Grammy-Reaktionen "Demokratische Entscheidung" oder Rassismus?
Beyoncé applaudiert im Auditorium der 59. Grammy-Awards-Show der Gewinnerin in der Kategorie "Album des Jahres", Adele.
Die Londonerin, hier mit dem (zerbrochenen) Preis für die "Aufnahme des Jahres" (für "Hello") fand allerdings, dass eigentlich Beyoncé den Hauptpreis bei den Musikauszeichnungen verdient gehabt hätte.
"Was zum Teufel soll sie denn noch machen?", wird Adele zu Beyoncé zitiert, die bei der Grammy-Gala Songs aus ihrem Album "Lemonade" präsentierte.
Der Präsident der Recording Academy, die die Grammy-Preise vergibt, verwahrte sich vor Vorwürfen, Adele sei Beyoncé aus rassistischen Gründen vorgezogen worden. Er zumindest entscheide "fast mit verbundenen Augen", welche Musik zu prämieren sei, sagte Neil Portnow in einem Interview.
Unter anderem Frank Ocean (hier im Jahre 2013), der die diesjährige Grammy-Veranstaltung boykottierte, hatte Andeutungen gemacht, manche Fehlentscheidung bei der Preisvergabe habe womöglich mit der ethnischen Zugehörigkeit zu tun.
Unter anderem nannte er es einen Fehler, dass nicht Kendrick Lamar (rechts, mit Beyoncé bei den BET Awards), sondern Taylor Swift im Vorjahr für das Album des Jahres ausgezeichnet worden sei.
Für den Latino-Rock-Veteran ist es eine Frage des Gesangs, wer gewinnt. Seine Bemerkungen, Beyoncé sei -anders als Adele - keine "Sängerin-Sängerin" brachten ihm scharfe Kritik ein.
Obendrein hatte er von "Model-Musik" gesprochen, die Beyoncé mache.
Ein etwas eigenartiges Loblied auf Beyoncé hat derweil Cee-Lo Green (als Gnarly Davidson) gesungen: Er liebe "Jay-Z's Girl" heißt es in seiner Adaption eines alten Rick-Springfield-Songs.
Der afro-amerikanische Autor Myles E. Johnson pries derweil in der "New York Times" Beyoncés Mut, sich nur von der eigenen Imagination leiten zu lassen - und nicht von den Erwartungen eines weißen oder männlichen Publikums. Damit sei ihr ein größerer Triumph gelungen als es ein Grammy-Gewinn sein könne: Sie habe das Leben ihrer Zuhörer verändert.