Absurdes Kunstwerk - DER SPIEGEL
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Absurdes Kunstwerk Die wundersame Weltmaschine

Er war das Gespött des Dorfes - und ein genialischer Tüftler: 23 Jahre lang schraubte und schweißte Bauer Franz Gsellmann an einem Monstrum von einer Maschine. Und hinterließ ein Wunderwerk, das bis heute Tausende von Menschen in die österreichische Gemeinde Edelsbach lockt.
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Buntes Sammelsurium: Die Weltmaschine von Franz Gsellmann leuchtet und blinkt wie eine Jahrmarktsattraktion, wenn sie eingeschaltet ist. Sie steht in dem oststeiermärkischen Dorf Kaag.

Foto: Weltmaschine.at/Gery Wolf
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Scheuneninstallation: Die Gsellmannsche Weltmaschine entstand peu à peu im Laufe von 23 Jahren. Als Fundament diente ihr anfangs ein Leiterwagen, der hier mit seinen grünen Rädern unter dem leuchtenden Tuhuwabohu hervorlugt.

Foto: Weltmaschine.at/Gery Wolf
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Techniker: Franz Gsellmann baute bis zu seinem Tod 1981 an seiner "Weltmaschine". Ihre Einzelteile sammelte der Bauer aus der Oststeiermark von Flohmärkten und Alteisenhändlern zusammen. Mit seinem Fahrrad transportierte er den Großteil der Sachen in sein Heimatdorf Kaag.

Foto: Weltmaschine.at/Gery Wolf
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Verdrahtet und verschraubt: Der oststeiermärkische Bauer Franz Gsellmann wurde mit seiner Maschine berühmt. Sie lockt heute bis zu 10.000 Besucher jedes Jahr in das Dorf Kaag. Gsellmann putzte die "Weltmaschine" täglich mehrere Stunden und achtete penibel auf ihr tadelloses Aussehen.

Foto: Weltmaschine.at/Gery Wolf
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Bauer in der Maschine: Die Weltmaschine des Franz Gsellmann steht in einem kleinen Anbau des Bauernhofes, den sie fast vollständig ausfüllt. Die Maschine ist während ihrer 23-jährigen Bauzeit auf sechs Meter Länge, drei Meter Höhe und zwei Meter Breite angewachsen. Franz Gsellmann "verschwand" immer wieder in seiner Maschine, wenn er sie wartete, putzte oder ergänzte. Sein Vorteil: Er war klein und wog gerade einmal 40 Kilogramm.

Foto: Franz Killmeyer
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Ein Mann und seine Maschine: Auch im hohen Alter ließ es sich Franz Gsellmann nicht nehmen, seine "Weltmaschine" aus allen Perspektiven zu betrachten. Der Bauer aus der Oststeiermark hatte 23 Jahre lang an der Maschine gearbeitet, bevor er sie für vollständig erklärte und starb.

Foto: Franz Killmeyer
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Allein mit dem Korn: Franz Gsellmann legte sich oft auf den Dachboden des Hauses. "Dort breitete Gsellmann, war er verzweifelt, eine Decke aus und trauerte. Zumeist schlief er dabei ein", schreibt der österreichische Schriftsteller Gerhard Roth über den Landwirt. Auch sein Biograf Klaus Ferentschik bestätigt, dass Gsellmann sich oft zum Weinen zurückzog, wenn der Spott des Dorfes und mancher Besucher ihm wieder einmal zu nahe ging. Das Foto des einsam im Weizen schlafenden Gsellmann schoss der Fotograf Franz Killmeyer, der Gsellmann einmal sechs Wochen lang begleitete und portraitierte.

Foto: Franz Killmeyer
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Schlafzimmer: Das Schlafzimmer von Franz und Mathilde Gsellmann war mit dem nötigsten eingerichtet. Gsellmann war ein gläubiger Mann, der keinen Sonntag ausließ, um in die Kirche zu gehen. Über seinem Ehebett hängen ein Kruzifix und Votivbildchen. Die niedrige Decke des Raumes ist typisch für alte Bauernhäuser.

Foto: Franz Killmeyer
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Prost!: Franz Gsellmann prostet dem Fotografen Franz Killmeyer zu. Killmeyer war mehr als ein Dutzend Mal bei Gsellmann und seiner "Weltmaschine" zu Gast. Einmal begleitete er den Landwirt über sechs Wochen. Killmeyer gelangen die wohl eindringlichsten und persönlichsten Portraits des eigenwilligen Weltmaschinen-Erbauers.

Foto: Franz Killmeyer
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Weltmaschinen-Detail: Die Maschine von Franz Gsellmann besteht aus hunderten von Schrott-Einzelteilen, die der Landwirt von Flohmärkten und Alteisenwarenhändlern zusammentrug. Mit winzigen Schräubchen befestigte er Buchstaben und mehrere Sprüche an seiner "Weltmaschine". Hier zu sehen: "Der Klobus durch Friede und Verständigung / Lautet das Motto der Newiorker Weltaus- / stellung. G 1964 - 65 F."

Foto: Franz Killmeyer
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Räderwerk: Zahnräder und Keilriemen treiben die Gsellmannsche Weltmaschine an. Die Räder sind teilweise vom Dorfschmied bearbeitet worden.

Foto: Franz Killmeyer
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Gsellmanns Schwester vor der Weltmaschine: Seine Schwester hat uns die Weltmaschine vorgeführt. Wenn sie die verschiedenen Schalter umlegt, beginnt ein phantastischer Reigen aus Bewegung, Lichtimpulsen und einem zu Herzen gehenden Gerumpel. Man hat den Eindruck: Die Maschine lebt!

Foto: Dieter Martens
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Das Atomium in der Weltmaschine: Gsellmann hat unglaublich viele Einzelteile verbaut. Unter Bezugnahme auf die Weltausstellung in Brüssel hat er ein rotierendes Mini-Atomium eingesetzt.

Foto: Dieter Martens
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Altar oder Weltmaschine: Stellenweise kommt bei Gesellmanns Weltmaschine der Eindruck auf, er habe die Maschine gleichzeitig als Altar konzipiert. Lapidar-weltliches und katholisch-religiöse Devotionalien stehen widerspruchsfrei nebeneinander.

Foto: Dieter Martens
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Detail analoges Ampèremeter: Die Weltmaschine hat sich zum Besuchermagnet entwickelt. Eine fast undurchdringliche Vielfalt von bunten, technischen, sakralen, moralischen und zeitgeschichtlichen Verweisen und Zitaten prägt den lebendigen und grellen Charakter von Gsellmanns Konstruktion.

Foto: Dieter Martens
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