Adam Peaty: Schwimmen ohne Grenzen - DER SPIEGEL
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Schwimmen Vier Jahre Formel Peaty

2014 ging der Stern von Schwimmer Adam Peaty auf. Der Brustspezialist geht als großer Favorit in die Heim-EM in Glasgow - gewinnen will der Wettkampftyp sowieso immer.
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Vier Jahre ist es her, dass Adam Peaty erstmals bei offenen internationalen Meisterschaften auftauchte - mit einem Sieg gegen sein Idol Cameron van der Burgh. Die Commonwealth Games 2014 in Glasgow sollten den Beginn einer neuen Ära markieren. Vier Jahre später kehrt Peaty nun als Superstar der European Championships in die Tollcross-Arena zu Glasgow zurück.

Foto: AI Project/ Action Images
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Den Wettkampf, den der 23-Jährige selbst seinen Durchbruch nennt, das ist die EM einen Monat nach den Commonwealth Games. In Berlin gewann er 2014 Gold über 50 und hundert Meter, verhalf den beiden Lagenstaffeln zum Sieg. Das Bild zeigt ihn nach dem Halbfinale über 50 Meter, das er in 26,62 Sekunden beendete. Weltrekord - eigentlich. Doch wegen eines Formfehlers seitens des Weltverbands Fina wurde die Zeit nicht anerkannt.

Foto: Gero Breloer/ AP
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Von diesem Moment an war Peaty nicht zu stoppen. Der sechs Jahre ältere van der Burgh mühte sich redlich, bei der WM 2015 in Kasan trieben sich beide zu Höchstleistungen: Weltrekord van der Burgh im Vorlauf über 50 Meter, Weltrekord Peaty im Halbfinale. Wenn es aber drauf ankam, hatte stets Peaty die Finger vorn, nahm WM-Gold über 50 und 100 Meter sowie mit der Mixed-Lagenstaffel mit. Und doch: Die Auszeichnung für den besten Athleten verlieh der Weltverband an Sun Yang, der ein Jahr zuvor des Dopings überführt wurde. Für den Fina-kritischen Peaty die "bitterste Erfahrung".

Foto: Stefan Wermuth/ REUTERS
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Bei den Olympischen Spielen 2016 schwamm Peaty dann endgültig in einer Kategorie für sich. Sein Weltrekord-Sieg über hundert Meter Brust war der dominanteste der Schwimmwettbewerbe von Rio de Janeiro. Das Jahr zuvor beschreibt Peaty als "härtesten Kampf" seiner Karriere.

Foto: Michael Dalder/ REUTERS
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Peaty war 14 Jahre alt, als Melanie Marshall den nur mäßig begabten Kraulschwimmer das erste Mal Brustschwimmen sah. Dieses Bild zeigt den 15-jährigen Peaty (M.) bei den UK School Games 2010. Bronze ging damals übrigens an Craig Benson (r.), jenen Schwimmer, der mit seinem Halbfinaleinzug bei den Olympischen Spielen 2012 aus dem umtriebigen College-Jungen Peaty den Gladiator machte, den seine Mutter heute in ihm sieht.

Foto: AI Project/ Action Images
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Peaty kommt aus dem Städtchen Uttoxeter in den englischen Midlands. Mutter Caroline (hier mit Ehemann Mark und Peatys damaliger Freundin Anna Zair 2016 in Rio) fuhr ihren Sohn morgens um vier zum Pool ins 30 Minuten entferne Derby, wartete auf ihn, fuhr ihn heim - und machte die Tour nach der Arbeit im Kindergarten noch einmal.

Foto: Bryn Lennon/ Getty Images
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Ein Jahr nach dem historischen Erfolg von Rio, von Müdigkeit keine Spur: Bei den Goldrennen über 50 und hundert Meter in Budapest gewann Peaty jeweils mit den größten Vorsprüngen der WM-Geschichte.

Foto: FRANCOIS-XAVIER MARIT/ AFP
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In Budapest war auch Oma Mavis Williams - deren lautstarke Unterstützung Enkel Adam bei seinem ersten Schwimmfest noch ziemlich peinlich war - live dabei. Ein Jahr zuvor hatte sie mit ihrem Twitteraccount von daheim für Aufsehen gesorgt. In Budapest überraschte sie mit einer (abwaschbaren) Kopie des Löwen-Tattoos ihres Enkels. Peaty hat sein Kunstwerk erst kürzlich auf den Unterarm erweitert.

Foto: RYLAND JAMES/ AFP
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Damit Peaty mal wieder erlebt, wie es ist, nicht allein vorneweg zu schwimmen, schickte ihn seine Trainerin im Winter 2017 auf die kurze Winterbahn. Denn: Start, Wenden, Tauchphasen - all das ist seine Sache nicht. "Ich bin kein Techniker, ich bin ein Racer", sagt er dazu schlicht. Ein Wettkampftyp also, der einfach nur schwimmen und gewinnen will. Gewonnen hat er gegen die Technikexperten trotzdem, in kontinentaler Rekordzeit von 55,94 Sekunden. "Die beste Version von mir zeigt sich, wenn mir Gegner nahe kommen", sagt Peaty: "Ich genieße es, gejagt zu werden, und ich liebe es, wieder an die Spitze zu kommen."

Foto: EPA/ EFE
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Commonwealth Games 2018: Kurz vor seiner Abreise gen Australien sagte Peaty: "Ich glaube, dass ich bis zu meinem Karriereende ungeschlagen bleiben kann." Wenige Tage später musste er über 50 Meter erstmals seit 2014 eine Niederlage hinnehmen. Gegen van der Burgh. Peaty nahm es locker: "Ich bin ja noch ungeschlagen auf den hundert Metern, das ist das olympische Event, das ist das, was zählt."

Foto: David Gray/ REUTERS
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"Adam will einfach gegen alles und jeden antreten", sagt Trainerin Marshall über ihren Schützling. Wie dieses Duell nach den Commonwealth Games am Great Barrier Reef ausging, ist nicht überliefert.

Foto: Mark Kolbe/ Getty Images for Tourism Queensland
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Beim Sette-Colli-Meeting in Rom legte Peaty im Juli mit 58,61 Sekunden seine bisher schnellste Zeit außerhalb von internationalen Meisterschaften hin: "Das zeigt, dass ich gut vorbereitet bin für die EM."

Foto: imago/ HochZwei
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