Ackermanns Mannen Wer wird der nächste Chef?
Name: Josef Ackermann
Funktion: Konzernchef
Alter: 63
Ackermann ist an der Spitze der Deutschen Bank so erfolgreich wie umstritten. Für viele Deutsche symbolisiert der Schweizer das kalte Gesicht des Kapitals. Unter seiner Ägide kam die Deutsche Bank aber auch relativ unbeschadet durch die Finanzkrise. Zwar fiel 2008 ein schmerzhafter Verlust von satten 5,7 Milliarden Euro an. 2009 ging es aber schon wieder mächtig aufwärts. Wegen dieser unbestrittenen Leistung ist es schwer, einen geeigneten Nachfolger zu finden.
Ursprünglich wollte Ackermann schon im Mai 2010 das Unternehmen verlassen. Doch der Aufsichtsrat konnte sich auf keinen Kronprinzen einigen.
Name: Anshu Jain
Funktion: Vorstand Investmentbanking
Alter: 48
Status im Unternehmen: Ein Favorit auf die Ackermann-Nachfolge
Seit dem Abgang des Amerikaners Michael Cohrs als gleichberechtigter Partner trägt Jain die alleinige Verantwortung für das Investmentbanking der Deutschen Bank. Der Kernbereich des gebürtigen Inders trägt den Löwenanteil zum Gewinn der Deutschen Bank bei. Intern wird Jain deshalb der "Geldmacher" genannt.
Oft wird Jain genannt, wenn es um potentielle Kronprinzen der Deutschen Bank geht. Kritiker sagen allerdings, dass Jain der deutschen Öffentlichkeit schwer zu vermitteln wäre. Ein Investment-Spezialist an der Spitze der Bank wäre ein deutliches Statement für deren strategische Ausrichtung. Auch soll der Manager gerade erst die deutsche Sprache lernen.
Name: Rainer Neske
Funktion: Vorstand Privatkundengeschäft
Alter: 47
Status im Unternehmen: Der nette Außenseiter
Als Privatkundenvorstand wäre Neske der deutschen Öffentlichkeit gut vermittelbar als neuer Deutsche-Bank-Chef. Er könnte etwa an Jains Seite den Konzern lenken. Dazu muss er aber zunächst eine große Herausforderung meistern: Er muss die Postbank erfolgreich in den Konzern eingliedern.
Name: Hugo Bänziger
Funktion: Risikovorstand
Alter: 55
Status im Unternehmen: Eidgenosse
Laut "Handelsblatt" gilt Bänzinger nicht als König der Herzen, wenn es um die Nachfolge von Konzernchef Ackermann geht. Allerdings gäben selbst seine Konkurrenten im Wettlauf um die Spitze zu, dass er seinen Job als Risikovorstand mit Bravour meistere. Die "SZ" erwähnt zudem, dass Bänziger wie Ackermann über Schweizer Gene verfügt - ob ihm das etwas nützt?