Absturz eines Hoffnungsträgers Der Fall DSK
Dominique Strauss-Kahn ist Protagonist einer eigenartigen Polit-Soap, die Frankreich derzeit in Atemt hält. Erst war der einstige Hoffnungsträger der Sozialisten abgeschrieben, dann schien er rehabilitiert, jetzt droht er abermals in Ungnade zu fallen.
Strauss-Kahn wird vorgeworfen, im Mai ein Zimmermädchen des New Yorker Luxushotels Sofitel zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben.
Dann die Wende: Das Verfahren wegen versuchter Vergewaltigung gegen Strauss-Kahns könnte womöglich bald vorbei sein. Die Ermittler halten die Hauptbelastungszeugin offenbar für sehr unglaubwürdig. William Taylor und Benjamin Brafman, Anwälte Strauss-Kahns, verließen nach der Wendung mit betont zufriedenen Gesichtern das Gericht. Sie wollen nun darauf hinarbeiten, dass alle Vorwürfe fallengelassen werden.
Richter Michael Obus stellte klar, dass alle Vorwürfe und die Anklage gegen Strauss-Kahn vorerst bestehen bleiben.
Allerdings hat Oberstaatsanwalt Cyrus Vance ohne eine verlässliche Belastungszeugin wenig gegen Strauss-Kahn in der Hand. Vor US-Gerichten geht es meist vor allem darum, wer die glaubwürdigere Geschichte erzählt.
Auch in Strauss-Kahns Heimat Frankreich hatte die spektakuläre Wendung Folgen. Nicht nur die Sozialisten spekulierten plötzlich wieder über ein politisches Comeback von Dominique Strauss-Kahn. 2012 stehen Präsidentschaftswahlen in Frankreich an.
Am Freitag hatte das Gericht in New York Strauss-Kahn aus dem Hausarrest entlassen. Der ehemalige IWF-Chef tourte am Samstag mit seiner Frau Anne Sinclair durch New York.
Die öffentlichen Auftritte Strauss-Kahns führten zur einer erneuten Wende: Die Journalistin Tristane Banon hat Anzeige gegen ihren Landsmann erstattet - wegen versuchter Vergewaltigung. Der Fall spielte sich demnach vor acht Jahren ab.
...bevor er in seine Wohnung zurückkehrte.
Am Freitagabend feierte der 62-Jährige seine Freilassung. Die Ermittlungen zu den Vorwürfen eines Zimmermädchens gegen den Franzosen werden zwar noch fortgesetzt. Aber die "New York Post" zitierte einen Ermittler, der den Stopp des Verfahrens als "sicher" bezeichnete.
Dominique Strauss-Kahns Ehefrau Anne Sinclair, eine franko-amerikanische TV-Journalistin, hielt zu ihrem Mann. Vor einigen Jahren wurde die Ehe schon auf eine harte Probe gestellt, als eine Affäre Strauss-Kahns mit einer IWF-Mitarbeiterin bekannt wurde. Er entschuldigte sich bei seiner Frau und saß den Skandal aus.