem EU-Beschluss die Produktion der Glühbirne, die 95% der Energie verschleudert, eingestellt.

Foto: Karl Schillinger
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