Absurde Kriegsanlässe Tod den Schweinedieben!
Die kurze Freude der Eroberer: Gerade mal einen halben Kilometer lang ist die 200 Meter vor Marokkos Küste gelegene Petersilieninsel, um die 2002 ein Krieg geführt wurde. Dass die Insel seit der Kolonialzeit zu Spanien gehörte, war Marokko schon länger ein Dorn im Auge. Am 12. Juli 2002 ließ Marokko die Insel von Soldaten besetzen - angeblich, um den Drogenschmuggel besser überwachen zu können. Spanien fühlte sich dadurch so provoziert, dass gleich zwei Lenkwaffenfregatten Kurs auf die Petersilieninsel nahmen, die schließlich am 18. Juli von spanischen Elitesoldaten gestürmt und wieder eingenommen wurde.
Der Kabeljaukrieg auf der Bühne: Um Überfischung und wirksame Maßnahmen dagegen ging es im Kabeljaukrieg zwischen 1958 und 1975. Island hatte eine Schutzzone eingeführt, um britische Fischer fernzuhalten, Großbritannien wollte sich damit nicht abfinden und entsandte Kriegsschiffe. Dem hatte der kleine Inselstaat wenig entgegenzusetzen - es verfügt über kein Militär - und rief deshalb die Uno an. Die Konfliktparteien einigten sich schließlich auf ein Seerechtsabkommen. Im März 2007 erinnerte ein Theaterstück im alten Fischereihafen von Cuxhaven an den Konflikt (Foto).
Fußballkrieg: Es begann mit einem Fußballspiel und endete mit mehr als 1000 Todesopfern. Im Streit um illegale Landnahme und Einwanderung kam es im Sommer 1969 zur bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Honduras und El Salvador.
Gefiederte Gegner: Mit einem besonderen Feind hatten es die Australier 1932 im sogenannten Emu-Krieg zu tun. Nach einem besonders langen heißen Sommer liefen die Tiere Amok und griffen Siedlungen an. Die Regierung schickte Soldaten, doch die kamen gegen die bis zu 50 Stundenkilometer schnellen Laufvögel nicht an und mussten nach einer Woche unverrichteter Dinge wieder abziehen.
Ein Stück vom Kuchen: Das wollten auch ein paar mexikanische Offiziere, als sie 1838 das Geschäft des französischen Bäckers Remontel in Mexiko Stadt plünderten. Der erboste Bäcker beschwerte sich bei seinem König Louis Philippe, der daraufhin beim mexikanischen Präsidenten eine Entschädigungszahlung von 600.000 Pesos einforderte. Als der Präsident sich weigerte, schickte der König eine Flotte, die über acht Monate die mexikanischen Häfen blockierte. Mit Hilfe britischer Vermittlung konnte dann schließlich der Bäcker entschädigt und der Konflikt beigelegt werden.
Der Eimer der Begierde: Was genau an diesem Eimer (Bildmitte) so begehrenswert war, ist nicht überliefert, bekannt ist nur, dass sich 1325 einige Soldaten aus Modena in Bologna einschlichen und eben jenen Eimer aus Eichenholz raubten. Zwölf Jahre lang dauerte der Eimerkrieg, hier dargestellt in einer zeitgenössischen Skizze, an. Das Objekt der Begierde selbst allerdings blieb in Modena, wo es im Dom angekettet wurde. Heute hängt an dieser Stelle nur noch eine Kopie, das gute Stück steht inzwischen sicher hinter Glas im Rathaus von Modena - für den Fall, dass noch einmal jemand versuchen sollte, ihn zu rauben.
Schweinerei: Die possierlichen Tiere spielten 1640 sicher nur eine vordergründige Rolle, als holländischer Siedler auf Staten Island die dort ansässigen Tappan-Indianer beschuldigten, ihre Schweine gestohlen zu haben. Die beteuerten zwar ihre Unschuld, wurden aber ohne eine weitere Untersuchung des Falls von der Insel vor Manhattan vertrieben.