Achtundsechziger in Italien Frisch wie ein Salatkopf
Schweine mit Flügeln: 1976 erschien das erste Buch von Lidia Ravera - "Schweine mit Flügeln". Es wurde weltweit zum Bestseller. Mit einem Freund schrieb Ravera in nur zwei Wochen ein fiktives Tagebuch, in dem ein Mädchen und ein Junge ihre sexuellen Erfahrungen beschreiben. Ravera wollte erreichen, dass Jugendliche endlich ohne Scham über freie Liebe, Masturbation und Homosexualität redeten. Das Buch kam zunächst wegen angeblicher Pornografie auf den Index, wurde später wieder freigegeben. Allein in Italien sind bislang zweieinhalb Millionen Exemplare verkauft worden.
Lidia Ravera: Die italienische Autorin, Lidia Ravera, wurde früh bekannt mit ihrem 1976 erschienenen ersten Roman "Schweine mit Flügeln" - weltweit ein Bestseller. Ravera schrieb das Buch zusammen mit ihrem Freund, Marco Lombardo Radice, in Form eines fiktiven Tagebuches, in dem ein Mädchen und ein Junge ihre ersten sexuellen Erfahrungen sammeln. Das Buch landete zunächst wegen angeblicher Pornografie auf den Index, kursierte aber in Raubdrucken, bis das Verbot schließlich aufgehoben wurde. Inzwischen hat Ravera 21 Romane geschrieben, die allesamt von der Achtundsechziger-Generation handeln.
Italienisches Sexsymbol: Die Frau hat hübsch zu sein - die Italienerin im besonderen. Sophia Loren, hier zu sehen mit Marcello Mastroianni bei Filmarbeiten 1970 zu "The Priest's Wife", wurde international zum Sexsymbol. Die italienische Filmschauspielerin begann früh mit ihrer Schönheit Geld zu verdienen: Sie arbeitete als Modell und nahm an Misswahlen teil.
Italienerin in "City Pants": Ein Italienisches Modell präsentiert die neue Frühling/Sommer-Kollektion von Gi-Bi bei einem Shooting in den Straßen von Florenz am 9. November 1968. Der Schönheits- und Jugendwahn prägt das Bild der Italienerin bis heute - daran vermochten auch der Feminismus und die 68er-Revolte wenig zu ändern.
Straßenschlacht in Rom: Bewegte Zeiten in Italien - Im März 1968 stand nach einer Studentendemonstration in Rom dieser Polizeieinsatzwagen in Flammen. Zuvor hatten sich Tausende von Studenten und Polizisten eine dreistündige Straßenschlacht geliefert.
68er-Revolte in Italien: 1968 gingen in Rom die Studenten auf die Straße. Der Protest der 68er-Revolte in Italien richtete sich gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem, aber auch die linkspolitischen Parteien, denen die Studenten vorwarfen, ihre Ideale aufgegeben zu haben. Die Aufnahme vom 27. April 1968 zeigt uniformierte Polizisten bei ihrem Einsatz während einer Studentendemo in Rom.
Urlaub in Italien 1952: Italien - aus deutscher Perspektive ein Synonym für Lebenslust. In den fünfziger Jahren entdeckten die Deutschen den Süden - wie hier Sizilien - als Urlaubsziel. Die Sexuelle Revolution kam dort aber erst Jahre später an: mit den Achtundsechziger.
Alice Schwarzer: Das bekannteste Gesicht der Frauenbewegung in Deutschland - die Feministin Alice Schwarzer, Gründerin und Herausgeberin der Frauenzeitschrift "Emma". Sie erregte 1971 erstmals mit einer Aktion Aufsehen, als der "Stern" mit dem öffentlichen Bekenntnis von 374 Frauen aufmachte: "Wir haben abgetrieben!" Später klagte Schwarzer erfolglos gegen den "Stern" wegen dessen angeblich sexistischer Frauendarstellungen.
Bruch mit Tabus: Vierzig Jahre nach der Sexuellen Revolution schickt sich erneut eine Autorin an, Tabus zu brechen: Die Moderatorin Charlotte Roche mit ihrem literarische Erstlingswerk "Feuchtgebiete" im März 2008 auf der Leipziger Buchmesse. Nachdem zunächst ein Verlag das Manuskript wegen des angeblichen pornografischen Inhalts abgelehnt hatte, ist der Roman nun bei DuMont erschienen und verkauft sich wie warme Semmeln. Roche sieht ihr Buch als einen Beitrag zur Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft. Frauen hätten keine eigene Sprache für die eigene Lust. Außerdem würde ihnen eine übertriebene, geschlechtspezifisch anerzogene Körperhygiene, wie die "Ganzkörper-Rasur", abverlangt.
Hippies 1971: Sexuelle Befreiung in den Siebzigern weltweit - Hippie-Festivalgänger auf dem zweiten Glastonbury Fayre im Juni 1971.