Achtundsechzig Aktion Blanker Busen
Die Angeklagte: Vor Gericht erschien die wegen Hausfriedensbruch angeklagte Lehramtsstudentin und SDS-Aktivistin Ursula Seppel in einer durchsichtigen schwarzen Bluse. Auch die zog sie kurz darauf noch aus - ebenso wie acht Komilitoninnen, die sich auf ein Signal von Seppel hin im Zuschauerraum entkleideten und einen selbstgetexteten Protestsong anstimmten.
Nacktprotest im Gericht: Ursula Seppel (rechts, mit Brille) und acht weitere Aktivistinnen des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) versuchen, die Gerichtsverhandlung gegen Seppel zu sprengen, indem sie sich ausziehen und ein selbstgedichtetes Protestlied singen.
Abgeführt: Ursula Seppel und zwei Kommilitoninnen werden von einem Polizisten aus dem Gerichtssaal eskortiert, nachdem sie mit ihrem "Protest-Striptease" (so der "Spiegel") die Verhandlung gegen Seppel unterbrochen haben.
Krawall im Amtsgericht: Auf Anweisung des Richters trugen Polizeibeamte die protestierenden Studentinnen, nackt wie sie waren, aus dem Gerichtssaal - zum Teil gegen deren heftigen Widerstand.
Das Private ist politisch: SDS-Studentin Ursula Seppel wird abgeführt. "Die Aktion hat uns viel Überwindung und Mut gekostet", sagt Seppel, die nach ihrem Studium Bildungsberaterin für Aussiedler wurde, heute. "Wir waren doch alle mittelständische, studierende Töchter mit strenger Erziehung."